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«Costa Concordia»: Wer gab den Evakuierungsbefehl?

Dienstag, 31. Januar 2012, 14:44 Uhr

Vor fast drei Wochen ist das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» auf Grund gelaufen. Nun wird Kapitän Francesco Schettino mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Demnach kam der Befehl zur Evakuierung nicht von Schettino.

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Schettinos Verhalten habe zu gravierenden Verzögerungen bei der Evakuierung geführt, sagte Schiffsarzt Gianluca Marino Cosentino der Tageszeitung «Il Mattino».

«Das Besatzungspersonal war schon eine halbe Stunde lang zur kompletten Evakuierung bereit, bevor per Lautsprecher der Befehl zum Verlassen des Schiffes kam», wurde Cosentino zitiert.

Suche eingestellt

Die Suche nach weiteren Opfern beim Wrack der «Costa Concordia» ist endgültig eingestellt worden. Der Suchstopp gilt nur für die Wrackteile, die unter Wasser liegen. Die Sicherheit für die Taucher könne nicht mehr gewährleistet werden, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

Pflichten nicht nachgekommen

Der Evakuierungsbefehl war seiner Ansicht nach nicht vom Kapitän gegeben worden. Er sei sich zu 90 Prozent sicher, dass es nicht Schettinos Stimme gewesen sei, sagte der Schiffsarzt weiter.

In der Nacht der Havarie habe er den Eindruck gehabt, der Kapitän stehe unter Schock. Schettino sei keineswegs seinen Koordinierungspflichten an Bord nachgekommen, wirft der Arzt dem Kapitän vor. «Ich war sehr überrascht, als ich nach Mitternacht Schettino ohne Uniform auf der Insel Giglio gesehen habe», sagte Cosentino.

Müll beseitigen

Die Arbeiten an dem vor der toskanischen Insel gekenterten Schiff gehen derweil weiter. Aus Livorno traf ein Schiff ein, das den Müll aufnehmen soll, der von der «Costa Concordia» ins Meer geschwemmt wurde.

Die Zahl der geborgenen Toten stieg am Sonntag auf 17. Insgesamt 16 Passagiere und Crewmitglieder werden nach Angaben der Präfektur im toskanischen Grosseto noch vermisst.

Die «Costa Concordia» hatte mehr als 4200 Menschen an Bord, als sie am 13. Januar vor Giglio auf einen Felsen fuhr. Das Schiff kippte zur Seite und ging teilweise unter.

(sda/muei)