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Wird Guggenheim-Museum Opfer der Bankenkrise?

Montag, 6. Februar 2012, 19:10 Uhr

Überraschendes Aus für das Deutsche Guggenheim in Berlin: eines der weltweit fünf Museen der berühmten Guggenheim-Stiftung, wird Ende des Jahres geschlossen. Über die Gründe wird spekuliert.

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Das Deutsche Guggenheim gilt als eine der führenden Adressen für zeitgenössische Kunst in Berlin. Die Ausstellungshalle in der Repräsentanz der Deutschen Bank Unter den Linden zog mit ihren bisher 57 Ausstellungen rund 1,8 Millionen Besucher an.

Bild Fassade des Museums mit einer Fischaugen-Kamera fotografiert.
Das Gerücht: Knatsch zwischen der Deutschen Bank und ihren US-Partnern könnte ein Grund für die Schliessung sein. keystone

Seit der Gründung 1997 war sie als einzigartige Zusammenarbeit zwischen Bank und US-Stiftung gefeiert worden. Der aktuelle Vertrag laufe Ende 2012 aus, teilte die Bank mit. «In diesem Zusammenhang haben Guggenheim und die Deutsche Bank die gemeinsame Entscheidung getroffen, die Ausstellungshalle zu schliessen», hiess es.

Bruch nach 14 Jahren

Gründe für das überraschende Aus wurden nicht genannt. Die Deutsche Bank hat derzeit in den USA einen schweren Stand. Kläger werfen ihr angeblich unlautere Geschäftspraktiken vor der Finanzkrise vor. Die Deutsche Guggenheim wollte sich auf Anfrage nicht zu der Trennung äussern. Auskünfte gebe nur die Bank, hiess es.

Richard Armstrong, der Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation und des New Yorker Guggenheim Museums, hob die Ergebnisse der 14-jährigen Partnerschaft hervor. «Aus dieser Zusammenarbeit ist ein bedeutender und dynamischer Ausstellungsort in einer der pulsierendsten Städte der Welt entstanden», sagte er.

Berlin bedauert die Schliessung

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, kündigte an, die Räumlichkeiten sollten für ein neues Dialogforum zwischen Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft genutzt werden. Es bestünden zudem «konkrete Pläne, die Beziehungen zur Guggenheim Stiftung auf eine neue Basis zu stellen.»

Wie die neue Partnerschaft mit Guggenheim aussehen kann, blieb zunächst offen. Der bei der Bank für die Kunstaktivitäten zuständige Friedhelm Hütte sprach von «ausgewählten Projekten».

Neben den wechselnden Ausstellungen hatten Bank und Stiftung auch Auftragsarbeiten vergeben. Viele der 17 so entstandenen Kunstwerke wurden auch in New York und Bilbao gezeigt. Für Berlin ist die Schliessung ein schmerzlicher Verlust, weil es nach Ansicht vieler Experten zu wenig Raum für zeitgenössische Kunst in der Stadt gibt.

Guggenheim bald in Abu Dhabi

Die für 2012 angekündigten Ausstellungen sollen wie geplant stattfinden. Derzeit ist unter dem Titel «Found in Translation» eine Gruppenschau von neun Künstlern zu sehen. Es folgen Ausstellungen von Roman Ondák, Gabriel Orozco und Cindy Sherman.

Die weltbekannte Stiftung wurde von dem amerikanischen Sammler und Mäzen Solomon R. Guggenheim gegründet. Sie betreibt neben dem Guggenheim Museum in New York Ausstellungshäuser in Venedig, Bilbao und künftig auch in Abu Dhabi.

(sda/from)

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