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70 Tote bei Fussballspiel in Ägypten – Proteste in Kairo

Mittwoch, 1. Februar 2012, 20:55 Uhr, Aktualisiert 21:52 Uhr

In Ägypten sind bei Zusammenstössen in einem Fussballstadion mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Die ägyptische Regierung hat für heute ein Krisentreffen anberaumt. Hunderte Ägypter gingen in Kairo auf die Strasse.

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Die Ausschreitungen begannen nach einem Spiel der ägyptischen Teams Al-Ahli und Al-Masri in der Stadt Port Said. Nach Abpfiff stürmten Hunderte Fans auf das Spielfeld und griffen Spieler an. Unter den 73 Toten sollen auch Sicherheitskräfte sein.

Der Leiter eines Krankenhauses in Port Said, Hassan al-Isnawi, sagte der Zeitung «Al-Ahram» (online), viele seien erdrückt worden. Der Mannschaftsarzt von Al-Ahli wurde von der Zeitung «Al-Masry Al-Youm» mit den Worten zitiert: «Das ist Krieg und kein Fussball.»

Verletzte mit Stichwunden

Auch einige Spieler wurden verletzt, obwohl sie von Polizisten geschützt und die Mannschaften schnell in die Kabinen in Sicherheit gebracht wurden. Hassan al-Isnawi, Leiter des Krankenhauses in Port Said, sagte gegenüber der Zeitung Al-Ahram, dass viele Zuschauer erdrückt worden seien. Andere erlagen ihren Stichwunden.

Die Matchbesucher stürmten den Platz und machten Jagd auf Spieler. (unkommentiert)

Fussballer wollen nie wieder spielen

Die Spieler der Kairoer Fussballmannschaft Al-Ahli wollen sich nach den Ausschreitungen mit mindestens 74 Toten bei einer Auswärtspartie in Port Said offenbar aus dem Profisport zurückziehen.
 
«Es ist vorbei. Wir haben alle eine Entscheidung getroffen, dass wir nie mehr wieder Fussball spielen werden», sagte Torwart Scharif Ikrami dem privaten Fernsehsender ONTV.
 
Tote und Verwundete seien in die Umkleidekabine getragen worden. «Da sind Leute vor unseren Augen gestorben», sagte Ikrami, der selbst bei den Krawallen verletzt wurde. Wie könne es möglich sein, da wieder Fussball zu spielen. «Wir können überhaupt nicht daran denken.»

Nahaufnahme Weber.

«Ausschreitungen politisch motiviert»

Nach Ansicht von SF-Korrespondent Pascal Weber in Kairo waren die Ausschreitungen politisch motiviert. Die Polizei und die Armee würden schon lange nach Rache brennen nach der Niederlage während der Revolution. Lesen sie mehr dazu hier.

In Kairo wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls das Spiel zwischen Al-Ismailiya und Zamalek vom Schiedsrichter abgebrochen. Das ägyptische Staatsfernsehen zeigte wenig später Bilder, auf denen einige Teile des Kairoer Stadions in Flammen standen. Wütende Fans von Zamalek hätten aus Protest gegen den Abbruch Brände gelegt, teilte ein Offizieller mit. Das Feuer sei aber unter Kontrolle gebracht worden.

Brand in einem Fussballstadion in Kairo. Möglicherweise haben Fans das Feuer entfacht. (unkommentiert)

Proteste in Kairo

Zahlreiche Menschen haben in der Nacht zum Donnerstag in Kairo gegen die mutmassliche Nachlässigkeit der Sicherheitskräfte protestiert.
 
Vor dem Gelände des Fussballvereins Al-Ahly skandierten Aktivisten Parolen, in denen der regierende Militärrat kritisiert wurde. Hunderte versammelten sich zudem vor dem Hauptbahnhof, um aus der Mittelmeerstadt Port Said ankommende Verletzte zu empfangen.
 
Auch in Port Said selbst kam es zu Protesten, in denen die Gewalt nach dem Ende des Erstligaspiels verurteilt wurde. Für Donnerstag wurde eine Demonstration vor dem Innenministerium in Kairo angekündigt.

(dpa/blur)

Kommentare aktiv...

S. Lamprecht, Eglisau
(Verteidiger Mann)
Verfasst am: 2.2.2012 18:17

Da ist sicher...

Blocher schuld !!

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Z. Josijevic
(fb_1331061403 Mann)
Verfasst am: 2.2.2012 15:21

Demokratie

Willkommen in der westlichen Demokratie...

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M. Stocker, Giffers
(bienenstich Frau)
Verfasst am: 2.2.2012 9:45

Ventilfunktion

Jeder kennt das. Angestaute Gefühle suchen sich... mehr

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