Krise im Euro-Land
Venizelos: «Stunde der Wahrheit» in Griechenland
Seit Wochen wird in Griechenland versucht, offene Fragen wie etwa die nach dem Umfang eines Schuldenschnitts zu beantworten. Der Verhandlungs-Marathon mit der Troika geht nun in die nächste Runde. Finanzministers Evangelos Venizelos will bis zum späten Sonntagabend eine Einigung erzielt haben.
- 10.01.12: Das lange Hin und Her um die Milliardenhilfe für Griechenland
- 29.01.12: Griechenland-Krise: Papademos nimmt Koalition ins Gebet
- 29.01.12: Euro-Schuldenkrise: Lösung in Sicht, Töne werden rauher
- 28.01.12: Neue Verhandlungen über Schuldenschnitt
- 23.01.12: Finanzminister beraten über Griechenland-Krise und Schuldenschnitt
Artikel bewerten
Artikel teilen
In Athen sind die seit Wochen andauernden Gespräche über einen Schuldenschnitt und weitere Milliardenhilfen der internationalen Kreditgeber in eine neue Runde gegangen. Finanzministers Evangelos Venizelos verhandelte bis in die frühen Morgenstunden mit Experten der sogenannten Troika aus Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB).
Auch wenn man sich bei einigen Themen geeinigt hat, so bleiben doch noch viele Fragen offen, erklärte Venizelos. Die Fortschritte Griechenlands bei den Reformbemühungen sind eine Voraussetzung für das geplante zweite Rettungspaket im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro. Eine Einigung in allen Fragen müsse bis Sonntagabend erreicht werden, so Venizelos weiter und sprach gar von der «Stunde der Wahrheit».
«Der Prozess muss morgen Abend abgeschlossen sein – alle Themen, alle Zusagen», sagte Venizelos. «Wir sind an einem Punkt, an dem wir Entscheidungen treffen und uns dazu verpflichten müssen», erklärte er.
Tiefere Löhne und Entlassungen
Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos wollte sich derweil mit Vertretern der Parteien, die seine Regierung unterstützen, treffen, um weitere Sparmassnahmen zu diskutieren. Diese sollen vor allem den privaten Sektor betreffen und nach Schätzungen der Gewerkschaften bis zu 25 Prozent weniger Lohn mit sich bringen. Zudem sollen bis 2015 etwa 150'000 Staatsbedienstete entlassen werden.
Auch Finanzminister Evangelos traf sich mit seinen Ministerkollegen aus den Ressorts Gesundheit, Arbeit, Verteidigung, Inneres und öffentlicher Dienst, um über die geforderten Gehaltskürzungen im Privatsektor und einen schnelleren Personalabbau einschliesslich Kündigungen im öffentlichen Dienst zu beraten.
Freiwilliger Schuldenschnitt unabdingbar
Der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, und möglicherweise auch dessen Vorsitzender, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, sollten sich unterdessen mit Papademos in Athen treffen – Thema des Gesprächs: der Schuldenschnitt. Eine Einigung auf einen freiwilligen Schuldenschnitt mit den privaten Gläubigern, darunter Banken und Hedge Fonds, ist nämlich eine weitere Voraussetzung für erneute Hilfen der Troika.
Parallel war eine Debatte über eine mögliche Beteiligung der EZB entfacht, die Schätzungen zufolge der grösste Gläubiger Athens ist. Nach einem Bericht der griechische Zeitung «Ta Nea» könnte das Volumen des Schuldenschnitts mit EZB-Beteiligung von 100 auf 170 Milliarden Euro ausgeweitet werden.
Beteiligung öffentlicher Gläubiger gefordert
Dem Bericht zufolge sollen 147 Milliarden Euro auf die privaten Gläubiger und 23 Milliarden Euro auf öffentliche wie die Notenbank entfallen. Dies wollte das Finanzministerium in Athen nicht kommentieren. Deutsche Politiker sehen derweil eine Beteiligung öffentlicher Gläubiger als unabdingbar, denn «wir wollen nicht, dass die öffentlichen Gläubiger an Griechenland verdienen. Das wäre aber der Fall, wenn sie beim Schuldenschnitt nicht mitmachen würden», sagte etwa Jürgen Trittin, Fraktionschef der Grünen, gegenüber der «Rheinischen Post».
(dpa/sda/muep)
Kommentar verfassen
Um einen Leser-Kommentar zu verfassen, müssen Sie sich
hier kostenlos anmelden.
Meldungen im Tagesverlauf
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
- Promis geben in Monaco Vollgas
- Wegpauschale nicht immer zulässig
- Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
- Milliarden-Spritze für griechische Banken
- «Oranje» und Co. noch nicht in EURO-Form
- Opfer bei abgestürztem Kleinflugzeug in Deutschland sind vermutlich Schweizer
- Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
- Tunesischer Präsident will Potentatengelder zurück
- Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
- Miami Heat legen im Conference-Final vor
- Brandkatastrophe in Katar fordert 19 Todesopfer
- Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine


Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
Milliarden-Spritze für griechische Banken
Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
Opfer bei abgestürztem Kleinflugzeug in Deutschland sind vermutlich Schweizer
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten
Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe






















W. Hilber, Romanshorn
)
(Walaby
Verfasst am: 4.2.2012 18:11
Stunde der Wahrheit...?
...welcher Wahrheit ? der griechischen Wahrheit?... mehr
Zustimmen — 16 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten