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Afghanistan-Abzug 2014: Blattschuss vom Isaf-Chef
Nato-Soldaten werden auch nach 2014 am Hindukusch kämpfen, meint der Oberkommandierende der Afghanistan-Schutztruppe Isaf . Denn aus Gefechten könnten sich auch die Nato-Ausbilder nicht heraushalten. Derweil meldet die UNO, dass die Zahl ziviler Opfer im Land eine neue Rekordmarke erreicht hat.
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- SF Wissen: Afghanistan
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Zwar blieben die Nato-Soldaten später offiziell «nur» als Ausbilder von afghanischer Armee und Polizei im Land. Aber: «Wenn du ein afghanisches Bataillon im Gefecht berätst, stell Dir vor, dann bist Du selbst im Gefecht», sagte US-General John Allen der «Financial Times Deutschland» (FTD). Es werde «eine Unterscheidung vorgenommen, wo es nahezu keinen Unterschied gibt.»
«Selbst schiessen oder beim Schiessen helfen»
Ende 2014 soll die Verantwortung für die Sicherheit von der derzeit 130'000 Soldaten zählenden Isaf-Schutztruppe vollständig an die Armee und Polizei Afghanistans übergeben werden. Deutschland ist derzeit mit knapp 5000 Soldaten an dem Einsatz beteiligt.
«Die deutschen Spezialeinheiten sind sehr wichtig für die Ausbildung der afghanischen Armee», sagte Allen. Ferner hätten die USA, Deutschland, Grossbritannien und Frankreich den Afghanen die Entsendung nationaler Kontingente zugesagt. «Wir müssen uns noch darüber verständigen, ob wir selbst schiessen oder ihnen beim Schiessen helfen wollen», sagte Allen.
Schätzungen zufolge sollen laut FTD bis zu 40'000 Nato-Soldaten als Ausbilder in Afghanistan bleiben. Auch Deutsche sollen sich daran beteiligen.
Truppenreduzierung könnte Taliban stärken
Der Isaf-Chef erläuterte, dass Armee und Polizei Afghanistans schrumpfen sollten. Obwohl derzeit das Ziel ist, die afghanischen Sicherheitskräfte auf gut 350'000 Mann aufzustocken, sollten später nur rund 220'000 bis 230'000 Afghanen im Dienst sein, erläuterte Allen.
Er teile allerdings die Sorge, dass die Reduzierung der Armee den radikalislamischen Taliban Zulauf verschaffen könnte: «Wenn Du eine grosse Armee, die zu Konfliktzeiten aufgebaut wurde, in der Zeit nach dem Konflikt reduzierst, droht eine Instabilität.» Vor einem Wiedererstarken der Taliban und einem daraus resultierenden Chaos in seinem Land hatte bereits Präsident Karsai gewarnt.
Debatte in Paris verständlich
Verständnis äusserte der US-Militär für die Debatte in Frankreich über einen früheren Abzug aus Afghanistan. Paris hatte den nach einem tödlichen Anschlag auf vier seiner Soldaten ins Gespräch gebracht.
«Wenn Frankreich entscheidet, die Zahl der Soldaten oder die Art des Einsatzes zu ändern oder den Abzug zu beschleunigen, ist das eine nationale Entscheidung», sagte Allen.
Panetta irritierte Verbündete
Entgegen anderslautenden Darstellungen wollen die USA ihre Kampftruppen doch erst 2014 aus Afghanistan abziehen. Verteidigungsminister Leon Panetta stellte auf der Münchner Sicherheitskonferenz klar, dass die US-Truppen am Hindukusch wie vereinbart bis Ende 2014 kampfbereit bleiben werden. Demnach scheren die USA nicht aus der NATO-Planung für den Abzug aus.
Kurz vor der Konferenz hatte Panetta noch den Eindruck vermittelt, er wolle das Kampfeinsatz-Ende auf 2013 vorziehen. Bei den Verbündeten hatte er für massive Irritationen gesorgt.
«Vollständig kampfbereit»
Panetta erklärte, die internationale Schutztruppe ISAF werde die Sicherheitsverantwortung bis 2013 an die afghanische Armee und Polizei übergeben. Für die bis zu 18 Monate dauernde Übergangszeit bis Ende 2014 werde die Truppe aber weiterhin «vollständig kampfbereit» sein.
Bereits jetzt haben afghanische Armee und Polizei die Sicherheitsverantwortung für etwa 50 Prozent der Bevölkerung übernommen. In allen bereits übergebenen Gebieten werden sie aber weiterhin von ISAF-Truppen unterstützt. In Kabul haben die NATO-Truppen 2011 etwa Grossangriffe der Taliban auf ein Hotel und das Botschaftsviertel zusammen mit den Afghanen abgewehrt.
UNO-Bericht: Immer mehr zivile Opfer
Laut einem UNO-Bericht hat der Afghanistan-Konflikt im vergangenen Jahr 3021 Zivilisten das Leben gekostet, so viele wie seit fünf Jahren nicht. Die Zahl der zivilen Opfer in dem Land steigt seit 2007 kontinuierlich, wie die UNO-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) erklärte.
Für etwa 77 Prozent der Tötungen seien Angriffe der Aufständischen verantwortlich. Truppen der afghanischen Regierung oder Mitglieder der internationalen Schutztruppe Isaf töteten demnach im Jahr 2011 410 Zivilisten.
Taliban widersprechen UNO-Angaben
Die Taliban wiesen die von den Vereinten Nationen genannten Opferzahlen zurück. In einer im Internet veröffentlichten Botschaft warf ein Talibansprecher der UNO vor, mit der Statistik ziviler Opfer in dem Land «Verbrechen der ausländischen Invasionstruppen» verschleiern zu wollen.
Talibansprecher Sabiullah Mudschahid nannte es «überraschend», dass die UNO-Organisation nur 63 Opfer von nächtlichen Angriffen der Nato-Truppen gezählt hätten. Die Aufständischen hätten mindestens 374 Tote nach solchen Angriffen registriert.
(agenturen/sf/halp)
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 6.2.2012 7:33
Afghanistankrieg,
auch so eine nutzlose Sache, die uns die Rechten,... [1] mehr
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G. Blut
)
(fb_100003398921273
Verfasst am: 6.2.2012 3:48
was labert da Lingner
über Afghanistan und Bin Ladens Tod in Pakistan... mehr
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