International
Razzia bei Christian Wulffs ehemaligem Sprecher
Der Druck auf den ehemaligen Sprecher des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff wächst. Die Staatsanwaltschaft Hannover durchsuchte das frühere Arbeitszimmer von Olaf Glaeseker im Bundespräsidialamt in Berlin.
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«Wir haben Unterlagen und Computerdateien beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden müssen», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Hans-Jürgen Lendeckel, der «Bild am Sonntag».
Die Behörde ermittelt im Zusammenhang mit der Lobby Veranstaltung Nord-Süd-Dialog wegen Verdachts der Bestechlichkeit gegen Glaeseker, den engen Vertrauten Wulffs. Der Anfangsverdacht habe sich konkretisiert, sagte Lendeckel. Eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes bestätigte die Durchsuchung.
Glaeseker war kurz vor Weihnachten ohne Angaben von Gründen überraschend als Sprecher des Bundespräsidenten entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob der 50-Jährige in seiner Zeit als niedersächsischer Regierungssprecher unter dem damaligen Ministerpräsidenten Wulff den Veranstaltungs-Manager Manfred Schmidt gefällig gefördert hat.
Glaeseker soll mehrere kostenlose Urlaube in Feriendomizilen Schmidts verbracht haben. Gegen Schmidt, der Nord-Süd-Dialog organisiert hatte, wird wegen Verdachts der Bestechung ermittelt.
Nicht die erste Razzia
Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am 19. Januar Privat- und Geschäftsräume von Glaeseker in Niedersachsen durchsucht. Zudem verschafften sich die Fahnder auch Zugang zu Räumlichkeiten Schmidts, der zu Wulffs Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident enge Kontakte zur Staatskanzlei in Hannover gehabt haben soll.
Durchsucht wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft seinerzeit Immobilien in Wunstorf bei Hannover, Berlin und in der Schweiz. Die Ermittler stellten dabei Computerdateien und Dokumente sicher.
Die Staatskanzlei in Hannover hatte zunächst behauptet, die Landesregierung sei in die Vorbereitung des umstrittenen Nord-Süd-Dialogs nicht involviert gewesen. Inzwischen kommen aber immer mehr Details ans Licht, wonach es doch eine Beteiligung an dem Lobby-Treffen gegeben hat.
(dpa/sda/gern)
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