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Polizeistreik in Brasilien: Mordrate schnellt nach oben
In der brasilianischen Küstenstadt Salvador da Bahia ist die Sicherheitslage weiter angespannt. Nach einem wilden Streik von Teilen der Polizei wurden seit vorigem Dienstag rund 80 Morde in der 2,7 Millionen Einwohner zählenden Metropole und ihrer Umgebung registriert.
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Das waren nach lokalen Medienberichten von Sonntag mehr als doppelt so viele wie im vergleichbaren Zeitraum der Vorwoche. Die Regierung entsandte über 3000 Soldaten in die Stadt, um für Sicherheit zu sorgen.
Unverantwortlich und kriminell
In Salvador da Bahia findet in zwei Wochen eine der grössten Strassenkarnevalsumzüge Brasiliens statt. Mit dem Streik wollen die Angehörigen der für Ordnung und Sicherheit zuständigen «Polícia Militar» (Militärpolizei) höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen.
Die Regionalregierung kritisierte den Ausstand als unverantwortlich und kriminell. Ein Gericht hatte die Streikenden aufgefordert, die Arbeit unverzüglich wieder aufzunehmen.
Jagd auf Streikführer
Am Sonntag flogen 40 Mann einer Polizeispezialeinheit aus Brasília nach Salvador. Sie sollen Haftbefehle gegen ein Dutzend Streikführer ausführen.
Obwohl in Salvador auch die Zahl der Diebstähle und Überfälle seit dem Streikbeginn den Angaben zufolge deutlich stieg, waren am Wochenende die beliebtesten Strände der Touristenstadt bei heissen Sommertemperaturen von über 30 Grad voll. Soldaten patrouillierten mit schweren Waffen an den Strandpromenaden.
Jeder dritte Beamte im Ausstand
Schätzungen zufolge beteiligt sich etwa ein Drittel der 31'000 Mitglieder der für den Schutz der Zivilbevölkerung zuständigen Militärpolizei in Bahia an dem Streik.
Bahias Gouverneur Jaques Wagner kritisierte den Ausstand am Samstag als unverantwortlich. Eine kleine Gruppe von Polizisten setze «verwerfliche Methoden» ein und verbreite Angst unter der Bevölkerung. Wie lange der Militäreinsatz im der Hauptstadt des nordöstlich gelegenen Bundesstaates Bahia dauern soll, ist noch offen.
Streikende reduzieren ihre Forderungen
Unterdessen speckten die streikenden Polizisten die Zahl ihrer Forderungen ab - von sechs auf zwei. Sie verlangen nun eine Amnestie für die Streikteilnehmer und eine Gehaltszulage.
«Das sind einfache Bitten», sagte Medienberichten zufolge der Präsident der Polizeigewerkschaft in Bahia. «Einmal geht es um die Rückkehr der Kollegen zur Arbeit und anderseits darum, dass das erfüllt wird, was das Gesetz schon vorschreibt.»
(agenturen/halp)
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