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Megaupload-Nutzern droht Datenverlust

Montag, 30. Januar 2012, 23:13 Uhr

Die User der gesperrten Online-Tauschplattform Megaupload könnten bald ihre Daten verlieren. Filme, Musikdateien und Fotos sind bei externen IT-Dienstleistern gespeichert. Diese müssen möglicherweise die Inhalte der Megaupload-Nutzer löschen.

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Diese IT-Dienstleister könnten ab Donnerstag damit beginnen, die Inhalte zu löschen, erklärte die zuständige US-Staatsanwaltschaft in einem Brief an die Rechtsanwälte von Megaupload.

Keine Datenrückgabe möglich

Das Schreiben datiert vom Freitag. Einige Nutzer scheinen sich in Sorge um ihre Daten direkt an die darin genannten IT-Dienstleister Carpathia Hosting und Cogent Communications gewandt zu haben.

Carpathia bat darum, von Anfragen abzusehen, und erklärte: «Wir haben keine Möglichkeit, die auf den Servern liegenden Inhalte an die Nutzer von Megaupload zurückzugeben.» Man möge sich direkt an Megaupload wenden.

Den Löschungstermin Donnerstag wollte das Unternehmen nicht bestätigen. Das Datum stamme nicht von Carpathia, hiess es. Cogent Communications liess eine Anfrage unbeantwortet.

Drehscheibe für Raubkopien

Die Behörden sehen Megaupload.com als eine Drehscheibe für Raubkopien und hatten das Portal vor anderthalb Wochen vom Netz genommen.

Den deutschen Gründer Kim Dotcom liessen die US-Fahnder an seinem Wohnsitz in Neuseeland verhaften. Seitdem kommen die Nutzer nicht mehr an ihre Daten heran – auch wenn es sich um legale Dateien wie etwa Familienfotos oder private Briefe handelt. Auf der Website prangt ein Beschlagnahme-Hinweis des US-Justizministeriums und der Bundespolizei FBI.

Die US-Behörden werfen Kim Dotcom und weiteren Betreibern vor, mehr als 175 Millionen Dollar an der illegalen Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten verdient zu haben – durch die Gebühren der Nutzer oder durch Werbung.

Den Schaden für die Hollywood-Studios oder Plattenfirmen bezifferten die Ermittler auf deutlich über eine halbe Milliarde Dollar. Die Anwälte von Kim Dotcom, der früher als Kim Schmitz bekannt war, bestreiten die Vorwürfe. Die USA haben einen Auslieferungsantrag gestellt.

Keine juristischen Folgen

Nutzer, die Megaupload für den illegalen Tausch von geschützten Inhalten verwendet haben, müssen nach Einschätzung des Fachanwalts Udo Vetter aber nicht mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Im Gegensatz zu Tauschbörsen wie Gnutella oder eMule könnten Überwachungsfirmen bei Filehostern wie Megaupload von aussen keine Anwender anhand ihrer Internet-Adresse (IP-Nummer) identifizieren.

Kunden von Megaupload, die für einen besseren Zugang mit einer Kreditkarte oder per Banküberweisung gezahlt hätten, könnten jedoch unter Umständen identifiziert werden. 

(sda/zinv)