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Experte: «Concordia»-Bergung könnte ein Jahr dauern

Montag, 30. Januar 2012, 2:29 Uhr

Bis das Wrack des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» vor der italienischen Küste gehoben wird, kann bis zu ein Jahr vergehen. Dies teilte der Krisenstab mit. Allein für das Abpumpen des Treibstoffs sind bis zu vier Wochen veranschlagt. Die Bürger der Ferieninsel Giglio sind in Sorge um ihre Einkünfte.

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Zunächst müsse der Auftrag vergeben werden und das ausgewählte Unternehmen einen Plan ausarbeiten, sagte der Leiter des italienischen Krisenstabs, Franco Gabrielli. Allein dies werde rund zwei Monate dauern. Für die Bergung der «Costa Concordia» veranschlagte Gabrielli weitere «sieben bis zehn Monate» - je nach Wetterlage und Wellengang.

Stillstand auf der Costa Concordia (Tagesschau, 29.01.2012)

Zunächst werde jedoch die Suche nach den Vermissten fortgesetzt, sagte Gabrielli. Es sei «ein Gebot der Moral», dass alle Leichen den Angehörigen übergeben würden. Nach diesem Zeitplan läge das Wrack die gesamte Touristen-Saison über vor der Küste der toskanischen Insel Giglio.

Grössere Bewegung des Wracks

Nachdem am Samstag die Vorbereitungen für das Abpumpen von Tausenden Tonnen Treibstoff aus dem Wrack vor der italienischen Insel Giglio gestoppt wurden, unterbrachen die Bergungsmannschaften am Sonntagmorgen auch die Suche nach Todesopfern. Das Schiff habe sich innerhalb von sechs Stunden um 3,5 Zentimeter bewegt statt wie üblich ein bis zwei Millimeter, sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der Behörden ist die Gefahr jedoch gering, dass die «Concordia» in tiefere Gewässer abrutscht.

Bild Wellen vor einem Schiffswrack
Nicht nur ein erhöhter Wellengang sondern auch eine schnellere Bewegung des Wracks selber macht den Bergungskräften zu schaffen. keystone

Sorge um Tourismus

Anwohner liessen am Wochenende Unterschriftenlisten herumgehen, mit denen sie mehr Informationen von den Behörden darüber verlangen, wie eine grossangelegte Bergungsaktion mit dem Touristengeschäft vereinbar ist.

Derzeit ist der Hafen für alle privaten Boote gesperrt und es wurde eine Sperrzone von 1,6 Kilometern rund um das Wrack eingerichtet. «Es tut uns wirklich leid. Aber nun kommen andere Notwendigkeiten und Probleme hoch», sagt Franca Melils, Besitzerin eines Geschäfts. Die Insel lebe vom Tourismus. «Wir haben keine Fabriken, wir haben nichts anderes.»

Passagiere verklagen Schiffseigner

Das Schiffunglück vor der Insel Giglio wird für den Schiffseigner eine teure Angelegenheit. Mehrere Passagiere lehnen die angebotene Entschädigungszahlung von 11'000 Euro ab und haben in den USA eine Klage gegen den Besitzer Carnival eingereicht.

Bild Ein Taucher
Taucher versuchten in den letzten Tagen, immer neue Zugänge ins Innere des Wracks zu legen. keystone

Ventile zum Abpumpen montiert

Die «Concordia» hat mehr als 2300 Tonnen Treibstoff an Bord. Um die Gefahr einer Umweltkatastrophe zu bannen, soll er abgepumpt werden. Dies könnte zwischen drei Wochen und einem Monat dauern. Vor dem Stopp der Arbeiten am Samstag hatten die Bergungskräfte Ventile montiert, um an sechs Tanks im vorderen Abschnitt des havarierten Schiffs zu gelangen.

Das Kreuzfahrt-Schiff war am Abend des 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen aufgelaufen. Bislang wurden 17 Tote geborgen, 16 Menschen gelten noch als vermisst.

Eine Variante von vielen, wie das Wrack der «Costa Concordia» gesichert werden könnte (Graphik: srf)

(agenturen/halp)

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