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Steuerstreit: USA klagen Bank Wegelin an

Freitag, 3. Februar 2012, 0:12 Uhr, Aktualisiert 21:14 Uhr

Das US-Justizdepartement hat die Bank Wegelin wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt. Zugleich wurden bei der UBS, die für Wegelin in den USA als Korrespondenzbank auftritt, 16 Mio. Dollar eingezogen. Anfang Januar wurden in den USA bereits drei Mitarbeiter der Privatbank angeklagt.

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Wegelin konnte 70 US-Kunden von der UBS übernehmen. (Tagesschau, 03.02.12, 19.30)

Laut der Anklage hat sich die Bank an einer Verschwörung beteiligt, durch die über 1,2 Mrd. Dollar vor den Steuerbehörden IRS verborgen wurden. Die Bank habe es amerikanischen Kunden erleichtert, das Geld vor dem Zugriff der IRS zu schützen.

Gelder bei UBS beschlagnahmt

Das Justizdepartement teilte mit, es sei dies das erste Mal, dass eine Bank, die keine Vertretung in den USA betreibt, in Sachen Steuersünden angeklagt werde. Gleichzeitig mit der Einreichung der Klage wurden bei der Korrespondenzbank der Wegelin in den USA, der UBS, 16 Mio. Dollar beschlagnahmt. Dies sei durch eine richterliche Anordnung in Verwirkungsfällen geschehen, teilte das Justizdepartement mit.

Bild Schild mit dem Logo der Bank Wegelin & Co.
Mit der Bank Wegelin & Co. gerät erstmals eine Bank ins Visier der US-Behörden, die dort gar keine Niederlassung besitzt. reuters

Im Zuge der IRS-Untersuchung gegen die UBS haben höhere Mitglieder der Bank Wegelin entschieden, in das illegale Geschäft einzusteigen, aus dem die UBS ausstieg, schreiben die US-Behörden. Die Banker sind dabei mit der Gründung von Scheinfirmen vorgegangen wie davor ihre UBS-Kollegen.

Politik und Banken müssen nun handeln

«Eine systematische Strategie der US-Justiz gegen Schweizer Banken konnte ich bisher nicht erkennen», sagte Haig Simonian, Schweiz-Korrespondent der «Financial Times» zu «SF Online». Ob die USA künftig den Druck auf den hiesigen Finanzplatz erhöhen werde, bleibe deshalb offen. «Sollte die USA aber weitere Schweizer Banken anklagen, dann würden sie kleinere, nicht systemrelevante Institute ins Visier nehmen. Sicher ist, dass die Politik und die Banken nun energisch handeln müssen, denn mehr Anklagen würden eine Bedrohung für den Finanzplatz Schweiz sein.»

Manager sollen Kunden getroffen haben 

Banker wie die bereits angeklagten Wegelin-Mitarbeiter hätten verschiedenen US-Kunden gesagt, dass die undeklarierten Konten dem amerikanischen Steueramt nicht preisgegeben würden. Wegelin habe den Kunden gesagt, die Privatbank pflege eine lange Tradition des Bankgeheimnis, heisst es in der Klage.

Spiel mit dem Feuer

Mindestens drei Wegelin-Mitarbeiter kannten sich im Rechtsstreit mit den USA hervorragend aus – und verschlossen die Augen vor den Risiken. Einer von ihnen arbeitet inzwischen bei der neu gegründeten Bank Notenstein, wie «Eco» berichtet.

US-Kunden der UBS seien mit dem Argument angelockt worden, Wegelin habe keine Niederlassung in den USA und sei darum dem Druck der IRS weniger ausgesetzt. Teile des Managements der Bank hätten sich persönlich mit den US-Kunden getroffen.

Staatsanwalt: Kristallklare Botschaft

«Die heute eingereichte Klage macht deutlich, dass wir nicht nur US-Steuerzahler bestrafen wollen, die das Steuerrecht verletzen, sondern auch die Unternehmen und deren Mitarbeiter, die solchen Verbrechen zudienen», sagte der New Yorker Bezirks-Staatsanwalt Preet Bharara. Die Wegelin-Manager hätten sich durch die kristallklare Botschaft, die der UBS-Fall gesandt habe, keineswegs abschrecken lassen.

«Der Streit wird nicht mit dem Fall Wegelin enden» (Tagesschau, 03.02.12, 19.30)

Weitere Klagen könnten folgen

Nach Einschätzung von Beat Soltermann, US-Korrespondent SR DRS, könnte die Klage gegen die Bank Wegelin Folgen für weitere Schweizer Banken haben. Lesen Sie hier mehr dazu.

Die Wegelin-Vertreter sind aufgefordert, bereits am 10. Februar im südlichen Bezirksgericht von New York zu erscheinen.

An US-Druck zerbrochen

Die Privatbank Wegelin war letzte Woche unter dem Druck der US-Steuerbehörden zerfallen und hatte den Grossteil ihres Geschäfts an die Raiffeisengruppe verkauft. Das US-Geschäft blieb bei den bisherigen Teilhabern.

«Der Verkauf rettete die Schweizer Kunden». (Tagesschau, 03.02.12, 12.45)

Die Auseinandersetzung mit den US-Behörden hätten die Bank in eine «ungeheuer schwierige und existenzbedrohende Lage» gebracht, begründete die St. Galler Privatbank die Zerschlagung der Bank.

(sda/buet)

Kommentare aktiv...

M. Zelger, Stans
(Marlene.Zelger Frau)
Verfasst am: 4.2.2012 22:39

Êinmarsch fremder Truppen

Die Bank Wegelin war eine reine Schweizer Bank... mehr

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S. Saxer, Basel
(sebra7 Mann)
Verfasst am: 4.2.2012 20:44

Irgendwie ist die Frau Bundesrätin...

... einfach eine doppel 0. Frau EWS was ist... [1]  mehr

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I. Ndlovu, Mbombela/NST
(Igwenya Mann)
Verfasst am: 4.2.2012 9:18

Leute... der Steuerstreit kann UNS...

...dem Normalbuerger schaden! Und das... mehr

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