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Ethos-Stiftung kritisiert Novartis-Verwaltungsräte

Sonntag, 5. Februar 2012, 16:14 Uhr

Die Schweizer Anlagestiftung Ethos ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber überzogenen Managerlöhnen und ungerechtfertiger Boni. Das bekommen jetzt auch zwei Novartis-Verwaltungsräte zu spüren.

Bild Logo der Anlagestiftung Ethos.
Die Ethos-Stiftung wirft den Verwaltungsräten vor, trotz Entlassungen Novartis-Chef Jimenez höher entlohnt zu haben als im Jahr zuvor. keystone

Die Anlagestiftung Ethos ist an der Generalversammlung vom 23. Februar gegen die Wiederwahl von Wiliam Brody und Srikant Datar in den Verwaltungsrat von Novartis. Als Grund nennt Ethos-Direktor Dominique Biedermann ihre Rollen als Mitglieder des Entschädigungsausschusses.

Brody und Datar seien verantwortlich dafür, dass Novartis-Chef Joe Jimenez mit einer rund 16 Prozent höheren Summe als noch im Vorjahr entschädigt werde, so Biedermann im Interview mit «Matin Dimanche».

Stiftung für nachhaltige Investitionen

Ethos ist eine Schweizer Anlagestiftung, die 1997 von zwei Genfer Pensionskassen gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, die anvertrauten Gelder nach ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten zu investieren. Bei Unternehmen, in welche die Gelder investiert sind, tritt sie für eine verantwortungsbewusste Ausübung des Stimmrechts für Aktionäre ein.

Fixanteile und variable Vergütungen zusammengerechnet werde Jimenez 15 Mio. Fr. erhalten. 2010 waren es noch 12,9 Mio. Franken. Zudem lasse das Vergütungssystem zu, dass Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella für 2011 mit mehr als 12 Millionen entschädigt werde. Unter Berücksichtigung des Stellenabbaus sei dies unangemessen.

Bereits vergangenen Woche hatte Biedermann an einer Veranstaltung in Zürich angekündigt, bei Novartis auf diese Art zu protestieren, denn beim Pharmaunternehmen können Aktionäre nur alle drei Jahre über das Vergütungssystem abstimmen. Im vergangenen Jahr stimmten 39 Prozent gegen das Vergütungssystem.

(sda/maiu)

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