Vermischtes
So macht «Dieter» uns das Leben schwer
Das Auto will und will nicht anspringen. Die Nase tropft. Die Finger brennen vor Kälte. Beim Joggen schmerzt die Lunge. Und dann rutscht man auf den vereisten Strassen und Wegen auch noch aus. So schön er auch anzusehen sein mag – Winter kann nerven!
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Der Winter liess hierzulande lange auf sich warten. Nun ist er da, und wie! Der Übeltäter kommt aus dem Osten und heisst «Dieter».
Im Goms im Oberwallis liess das Hoch die Temperatur auf einen Wert von -26,2 Grad absacken. Im Mittelland lagen die Temperaturen bei -4 bis -8 Grad, wie «SF Meteo» berichtet.
Den Höhepunkt der Kältewelle erleben wir am Wochenende. Dann gibt es im Mittelland Tageshöchstwerte zwischen -8 und -11 Grad, in der Nacht sinken die Temperaturen in den Hochtälern auf Werte unter -30 Grad.
Bise geht durch Mark und Bein
Das ist noch nicht alles. Als ob «Dieters» eisiger Hauch nicht schon genug wäre, gibt es als Zugabe noch eine kräftige Bise. Der sog. Windchill sorgt dann dafür, dass die Kälte noch viel grimmiger empfunden wird. Am Bodensee dürfte die gefühlte Temperatur am Samstag zeitweise auf -25 Grad zurückgehen. Am Genfersee ergibt der Windchillfaktor einen Tiefstwert von -21 Grad.
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Noch härter trifft es den Chasseral. Auf dem rund 1600 Meter hohen Juraberg dürfte die gefühlte Temperatur dank Bisensturm in der Nacht auf Samstag auf -40 Grad zurückgehen. (Zum Windchill-Rechner von «SF Meteo» geht es hier).
Das Piercing besser rausnehmen
Wer raus geht, tut also gut daran, sich warm einzupacken. Besonders den Kopf sollte man ganz gut schützen – über ihn geht fast die Hälfte der Körperwärme verloren. Handschuhe schaden sicher auch nicht.
Die ganz Harten lassen sich von «Dieter» selbstverständlich nicht abschrecken – und gehen auch bei arktischer Kälte auf die tägliche Laufrunde. Schönheit muss bekanntlich leiden. Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich, wie Mediziner warnen (mehr dazu hier).
Fürs Schlittschuhlaufen abseits der Eisbahnen reicht es übrigens nicht. Dafür müsste es noch viel länger sibirisch bleiben.
Eine besondere Gefahr hält «Dieter» für all jene bereit, die sich gerne mit Piercings oder Ohrringen zieren. Fallen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, kühlen sie sich stark ab. Für empfindliches Gewebe (etwa um die Ohren, den Mund oder die Nase) ist das gefährlich. Der Schmuck könnte für Erfrierungen sorgen oder gleich selbst festfrieren.
«Courant normal» auf Baustellen
Glücklich kann sich schätzen, wer da nicht raus muss. Doch was ist mit denjenigen, die keine Wahl haben, etwa Bauarbeiter? Der Baumeisterverband winkt ab. Natürlich brauche es gute, warme Kleider. Ansonsten sei das kein Problem: «Die Leute auf dem Bau wissen, wie man mit Kälte umgeht.»
Das Gesetz macht übrigens keine Vorschriften für Arbeiten bei Kälte im Freien. «Dieter» könnte aber dennoch einige Arbeiten verhindern, etwa den Aushub von Fundamenten im gefrorenen Boden oder Beton-Arbeiten.
«Elefanten spielen gern im Schnee»
Im Zweifelsfall lieber an behaglicher Wärme, das gilt auch für Tiere. Zumindest für diejenigen, deren natürlicher Lebensraum in den Tropen liegt und die naturgemäss keine sehr gute Wärmeregulation haben. Also beispielsweise Vögel aus dem Regenwald, Ameisenbären oder auch Zwergflusspferde, wie Alex Rübel, Direktor des Zoos Zürich, erklärt.
Und die Elefanten mit ihren riesengrossen Ohren? Für sie, sollte man denken, muss Eiseskälte doch besonders unangenehm sein. Weit gefehlt! «Elefanten mögen den Schnee», sagt Rübel. Ab und zu müssten sie halt an die Wärme – wie Menschen auch. Gefährlich sei es für sie nur, wenn es nicht nur kalt, sondern gleichzeitig feucht sei.
Und dann gibt es im Zoo natürlich auch die absoluten «Kälte-Fans». Pinguine natürlich («sie legen sich schon mal auf den Bauch und rutschen übers Eis»), aber auch Fischotter.
Auto, Bahn, Flugzeug
Bei tiefen Temperaturen sinkt die Leistungsfähigkeit von Autobatterien. Insbesondere ältere Modelle können den Geist schnell aufgeben. Diesel dickt bei tiefen Temperaturen ein. Zusätze im sog. «Winterdiesel» verhindern, dass dies passiert.
Bei der SBB stehen am Wochenende 360 Personen zusätzlich im Einsatz. Sie sollen Weichen enteisen, Geleise vom Schnee befreien oder Eiszapfen zerschlagen. Das Rollmaterial und die sonstige Bahninfrastruktur sind so konstruiert, dass sie Temperaturen von bis zu minus 20 Grad aushalten.
Wenig Sorgen machen sich die Flughäfen. Für Flugzeuge sind tiefe Temperaturen, anders als Schnee, kein Problem. Einzig das Enteisen der Flugzeuge dauert länger.
Finger weg vom Alkohol!
So richtig lebensbedrohlich wird die Kälte für diejenigen, die kein Dach über dem Kopf haben. Verschiedene Kantone haben deshalb Massnahmen ergriffen.
Das Sozialdepartement der Stadt Zürich beispielsweise schickt in jedem Winter «Kältepatrouillen» auf den Weg. Diese suchen einschlägige Plätze auf, die als Rückzugsorte von Obdachlosen bekannt sind.
Eine solche Patrouille gibt es auch in Bern. Dort macht man sich aber nicht in erster Linie um die Obdachlosen sorgen. Die seien in der Regel gut ausgerüstet, und zu ihnen bestehe Kontakt. Gefährdet sei jedoch das häufig nur sehr leicht bekleidete und zuweilen alkoholisierte junge Partyvolk.
Auch in der Westschweiz hat man sich gerüstet. In Lausanne und Genf wurden in den Notunterkünften zusätzliche Betten bereitgestellt.
Kältetote in Europa
Besonders stark betroffen von der Kältewelle sind die Länder im Osten Europas. Allein in der Ukraine sind in den letzten fünf Tagen 30 Menschen erfroren. Tote gab es auch in Polen, Bulgarien, Rumänien oder Litauen. Aber auch in südlichen Gefilden ist es ungewöhnlich kalt. Im Norden Griechenlands wurden Temperaturen von -12 Grad gemessen.
(sf/schl)
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W. Eiselen, Sarnen
)
(weisel35
Verfasst am: 1.2.2012 21:47
Herzenswärme
Das viele Papier, welches nun wegen eines doch... mehr
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M. Holzhammer, Birmensdorf
)
(Wueribach
Verfasst am: 1.2.2012 16:40
Übeltäter
Warum wird der Winter (siehe oben)Übeltäter... mehr
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T. Kaufmann, Graenichen
)
(Swiss1963
Verfasst am: 1.2.2012 15:52
Eine kleine Frage....
Schoenheit muss leiden?? Und darum geht man,... [1] mehr
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