Krise im Euro-Land
Zeitdruck und keine Einigung bei Athener Gesprächen um Schuldenschnitt
Die Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt bleiben trotz Zeitdruck eine Hängepartie. Erneute Gespräche zwischen der griechischen Regierung und dem internationalen Bankenverband IIF haben daran nichts geändert.
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Der Verhandlungsführer des IIF, Charles Dallara, habe Athen verlassen, hiess es. Zuvor hatte es geheissen, bei den Gesprächen am Freitagabend seien deutliche Fortschritte erzielt worden.
Dallara, reiste zu Konsultationen mit Bankenvertretern nach Paris ab, wie ein Sprecher des Finanzministeriums sagte. «Heute wird es keine weiteren Verhandlungen (mit Dallara) geben.» Die Gespräche könnten aber telefonisch fortgesetzt werden, hiess es.
Hoffnungen auf Montag
Zuvor hatten der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos mit Dallara mehrere Stunden lang verhandelt. Griechische Medien gingen am Samstag davon aus, dass die angestrebte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) spätestens am Montag fertig sein könnte.
Die Griechen wollten eine Einigung unbedingt noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag unter Dach und Fach bringen, damit noch genug Zeit für eine rechtzeitige Umsetzung bleibt.
Der Erfolg der Vereinbarung der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern hängt am Ende davon ab, wie viele Banken und andere Besitzer griechischer Staatsanleihen mitmachen und auf Geld verzichten.

Ackermann: Teurer Schuldenschnitt
Unabhängig von den noch unbekannten Details wird der angestrebte Schuldenschnitt Europa nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auch auf lange Sicht teuer zu stehen kommen.
«Die Erwartung war, dass Staatsanleihen zu 100 Prozent zurückgezahlt werden. Dieses Prinzip wurde verletzt - und zwar entgegen allen Aussagen, die zuvor gemacht worden waren», sagte der Schweizer. «Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen, unter anderem in Form höherer Zinsen, die Investoren von vielen Regierungen verlangen werden.»
Der irische Finanzminister Michael Noonan bezeichnete die Beteiligung privater Gläubiger an dem Rettungspaket für Griechenland in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» als schweren Fehler. Dadurch sei die Schuldenkrise weiter verschärft worden.
Schuldenberg abbauen
Ziel des angestrebten Schuldenschnitts ist, Griechenland um 100 Milliarden Euro zu entlasten. Das Land sitzt derzeit auf einem Schuldenberg von rund 352 Milliarden Euro. Das entspricht 161 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Erlaubt wären gemäss den EU-Regeln höchstens 60 Prozent.
206 Milliarden davon befinden sich in den Händen von Privatleuten, Banken, Versicherungen und Hedge Fonds. Sollte der Schuldenschnitt gelingen, können die Schulden nach Schätzungen der EU und des Internationalen Währungsfonds IWF zunächst auf 152 Prozent fallen.
Bis 2020 sollen sie auf 120 Prozent sinken - allerdings unter der Voraussetzung, dass die Wirtschaft nach mehrjähriger Rezession ab 2013 wieder deutlich wächst. Eine solche Entwicklung zeichnet sich jedoch bislang nicht ab.
Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland.
(sda/koua)
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H. Haller, Kölliken
)
(kitwa
Verfasst am: 22.1.2012 3:21
Zeitdruck und am Ende bekommt
Griechenland die benötigen Milliarden doch, egal... mehr
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