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Mit Wegelin muss Konrad Hummler sein Lebenswerk aufgeben

Freitag, 27. Januar 2012, 21:58 Uhr, Aktualisiert 22:38 Uhr

Mit dem Verkauf der Bank Wegelin endet die Geschichte der ältesten Privatbank der Schweiz. Eng verbunden mit der Bank war auch Konrad Hummler, geschäftsführender Teilhaber der Bank. Hummler machte aus dem Traditionshaus eine moderne Bank. Für ihn ist der Fall der Bank eine persönliche Zäsur.

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Das Lebenswerk Konrad Hummlers am Ende («10vor10», 27.1.2012)

Die Geschichte der Bank Wegelin & Co. hat ihren Ursprung in einem Leintuchladen: Am 1. März 1741 gründete Caspar Zyli in St. Gallen ein Stoffgeschäft mit Speditionshandlung. Daraus entstand die älteste Privatbank der Schweiz, die jetzt an Raiffeisen übergeht.

Caspar Zylis Sohn erweiterte die Geschäfte in weite Teile Europas. Aus anfänglichen Geldtransporten und Wechselgeschäften im Rahmen des Wareninkassos wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von St. Gallen aus immer mehr bankähnliche Transaktionen in Form von Darlehen auf Warenbelehnung und Diskontgeschäften getätigt.

1860 wurde Emil Wegelin, ein Neffe Zylis, Teilhaber der Bank. Mit ihm begann die Konzentration des Geschäfts auf Vermögensverwaltung. 1893 wurde das Bankhaus eine Kommanditgesellschaft und hiess von da an Wegelin & Co. Im Jahr 1909 veröffentlichte die Bank Wegelin ihren ersten Anklagekommentar.

Eine neue Ära mit Konrad Hummler

1991 feierte Wegelin ihr 250-jähriges Bestehen. Vor 21 Jahren, als Konrad Hummler als geschäftsführender Teilhaber in die Gesellschaft eintrat, zählte die älteste Bank der Schweiz noch 30 Mitarbeitende.

Bild Konrad Hummler steht vor einem Stuhl in einem edel möblierten Zimmer.
Bild aus besseren Tagen: Konrad Hummler 2009 in den Räumen des Traditionshauses. keystone / archiv

Unter Konrad Hummler wurde das Traditionshaus auf modernes Portfolio-Management ausgerichtet und expandierte: Wegelin-Filialen gab es zuletzt in Zürich, Bern, Basel, Genf, Lausanne, Locarno, Lugano, Chiasso, Schaffhausen, Winterthur, Chur und Luzern. 700 Mitarbeitende verwalteten Kundenvermögen von 24 Milliarden Franken.

Bankgeschäft als Massentierhaltung

Hummler war aber auch mehr als nur Geschäftsführer. Er stand mit Namen und Wort für sein Handeln ein – und er äusserte sich pointiert zu heiklen Themen. So kritisierte er etwa im August 2011 bei «Schawinski» die Abzocker-Manier von Grossbanken.

Roger Schawinski im Gespräch mit Konrad Hummler (22.8.2011)

Das Bankgeschäft sei Massentierhaltung, hatte Hummler einmal gesagt. Und auch 2008 in der Handelszeitung hatte Hummler «geldgeile Personen» als «gefährlichste Berater» bezeichnet.

Das Ende der Bank Wegelin ist auch ein Einschnitt in Hummlers Lebenswerk. Der Kampf mit den US-Steuerbehörden dürfte ihn weiter auf Trab halten. Welche Konsequenzen dies auf Hummlers weitere Mandate – als Präsident verschiedener Stiftungen oder als NZZ-Verwaltungsrat – hat, ist noch offen.

(sda/sf/frua)

Kommentare aktiv...

A. Ka, Iraq
(an.ka Mann)
Verfasst am: 28.1.2012 13:52

Eigentlich

hielt ich Hummler für einen guten Banker. Gerade... mehr

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M. Löhrer, St. Gallen
(cellosftv Mann)
Verfasst am: 28.1.2012 10:32

Hummler ...

als Kommentator bei UBS etc. Hummler heute ...... mehr

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A. Bünzli, ÄnnetEmJordan
(Antibuenz Mann)
Verfasst am: 28.1.2012 9:47

Ach du Armer...

Ach du Armer Konrad Hummler, wirst sicher gleich... mehr

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