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Mitholz-Tunnel: Kanton Bern wird entschädigt

Montag, 23. Januar 2012, 16:35 Uhr

Die Streitparteien um die Kosten des Lawinenschutz-Tunnels Mitholz (BE) haben nach langem juristischem Tauziehen einen Vergleich geschlossen. Der Kanton erhält von den Verantwortlichen 16 Millionen Franken. Die Zukunft des Tunnels bleibt ungewiss.

Über Details des Vergleichs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, wie die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion in einem kurzen Communiqué mitteilte. Der Kompromiss kam mit Hilfe des bernischen Handelsgerichts zustande.

Bild Der gesamte Teerbelag des Tunnels liegt zusammengeschoben vor der Tunneleinfahrt.
Dem Mitholz-Tunnel spielen die Naturkräfte in fast regelmässigen Abständen übel mit. Letztmals im vergangenen Herbst. reuters / Archiv

Der 640 Meter lange Lawinenschutztunnel auf der Zufahrtsstrasse nach Kandersteg wurde 2002 in Betrieb genommen. Nur zwei Jahre später musste der Tunnel wegen Einsturzgefahr wieder geschlossen werden. An der Gewölbedecke hatten sich gefährliche Risse gebildet.

Neat-Schutt belastet Tunnel-Wand

Nach Ansicht von Experten kamen mehrere Ursachen in Frage, etwa der teilweise ungünstige Baugrund, aber auch Fehleinschätzungen beim Berechnen des Erddrucks, der von dem auf dem Tunnel aufgeschütteten Material ausgeht.

Auf dem Lawinenschutztunnel war Ausbruchmaterial aus dem damals im Bau befindlichen Neat-Basistunnel abgelagert worden. Der Schutt drückte zu stark gegen den Tunnel und musste deshalb teilweise wieder abgetragen werden.

Strafrechtlich konnte niemand für die Risse belangt werden. Dafür entspann sich zwischen dem Kanton Bern und den möglicherweise verantwortlichen Firmen eine zähe und weitverästelte zivilrechtliche Auseinandersetzung.

Kanton entscheidet sich für Sanierung

Gleichzeitig musste der Kanton aber auch die Frage klären, ob und wie es allenfalls mit dem schadhaften Tunnel weitergehen könnte. In der einheimischen Bevölkerung gab es Stimmen, die für eine Aufgabe des Tunnels plädierten.

Dieser stehe auf zu labilem Untergrund. Ein Schutzdamm wäre ausreichend und ausserdem günstiger, waren Einheimische überzeugt. Nach umfangreichen Abklärungen entschied sich der Kanton Bern schliesslich im Jahr 2006 aber für die Sanierung des maroden Bauwerks. Nur ein Tunnel könne den gefährdeten Strassenabschnitt zuverlässig schützen, hiess es von Seiten des Kantons.

Tunnel vom Unglück verfolgt?

Die Tunnelsanierung kostete 21,5 Mio. Franken – sogar noch etwas mehr als der seinerzeitige Bau des Tunnels mit 19 Mio. Franken. 2009 konnte der sanierte Tunnel wieder in Betrieb genommen werden. In der Region Mitholz ist besonders die sogenannte «Bireloui» gefährlich. Im Lawinenwinter 1999 blockierte sie die Strasse während 14 Tagen.

Doch das Pech haftete dem Mitholz-Tunnel an: Im vergangenen Herbst flutete die Kander bei einem Hochwasser das Bauwerk und riss praktisch den gesamten Strassenbelag mit. Immerhin blieb das Tunnelgewölbe intakt. Doch auch die Reparatur des Belags kostete den Kanton erneut viel Geld.

(sda/from)

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A. Moser, Interlaken
(dussel Mann)
Verfasst am: 23.1.2012 21:57

"Doch auch die Reparatur des Belags kostete den Kanton erneut viel Geld"

Hat der kanton Bern seine Bauten nicht gegen... mehr

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P. Jegerlehner, Ostermundigen
(bantiger Mann)
Verfasst am: 23.1.2012 17:07

Was heisst hier schon der Kt. Bern wird entschädigt?

Die Berner SteuerzahlerInnen berappen einen... mehr

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