Wirtschaft
Ex-UBS-Chef Grübel: «Wegelin ist erst der Auftakt»
Die «Liquidation» der St. Galler Privatbank kommt für den ehemaligen UBS-Chef Oswald Grübel nicht überraschend: «Das Ende der Bank Wegelin ist der Auftakt zu einem gross angelegten Angriff auf den Schweizer Finanzplatz», meint er. Die Regierung drängt auf schnelle Lösung im US-Steuerstreit.
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- 09.01.12: Steuerstreit mit USA: Wegelin gibt Entwarnung
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«Den Amerikaner ist es mit der Wegelin gelungen, einen Präzedenzfall zu schaffen, an dem sich auch die Europäer künftig orientieren werden», erkärte Grübel gegenüber dem «Sonntag».
Grübel: Finanzmarktaufsicht ungenügend
Damit, so folgert er, steige auch der Druck für die übrigen zehn Banken an, die 2008 ebenfalls amerikanische UBS-Kundengelder übernommen haben. Dies bleibe nicht ohne Folgen: «Eine Lösung im Steuerstreit mit den USA dürfte diese Banken jetzt teuer zu stehen kommen.»
Für den früheren UBS-Chef hätte die jetzige Eskalation im US-Steuerstreit indes vermieden werden können: «Die Finanzmarktaufsicht hat den Ernst der Lage schlicht nicht erkannt», fügt er hinzu.
Leuthard: Fehler von Banken in den USA
Auch Bundesrätin Doris Leuthard äusserte sich zum Fall Wegelin. Sie traf in Davos mehrere Vertreter der USA und habe nicht den Eindruck, dass sich das Klima zwischen den US-Behörden und der Schweiz generell verschlechtert hat, erklärte sie dem «Sonntag». «Man muss auch aus Schweizer Sicht anerkennen, dass die Banken in den USA Fehler gemacht haben», sagte Leuthard. Es seien «mehrere Banken betroffen, und sie müssen sich nun in der Frage des Steuerstreits ihre Gedanken machen.»
Presseberichte vom Samstag, wonach der Bundesrat die Bank Wegelin «wie eine heisse Kartoffel» habe fallen lassen, «kann ich nicht bestätigen», sagte Leuthard weiter. «Es geht uns um eine Generallösung, wir wollen nicht jedes Jahr wieder neu vom Staat die Bankenprobleme lösen.»
Steuerstreit mit USA: Schweiz isoliert
Die Schweizer Regierung hat die Aufteilung der Wegelin-Bank als Folge des US-Steuerstreits bedauert. Dies zeige wie notwendig es sei, zu einer Einigung bei den Verhandlungen mit den USA zu kommen, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf in Davos.
Unversteuerte Vermögen in der Schweiz sind für Bundesrat Johann Schneider-Ammann ein «ernsthaftes Problem». Die Diskussion mit den USA werde mit harten Bandagen geführt, sagte er in einem Interview. Die Schweiz müsse jetzt ihre Altlasten bewältigen. Die Schweiz stehe in dieser Frage international isoliert da, sagte der Wirtschaftsminister.
Der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sei international nicht erklärbar. «Das Bankgeheimnis wurde auch nicht erfunden, um aus hinterzogenen Geldern ein Geschäft zu machen. Wir müssen die Altlasten aus der Vergangenheit nun bewältigen», so Schneider-Ammann.
Hummler: «Opfer einer grösseren Sache»
Auch Konrad Hummler äusserte sich gegenüber dem Blatt. «Es ist bitter, aber richtig», sagt er: «Wir haben im richtigen Moment die richtige Lösung getroffen.» Das Unternehmen sei nicht kaputt: «Im Gegenteil.» Das sei eine sehr gute Lösung. «Aber ich will jetzt nicht als der dastehen, der triumphiert.»
Hummler weiter: «Wir wurden Opfer einer grösseren Sache.» Man habe aber vereinbart, keine weiteren Kommentare abzugeben: «Das hat mit der rechtlichen Situation zu tun.» Die verbleibenden Teilhaber würden sich nun darauf konzentrieren, «was es abzuarbeiten gilt». Es gehe jetzt nicht mehr um Arbeitsplätze und Strukturen: «Es geht darum, das Beste für uns zu machen.»
Nach Recherchen des Blattes habe die Raiffeisenbank zwischen 500 und 600 Millionen Franken für die in Notenstein umfirmierte Wegelin-Kernbank bezahlt. Konrad Hummler, seine fünf weiteren unbeschränkt haftenden Teilhaber sowie die beteiligten Angestellten hätten sich den «Verkauf ihres 'Lebenswerkes' vergolden«» lassen, hiess es.
Reto Lipp: Kaufpreis unter 200 Mio. Fr.
ECO-Redaktor Reto Lipp hat in seinem Blog einen Kaufpreis von unter 200 Mio. Fr. geschätzt - «vermutlich eher 120 bis 150 Mio. Fr.».
Und Lipp sieht neue dunkle US-Wolken aufziehen: «Ob da Raiffeisen ein Schnäppchen gemacht hat, wird davon abhängen, ob die Amerikaner nicht auf die Idee kommen, jetzt auch noch auf Raiffeisen los zu gehen, denn die neue Bank mit neuem Namen ist bis zu einem gewissen Grad die Rechtsnachfolgerin der alten Bank. Und der neue Chef ist ein ehemaliger Mitarbeiter der alten Wegelin.»
4 Mrd. Fr. Kundenvermögen verloren?
Der Verkauf ist nach Darstellung des «Sonntag» keine «unmittelbare Reaktion auf die USA gewesen, die seit Monaten Druck ausüben». Es seien vielmehr die verunsicherten Kunden, die ihre Gelder abgezogen und die Bank so in Schieflage gebracht hätten.
Insider würden, wie es weiter heisst, von einem eigentlichen «Bank-Run» auf Wegelin in den letzten Wochen sprechen. Insgesamt seien in kurzer Zeit 4 Milliarden Franken Kundenvermögen verloren gegangen. Das seien 15 Prozent der gesamten Assets.
Laut mehreren Bankinsidern sei es den Wegelin-Teilhabern vor allem darum gegangen, «mit dem schnellen Verkauf der Bank ihr eigenes Portefeuille zu schützen», schreibt das Blatt.
(sf/agenturen/halp)
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H. Niederer, St. Gallen
)
(Dagi
Verfasst am: 4.2.2012 18:00
Wer zahlt den Schaden ?
Die grosse Frage wird sein, ob letztendlich der... mehr
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O. Stiirzli, Tulbagh
)
(Oeli
Verfasst am: 31.1.2012 11:06
Schweizer Erfolg nur dank Banken?
So wird sich bald zeigen, ob auf ehrlichen... mehr
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U. Keller, Klaeng
)
(sailer
Verfasst am: 30.1.2012 20:41
Wegelin
was steckt dahinter ? Vermutlich die gleiche... mehr
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