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Nestlé wegen Lauschangriff gegen Globalisierungkritiker vor Gericht

Mittwoch, 25. Januar 2012, 16:06 Uhr

In Lausanne geht der Prozess um Globalisierungsgegner, die im Auftrag von Nestlé bespitzelt wurden, in eine neue Runde. Der Verteidiger der bespitzelten Attac-Mitglieder hat die Lauschaktion als ungerechtfertigt bezeichnet.

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Angst, Verunsicherung, Misstrauen: Die von Nestlé ausspionierten Globalisierungskritiker haben an einem Zivilprozess erzählt, wie sie seit ihrer Bespitzelung leiden.

Das Gericht müsse die Persönlichkeitsverletzung und das unrechtmässige Eindringen in die Privatsphäre der Attac-Mitarbeiter anerkennen, sagte Anwalt Jean-Michel Dolivo am zweiten Verhandlungstag. Es habe «keinerlei Gefährdung» für Nestlé durch Attac bestanden. Nie seien die Globalisierungskritiker gewalttätig gewesen.

«Die angebliche Gefahr existierte nicht.» Damit bezog sich Dolivo auf Aussagen, die Nestlé-Vertreter vor Gericht gemacht hatten. Diese bezeichneten die Stimmung im Jahre 2003 als aufgeheizt und verwiesen auf die Demonstration des französischen Bauernführers José Bové und die Unruhen im Rahmen des G8-Gipfels in Evian (F).

Securitas-Mitarbeiter als Spitzel

Es seien Rauchpetarden gewesen, mit denen man eine misslungene «Geheimdienstoperation» habe vertuschen wollen, argumentierte der Anwalt. Nestlé hätte auf die Kritik Attacs reagieren können, ohne in die Privatsphäre der neun Globalisierungskritiker einzudringen.

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hatte die Waadtländer Sektion der globalisierungskritischen Organisation Attac durch die Sicherheitsfirma Securitas zwischen 2003 und 2005 bespitzeln lassen. Grund dafür: Eine Attac-Arbeitsgruppe arbeitete damals an einem Nestlé-kritischen Buch. Die Affäre flog 2008 auf.

Die Attac-Mitglieder verlangen deshalb vor dem Zivilgericht in Lausanne eine Genugtuung von 27'000 Franken sowie das Eingeständnis, dass die Aktion widerrechtlich war. Die Verteidiger von Nestlé und Securitas halten ihre Plädoyers im Verlaufe des Tages.

Auf dem strafrechtlichen Weg ist der Fall abgeschlossen: 2009 hatte ein Lausanner Untersuchungsrichters entschieden, dass die Vorfälle verjährt sind.

(sda/muei)

Kommentare aktiv...

P. Beutler
(fb_1272848439 Mann)
Verfasst am: 26.1.2012 17:18

Rache ist süss.

Die Néstle wird das noch bereuen. Es gibt... mehr

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F. Unternaehrer, Brig
(Landsmann Mann)
Verfasst am: 25.1.2012 19:51

Nestlé

Nach all den negativen Schlagzeilen und dem Film... [1]  mehr

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