International
Blutbad in Homs durch syrische Sicherheitskräfte
Kurz vor einer Entscheidung des UNO-Sicherheitsrats richtete die syrische Armee offenbar ein Blutbad in Homs an. Zwischen 260 und mehr als 330 Menschen sollen nach Berichten arabischer Fernsehsender getötet worden sein.
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Hunderte Menschen seien in Homs im Viertel al-Chalidija zudem verletzt worden, erklärte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Deren Leiter Rami Abderrahman sagte, es habe ein «regelrechtes Massaker» stattgefunden und forderte eine «sofortige Intervention» der Arabischen Liga
«Sie brauchen Hilfe, wir können sie aber nicht erreichen»
Auch ein Bewohner der Stadt sprach laut CNN von einem «Massaker». «Es sind so viele Menschen auf den Strassen, die verletzt sind und sie brauchen Hilfe, aber wir können sie nicht erreichen, um ihnen zu helfen», sagte Abu Abdo Alhomsy dem Sender.
Scharfschützen seien im Einsatz. «Sie sind bereit, uns alle zu töten. Sie haben kein Problem damit, es zu tun. Bitte, wir rufen die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf.» Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder, berichtete CNN.
Die arabischen Nachrichtensender Al-Arabija und Al-Dschasira zeigten Bilder von dutzenden Leichen am Boden. Mehr als 1300 Menschen seien während des stundenlangen Beschusses der Stadt verletzt worden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen werde.
Russland vor Kurswechsel?
Die jüngste Gewaltwelle in Syrien scheint auch eine Kursänderung Russlands zur Folge zu haben. Am Dienstag wird Aussenminister Sergej Lawrow zu Gesprächen nach Damaskus reisen. Bisher galt Russland, neben China, als einer der wenigen Verbündeten des Assa-Regimes. Am Rande der Sicherheitskonferenz von München relativierte Lawrow aber: «Wir sind keine Freunde von Herrn Assad». Allerdings dürfe man sich nicht in die inneren Angelegenheiten eines Staates einmischen.
Ein Aktivist in Homs sagte dem Sender, er könne die genaue Zahl von Toten nicht bestätigen. Es seien viele getötet worden. Ein Arzt in einem Krankenhaus erklärte, es würden dringend Blutspenden benötigt. «Wir sehen uns einer Tötungsmaschine gegenüber, Menschen sterben», sagte er dem Sender am Telefon. Die Soldaten von Präsident Baschar Al-Assad würden Mörsergranaten abschiessen, hiess es weiter.
Gewaltexzess
Nach Informationen der Korrespondentin des Senders im Libanon attackierten vor dem Gewaltexzess Mitglieder der Freien Syrischen Armee Kontrollpunkte der regulären Truppen. Dabei seien etwa zehn Soldaten ums Leben gekommen. Danach sei offensichtlich ein Stadtteil von Homs ständig beschossen worden. Mehrere Häuser seien zerstört worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite für die Angaben aus Syrien gab es nicht.
Bei Al-Dschasira hiess es weiter, es würden Blutspenden, Medikamente und medizinisches Personal benötigt. Das Zentralkrankenhaus sei völlig überlastet. In Moscheen seien provisorische Lazarette eingerichtet worden.
Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden zudem in Rastan, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, am späten Freitagabend zwei Zivilisten getötet. Acht Deserteure der Armee seien in verschiedenen Landesteilen getötet worden. Damit starben den Angaben zufolge allein am Freitag mindestens 92 Menschen in Syrien.
Erneut Syrien-Resolution geplatzt
Russland und China haben die jüngste Syrien-Resolution mit seinem Veto blockiert. Sie stimmte an einer Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates zusammen mit China in New York trotz einer grossen Mehrheit gegen einen von Arabern und Europäern unterstützten Entwurf. Lesen Sie hier mehr dazu.
Kämpfe jetzt auch in Aleppo
Am Freitag kam es nach Angaben von Aktivisten auch in der Provinz Aleppo zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Oppositionellen und Regierungstruppen. Acht Zivilisten wurden demnach getötet. In Aleppo hatte es in den ersten Monaten des Aufstandes kaum Proteste gegen Assad gegeben.Arabische TV-Sender strahlten am Freitag ein Video aus, das ihren Angaben zufolge eine Gruppe von Deserteuren aus Aleppo zeigt. Ihr Anführer erklärt, die Truppen des Regimes seien für ihn und seine Männer ein legitimes Angriffsziel.
Die Oppositionelle Suhair al-Atassi sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, inzwischen seien auch einige hochrangige Funktionäre des Regimes aus der alawitischen Minderheit bereit, sich der Revolution anzuschliessen. Sie forderten aber Garantien, weil sie Angst um ihr Leben und um ihre Familien hätten.Der Assad-Clan gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, aus deren Reihen sich die regimetreuen Schabiha-Milizen rekrutieren.
Bericht: Auch Kinder gefoltert
In der Provinz Daraa töteten Deserteure laut der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter acht Soldaten. Landesweit seien am Freitag insgesamt 28 Zivilisten getötet worden, hiess es. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, in der Provinz Idlib seien zwei 12 und 14 Jahre alte Jungen ums Leben gekommen, als «Terroristen» eine ferngezündete Bombe zur Explosion brachten.
Menschenrechtler wiederum erklärten, dass die syrischen Streitkräfte auch Kinder und Jugendliche festgenommen und gefoltert hätten. Es seien mindestens zwölf Fälle bekannt, in denen Minderjährige unter unmenschlichen Haftbedingungen festgehalten worden seien, hiess es in einem Bericht von Human Rights Watch.
In einem Fall berichteten die Eltern eines 13-jährigen Jungen aus der Küstenstadt Latakia laut Human Rights Watch (HRW), ihr Sohn sei im Dezember festgenommen und neun Tage lang inhaftiert worden. Er sei in Haft mit heissem Wasser übergossen worden. Die Behörden hätten ihm vorgeworfen, Fotos des Präsidenten verbrannt zu haben.
Hamas-Führung verlässt Syrien
Seit Beginn der Proteste gegen Assad im März 2011 sollen bis zu 6700 Menschen getötet worden sein. Die gesamte Exil-Führung der radikal-islamischen Hamas-Bewegung habe sich bereits vor zwei Wochen aus Syrien abgesetzt, hiess es.
Politbüro-Chef Chalid Meschaal habe sich in Katar niedergelassen, berichtete ein palästinensischer Funktionär. Die restlichen Spitzenfunktionäre der Bewegung, die den Gazastreifen kontrolliert, hätten Jordanien und Ägypten angesteuert.
Syrische Botschaft in Berlin gestürmt
Demonstranten sind am Freitag in die syrische Botschaft in Berlin eingedrungen und haben dort Teile der Einrichtung demoliert. Wie die Polizei mitteilte, brachen rund 20 Personen am Nachmittag die Eingangstür auf und stürmten in das Gebäude in Tiergarten. Dann seien Scheiben eingeschmissen und Möbel zerstört worden, sagte ein Sprecher. Die alarmierte Polizei konnte die Randalierer festnehmen.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes verurteilte den Vorfall «auf das Schärfste». Die Bundesregierung nehme ihre Verantwortung für die Sicherheit aller diplomatischen und konsularischen Vertretungen in Deutschland sehr ernst. «Übergriffe auf Botschaften und Konsulate müssen mit aller Konsequenz verfolgt werden», hiess es in einer Mitteilung. Der Nahost-Beauftragte des Auswärtigen Amtes, Botschafter Boris Ruge, habe mit dem syrischen Botschafter telefoniert und sein Bedauern über den Vorgang zum Ausdruck gebracht.
(agenturen/halp/maiu)
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M. Vreni, Chur
)
(vreni77
Verfasst am: 5.2.2012 9:50
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Der Kommunismuss ist immer noch da. Es ist genau... mehr
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P. Feher, Geuensee
)
(Spartakus
Verfasst am: 4.2.2012 18:22
Wer sagt, dass diese Meldungen
nicht gefakt sind? Anscheinend gehen die 300... mehr
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U. Sahli, Rubigen
)
(c-i.19
Verfasst am: 4.2.2012 14:42
M. Gasser, Freiburg
Das russische Volk sagt nichts dazu. Warum? Weil... mehr
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