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International

Griechenland baut Grenzzaun gegen illegale Einwanderer

Montag, 6. Februar 2012, 21:54 Uhr

Trotz internationaler Kritik hat die griechische Regierung mit dem Bau eines knapp elf Kilometer langen Zauns entlang der Grenze zur Türkei begonnen. Die Barriere solle Anfang September fertig sein, kündigte der Minister für Bürgerschutz an.

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Anfänglich hatte die Regierung in Athen angekündigt, praktisch die gesamte Grenze über 200 Kilometer abzuriegeln. Als Vorbild wurde der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko genannt. Nach Protesten wurde das Bauprojekt erheblich eingeschränkt.

«Wir werden es nicht erlauben, dass Griechenland eine Art Transitland für illegale Migranten wird», sagte der Minister für Bürgerschutz, Christos Papoutsis, bei der Einweihung im kleinen Grenzdorf Nea Vyssa. Im Vorjahr seien nach Angaben des Ministers 54'974 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Flüchtlingshölle Griechenland («Rundschau», 17.11.2010)

Der Doppelzaun ist in der Mitte mit Stacheldraht ausgelegt und erstreckt sich zwischen Kastanies und Nea Vyssa. Er deckt den Grenzabschnitt ab, der vom Lauf des Flusses Evros abweicht. Dort verläuft die Grenze nicht genau am Fluss entlang, sondern macht einen grossen Bogen in griechische Richtung nahe der Kleinstadt Orestiada.

Der Bau soll etwa drei Millionen Euro kosten und werde aus dem griechischen Haushalt gezahlt. Im Dezember 2011 hatte die zuständige EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström Geld aus EU-Fonds für den Bau des Zauns verweigert. Der Zaun werde den Flüchtlingsstrom nicht stoppen, hiess es zur Begründung.

Kritik an hartem Umgang mit Flüchtlingen

Flüchtlingsorganisationen und das UNO-Flüchtlingskommissariat kritisieren den Sperrzaun weil er Menschen die Möglichkeit nehme, politisches Asyl zu beantragen und den Grenzübertritt noch gefährlicher mache. Über die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland gelangten bereits Hunderttausende Flüchtlinge aus Asien und Afrika illegal in die Europäische Union.

2010 seien 128'000 Migranten nach Griechenland gekommen. In den vergangenen vier Jahren seien es insgesamt 512'000 gewesen. Seit einigen Monaten patrouillieren an der Grenze neben griechischen Beamten auch Dutzende Einsatzkräfte der EU-Grenzagentur Frontex.

Athen ist mit der Aufnahme der Flüchtlinge überfordert. Es wurde wiederholt für seinen harten Umgang mit ihnen sowie für schleppende Asylverfahren kritisiert. Griechenland gilt als eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus Asien und Afrika, deren Ziel Westeuropa ist. Der Türkei wirft die EU vor, an der Grenze zu Griechenland die Augen zu verschliessen.

(sda/muei)

Kommentare aktiv...

A. Planta, Chur
(plal Mann)
Verfasst am: 8.2.2012 0:05

J. Raguth

Meinen sie jetzt die Anspielung auf den... mehr

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G. rud.v.rohr, adliswil
(shahan Frau)
Verfasst am: 7.2.2012 11:50

Da kann ich J. Zihlmann...

...nur beipflichten, wenn es mit der... mehr

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A. S., Swiss
(mycky Mann)
Verfasst am: 7.2.2012 8:25

Finanziert mit

Geldern der EU? Und darum auch mit deren... [1]  mehr

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