International
Präsidentschaftswahlen: Nicolas Sarkozy unter Druck
In Frankreich stehen in weniger als 100 Tagen die Präsidentschaftswahlen an. Nicolas Sarkozy hat eigentlich vor, eine weitere Amtszeit anzuhängen. Seit einiger Zeit steht er jedoch von linker und rechter Seite unter Druck.
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«Die Ausgangslage ist für den amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy nicht einfach. Frankreich befindet sich in einer wirtschaftlich schwierigen Situation, die Arbeitslosigkeit ist hoch und Viele haben Angst vor der Zukunft», erklärt Michael Gerber, SF-Korrespondent in Frankreich. Die Bürger stellten sich die Frage, wer die besten Rezepte habe, um das Land aus der Krise zu führen.
Magere innenpolitische Erfolgsbilanz
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten habe es ein amtierender Präsident besonders schwer, für eine zweite Amtszeit wiedergewählt zu werden. «Sarkozy kann nicht hin stehen und sagen, dass es dem Land dank ihm so gut geht», erklärt Gerber. Es sei schwierig für Sarkozy zu erklären, warum er der richtige Mann sei, um das Land aus diesen wirtschaftlichen Schwierigkeiten herauszuführen.
«Sarkozy kann nur wenige Erfolge vorweisen und steht sowohl innenpolitisch als auch wirtschaftspolitisch vor einem Scherbenhaufen». Einzig in der Aussenpolitik könne er beim Volk punkten. Als er beispielsweise in der Wirtschaftskrise 2008 als Präsident der G8-Staaten, die Probleme energisch anging und für Lösungen sorgte. «Doch bei Präsidentschaftswahlen zählen hauptsächlich innenpolitische Erfolge. Und hier sieht Sarkozys Erfolgsbilanz mager aus», stellt Gerber fest.
Diese magere innenpolitische Erfolgsbilanz könnte ein Vorteil für Sarkozys Herausforderer sein. So liegt auch in der neusten Umfrage des Instituts Ifop der Sozialist François Hollande (27%) deutlich vor Nicolas Sarkozy ( 23%). Dies war auch schon in vergangenen Monaten der Fall. Françcois Hollande gilt als grösster Herausforderer von Nicolas Sarkozy. Nun hat er sein Wahlkampfprogramm vorgestellt.
«Hollande kommt aus der Deckung»
Hollande will mit 60 Wahlversprechen den Kampf um das französische Präsidentenamt gewinnen. So will er beispielsweise im Falle eines Wahlsieges mittels Steuerreform reiche Franzosen stärker zur Kasse bitten, die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen und den Finanzsektor strengeren Kontrollen unterwerfen.
«François Hollande hat starken Rückenwind. Er mausert sich vom farblosen Technokraten zum Politiker, der Visionen und Vorstellungen für das Land hat. Das kommt bei vielen Wählern gut an», stellt Gerber fest. Hollande sei lange Zeit kritisiert worden: Zu wenig Feuer, keine Ideen. «Nun kommt Sarkozys sozialistischer Herausforderer langsam aus der Deckung. Und er kann seine Botschaft vermitteln.»
In der Vergangenheit tat sich die Linke schwer sich auf einen linken Kandidaten zu einigen. Diesmal präsentiere sich die Situation anders. Nachdem sich die Sozialisten im Herbst auf die Unterstützung von François Hollande geeinigt hätten, gäbe es keine Anzeichen von Zersplitterung.
Le-Pen-Tochter im Hoch
Rechts von Sarkozy holt die Kandidatin Marine Le Pen vom Front National auf. Politbeobachter trauen ihr sogar zu, Sarkozy aus dem Rennen zu werfen. In den Umfragen jedenfalls liegt Le Pen mit 20 Prozentpunkten nur wenig hinter Sarkozy. Das ist ein hoher Stimmenanteil, so viel wie noch nie wie in der heissen Phase eines Präsidentschaftswahlkampfes.
«Sie wird nicht verteufelt, wie einst ihr Vater Jean-Marie Le Pen», erklärt der Journalist Romain Rosso in der «Tagesschau». Doch Tochter Marine wolle mehr, sie öffne den Front National für die Mittelschicht. «Marine Le Pen will ernst genommen werden, mit Wirtschaftsthemen.»
Bayrou will es nochmals wissen
Die rechte Politikerin könnte den Sprung in den zweiten Wahlgang schaffen, wie ihr Vater vor zehn Jahren. «Marine Le Pen ist immer mehr die Hoffnungsträgerin für Franzosen, die von den amtierenden Politikern enttäuscht sind», erklärt Gerber. Damit werde sie zu einer gefährlichen Herausfordererin von Sarkozy.
Aber auch die Mitte setzt mit François Bayrou den amtierenden Präsidenten unter Druck. Der Mitte-Politiker vom Mouvement Démocrate (MoDem) kandidierte bereits 2007 und landete mit einem Stimmenanteil von 18,75 Prozent nach Nicolas Sarkozy und Ségolène Royal von den Sozialisten auf dem dritten Platz.
Bei den kommenden Präsidentschaftswahlen hat auch François Bayrou gute Chancen. Denn Nicolas Sarkozy hat viele enttäuscht. Zusammenstehen und gemeinsam einen Ausweg aus der Krise suchen, so lautet Bayrous Rezept für Frankreich.
Er werde eine Einheitsregierung bilden, sollte er zum Präsidenten gewählt werden. Frankreich müsse wieder mehr selber produzieren. Das sichere Arbeitsplätze, sagte Bayrou bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dunkerque.
Eine wählbare Alternative
«Diese Botschaft kommt bei linken und rechten Wählern an», erklärt SF-Korrespondent Michael Gerber in der «Tagesschau». François Bayrou sei für viele Franzosen eine wählbare Alternative geworden. Bayrou profitiere davon, dass es Wähler gibt, die weder links noch Le Pen oder Sarkozy wählen wollen, sagt Gerber. «Mit seiner Botschaft 'zurück zu den Wurzeln' hat er im Grunde eine ähnliche Botschaft wie Marine Le Pen. Doch er übermittelt seine Anliegen auf eine politisch korrekte Art und Weise.» Das mache ihn zu einer wählbaren Alternative.
«2007 bin ich fast gewählt worden. Doch damals war das Land noch nicht reif und ich wohl auch nicht. Das ist jetzt wohl anders», sagt Bayrou selbstbewusst. In der Wählergunst liegt François Bayrou auf Platz vier, gleich hinter Marine Le Pen.
Duell zwischen Sarkozy und Hollande
SF-Korrespondent Michael Gerber glaubt gegenwärtig, dass es nach dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen zu einem Duell zwischen Nicolas Sarkozy und François Hollande kommen wird.
«Sarkozy blüht unter Druck richtig auf. Dann zeigen sich sein Charisma und seine Fähigkeiten als Redner.» Doch bis zu den Wahlen am 22. April könne noch viel passieren und sich die Ausgangslage nochmals ändern.
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 28.1.2012 9:59
Marine Le Pen
und Merkel, ob das gut geht? Die Merkel muss halt... mehr
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