International
SF-Korrespondent: «Die Ausschreitungen in Ägypten waren politisch motiviert»
Fussball-Drama mit vielen Toten in Ägypten. «Das hat mit Fussball nichts zu tun. Das ist Krieg», sagte ein Spieler der Gästemannschaft Al-Ahly. «Die Vermutung liegt tatsächlich nahe», erklärt SF-Korrespondent Pascal Weber, der von Rache der Armee und der Polizei spricht.
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«Es war schon lange bekannt, dass die Armee und die Polizei auf Rache brannten nach ihrer Niederlage im Arabischen Frühling», sagt SF-Korrespondent Pascal Weber in Kairo gegenüber «SF Online».
«Die Hardcore-Fans von Al-Ahly nahmen während der Revolution eine wichtige Rolle ein», so Weber weiter. Die Al-Ahly-Ultras waren an den Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz sehr oft beteiligt gewesen und federführend bei den Ausschreitungen gegen die Polizei und die Armee.
Über 70 Tote bei Fussballspiel in Ägypten
In Ägypten sind bei Zusammenstössen in einem Fussballstadion mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Lesen sie mehr hier.
«Seither besteht eine Art Vendetta zwischen den Ultras dieses Klubs und der Polizei», erklärt Weber. Die Vermutung, dass die Ausschreitungen inszeniert und politisch motiviert gewesen seien, liege daher nahe. Nachrichten auf Facebook und Twitter würden diese Vermutung weiter bestätigen.
«Geplanter Krieg»
Der Mannschaftsarzt von Al-Ahly wurde auf der Internetseite «Egypt Independent» mit ebenso drastischen Worten zitiert: «Das ist Krieg, der geplant war.» Der Mediziner sprach von Chaos und forderte eine umgehende Untersuchung.
Auf den Videobildern ist zu erkennen, dass die Fans des siegreichen Gastgebers al-Masri Jagd machen auf die Spieler, Funktionäre und Fans von Al-Ahly. Die Polizei schritt dabei nicht entschieden ein.
Der Abgeordnete Essam al-Erian erklärte auf der Internetseite seiner von den Muslimbrüdern gegründeten Partei der Freiheit und Gerechtigkeit, die Ereignisse in Port Said seien «geplant» gewesen. Sie seien eine «Botschaft der Anhänger des alten Regimes».
Der Staatsanwalt ordnete sofortige Ermittlungen an. Zudem wird sich das Parlament am Donnerstag auf einer Sondersitzung mit den Krawallen befassen.
(sf/koua)
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