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Starverteidiger und Panic-Room – Neue Details im Megaupload-Fall
Nachdem gestern die führenden Köpfe des Download-Portals Megaupload verhaftet worden, berichtete die neuseeländische Polizei jetzt erstmals über Einzelheiten der Aktion. Zudem wurde bekannt, dass mit Robert Bennett einer der renommiertesten Anwälte der USA die Verteidigung übernehmen wird.
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Robert Bennett, der unter anderem Bill Clinton und den Energiekonzern Enron verteidigte, teilte dies der Öffentlichkeit mit. Er versprach eine engagierte Verteidigung, lehnte es aber ab, auf Einzelheiten des Falles einzugehen.
Die US-Justiz hat Anklage gegen sieben Personen erhoben, darunter vier Deutsche. Ihnen wird Urheberrechtsverletzung in unzähligen Fällen vorgeworfen. Mit illegalen Film- und Musikdownloads sollen sie 175 Millionen Dollar verdient haben.
Vier Megaupload-Manager waren in Neuseeland festgenommen worden. Der Kopf des Unternehmens, Kim Dotcom alias Schmitz, hatte zunächst versucht, sich der Festnahme zu entziehen.
Firmenchef verbarrikadierte sich
Als die Beamten an seinem Luxus-Anwesen in Auckland auftauchten, wollte Schmitz sich in einen speziell gesicherten Raum flüchten. Laut Polizei hat er dazu zunächst eine Reihe elektronischer Schliesssysteme betätigt. Diese seien geknackt worden, woraufhin Schmitz versucht habe, sich im Panikraum zu verbarrikadieren.
Die Polizisten hätten sich ihren Weg geradezu freischneiden müssen, so ein Sprecher. In dem Raum hätten die Polizisten Schmitz und eine Waffe vorgefunden. Für die Beamten sei der Einsatz deutlich schwieriger gewesen, als nur an die Haustür zu klopfen.
Drei der sieben Angeklagten sind noch flüchtig. Wann der Fall in den USA vor Gericht kommt, ist noch unklar. Allein eine Auslieferung der Beschuldigten von Neuseeland an die USA kann ein Jahr oder länger dauern, wenn sie dagegen vorgehen.
Hacker greifen Regierungsseiten an
Offenbar aus Rache für die Megaupload-Schliessung hat die Hackergruppe Anonymous die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen. Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren vorübergehend Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan «We Are Legion» (»Wir sind eine Heerschar»).
Auch andere Sprüche wie «Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte» waren in englischer Sprache eingefügt. Am Abend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schliessung von Megaupload.com begrüsst.
Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Hacker legten die Internetauftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm.
(sda/dpa/maiu)
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