Inhalt

Vermischtes

Schwindel um Lourdes-Heilwasser aufgeflogen

Freitag, 3. Februar 2012, 16:05 Uhr

In Italien sind Gläubige einem bandenmässigen Betrug um Wasser aus dem Wallfahrtsort Lourdes aufgesessen. Heilende Wirkung sollte das für teures Geld verkaufte Elixier haben – de facto handelte es sich um Leitungswasser. Heilende Wirkung wird diesem aber nur selten nachgesagt.

Bild

Eine findige Biologin wollte sich offenbar ihre Rente aufhübschen, indem sie in mehreren Städten Arztpraxen eröffnete. Behandelt wurden Patienten dort mit angeblichem Heilwasser aus den Wallfahrtsorten Lourdes (Frankreich), Fatima (Portugal) und Medjugorie (Bosnien-Herzegowina).

Interdisziplinärer Betrug

International also die Auswahl, aber nicht umsonst und vor allem nicht auf Rezept: Ein Fläschchen mit Heilwasser kostete schlappe 200 Euro. Dabei handelte es sich um normales Leitungswasser, wie die Ermittler feststellten.

Immerhin 500 Patienten aus ganz Italien fielen auf das Angebot herein. Die Betreiber der Arztpraxen warben im Internet für ihre Heilmethoden, wo sie sich als hoch qualifiziertes und interdisziplinäres Team von Ärzten, Biologen und Physikern präsentierten.

«Harmonisierung der Materie» durch Heilwasser

Den Patienten machte die 71-jährige Biologin glaubhaft, dass sie eine innovative Technik zur «Harmonisierung der Materie» entwickelt habe. Und die könne natürlich auch Krebs heilen. Sie organisierte sogar Kurse für Anhänger ihrer neuen Therapieform, wie die Ermittler berichteten.

Nach der Anzeige eines Patienten leitete die Staatsanwaltschaft Ancona nun Ermittlungen gegen die Frau und 38 ihrer Helfer ein. Die Biologin besitzt inzwischen Immobilien im Wert von drei Millionen Euro. Gute Nachrichten für ihre Opfer immerhin: Der Schadenersatz ist finanzierbar.

(sda/falt)