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«Costa Concordia»: Weitere Ungereimtheiten

Montag, 23. Januar 2012, 11:56 Uhr, Aktualisiert 24.01.2012, 0:10 Uhr

Möglicherweise haben sich auf der «Costa Concordia» mehrere unregistrierte Passagiere befunden. Die zuletzt entdeckte Leiche war auf keiner Liste aufgeführt. Das Unglück wirft weitere Fragen auf. So ist etwa die Rede von einer Frau, die den Computer des Kapitäns abgeholt haben soll.

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Vermisstensuche wieder aufgenommen. (Tagesschau, 23.1.2012, 12.45)

Bei der Schiffskatastrophe vor der italienischen Insel Giglio müssen sich die Behörden gleich mit mehreren Rätseln befassen. Rund 20 Menschen gelten offiziell noch als vermisst. Mittlerweile geht aber der Leiter des Krisenstabs, Franco Gabrielli, davon aus, dass noch weitere Menschen vermisst werden. «Es könnte weitere Personen gegeben haben, die sich illegal auf dem Schiffes aufgehalten haben», so Gabrielli.

Bild Das havarierte Schiff «Costa Concordia» liegt vor der Insel Giglio. (reuters)
Wie es zu der Katastrophe mit mindestens 13 Toten gekommen ist, bleibt weiter unklar. reuters

Er erklärte, dass die zuletzt entdeckte Leiche, eine Ungarin, nicht auf den offiziellen Listen eingetragen gewesen sei. Vier Leichen konnten bisher anhand der Passagierlisten nicht identifiziert werden. Unter den bereits identifizierten Opfern sind nach Angaben von Carabinieri-Kommandant Rocco Carpenteri ein Deutscher, vier Franzosen – darunter ein Ehepaar – und je ein Mann aus Italien, Spanien und Ungarn.

Rätsel um einen Computer und eine mysteriöse Frau

Inzwischen sorgt auch eine blonde Frau für Ungereimtheiten. Der Journalist von Newsmediaset, der mit Kapitän Schettino vor seiner Verhaftung ein Interview gemacht hatte, erklärte: «Kaum war das Interview fertig, ist eine blonde Frau zwischen 40 und 50 Jahren ins Hotel gestürmt. Sie gab sich als Anwältin der Costa Kreuzfahrten aus.»

Laut dem «Corriere della sera» hatte Schettino an dem Morgen einen Laptop dabei. Dieser sei danach verschwunden. Die Zeitung stellt die Frage, ob Schettino den Computer der Frau übergeben hatte, bevor ihn die Staatsanwaltschaft sicherstellen konnte. Die Zeitung munkelt, dass die Informationen auf dem Computer die «ultimative Wahrheit» über die Schiffskatastrophe ans Licht bringen könnte.

Was ist auf dem Computer?

Die Staatsanwaltschaft von Grossetto sucht den verschwundenen Laptop. Die mysteriöse Blonde hat sie identifiziert, schreibt «La Repubblica», sie sei Anwältin. Allerdings sei nicht klar ob die Anwältin für die Costa Kreuzfahrten arbeite oder ob sie dies frei tue. Auch die Beziehung der Frau zu den involvierten Parteien sei unklar.  

Bild Undatiertes BIld von Kapitän Francesco Schettino. (reuters)
Hat Kapitän Schettino seinen Laptop «verschwinden» lassen? reuters

Die Staatsanwaltschaft interessiere sich vor allem für den Computer, da er mit Eile die Hand gewechselt habe. Die Tatsache, dass er weitergereicht wurde, lasse vermuten: Auf dem Computer befinden sich wichtige Daten.

Die Reederei weist das Gerücht in den Medien dezidiert zurück, wonach Schettino den Computer an Costa weitergegeben hat.

Blackbox unbrauchbar

Ein weiterer Umstand gibt Rätsel auf. Laut Schettino soll die Blackbox in den zwei Wochen vor dem Unglück die Stimmen der Verantwortlichen nicht mehr aufgezeichnet haben. Derjenige, der dieses Problem hätte lösen soll, sei informiert gewesen, sagte Schettino bei seiner Anhörung aus.

Laut «La Repubblica» hätte die Blackbox somit lediglich die Schiffsbewegungen aufgezeichnet. Klarheit darüber, wie es zu der Katastrophe mit mindestens 13 Toten gekommen ist, werden die Daten wohl kaum schaffen.

Manöver geplant und verlangt

Unterdessen hat der Kapitän der «Costa Concordia» die Reederei für sein riskantes und misslungenes Manöver verantwortlich gemacht. Schettino soll bei einer Anhörung vor Gericht gesagt haben, die sogenannte Verbeugung vor Giglio vom 13. Januar «wurde noch vor dem Start in Civitavecchia von Costa geplant und verlangt».

Am zehnten Tag nach der Havarie geht derweil die Suche nach Vermissten weiter. Taucher haben sich erneut den Weg zu unzugänglichen Bereichen freigesprengt. Die Einsatzkräfte der italienischen Marine wollten sich damit zwischen dem vierten und fünften Deck einen leichteren Zugang zu der Restaurantzone öffnen.

(sda/dpa/schubeca/coro)

Kommentare aktiv...

J. Knecht, Bangkok
(knechtjosef Mann)
Verfasst am: 24.1.2012 7:30

Die italienische *Effizienz" hat wieder funktioniert

Die "blonde Anwältin" hatte ja... mehr

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