International
Athener Verhandlungsmarathon dauert an
Das Ringen um die Rettung des hoch verschuldeten Griechenlands geht weiter: Das geplante Treffen des Ministerpräsidenten Lucas Papademos mit den Parteichefs der Koalitionsparteien wurde auf Dienstag verschoben.
Papademos wird am Abend abermals die Experten der sogenannten «Troika» aus der EU, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen.
Im Zentrum der Verhandlungen stehen dabei die von den internationalen Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Sparanstrengungen. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Tagen hin. Sowohl in Brüssel als auch in Paris und Berlin ist die Geduld mit Griechenland am Ende.
Tausende Stellen werden gestrichen
Den Widerstand gegen die von den Schuldeninspektoren der «Troika» geforderten Stellenstreichungen hat die griechische Koalitionsregierung offenbar bereits aufgegeben.
Der griechische Minister für die Reform des öffentlichen Dienstes, Dimitris Reppas, gab bekannt, dass die Koalitionsparteien einem Abbau von 15'000 Arbeitsplätzen im Staatsdienst noch in diesem Jahr zustimmen würden.
Deutsch-französisches Gipfeltreffen
Der drohende Staatsbankrott Athens ist auch eines der beherrschenden Themen des deutsch-französischen Treffens in Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel reist mit zahlreichen Ministern zu Gesprächen mit Präsident Nicolas Sarkozy und französischen Regierungsvertretern. Lesen Sie hier mehr dazu.
Staatspleite droht
Knackpunkt in den Gesprächen vom Dienstag mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS) dürften die von der «Troika» verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sein. Diese könnten nach Gewerkschaftsangaben bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten.
Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung – andererseits droht die Staatspleite, wenn die Troika nicht den Weg für das geplante weitere Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro für Athen freigibt.
Parallel sind auch die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern – darunter Banken und Hedge-Fonds – über einen Schuldenschnitt in vollem Gang. Die Gespräche mit dem internationalen Bankenverband IIF dauern bereits seit Dezember an.
Streik am Dienstag
Aus Protest gegen neue drohende Kürzungen kündigten die Gewerkschaften für Dienstag einen spontanen Streik an. Welchen Umfang die Arbeitsniederlegung haben wird, ist noch unklar. «Es ist eine Katastrophe: Wir werden 25 Prozent unseres Einkommens verlieren», sagte ein Sprecher der Gewerkschaft des privaten Bereichs (GSEE).
(agenturen/hesa)



