Vermischtes
«Concordia»: Crew forderte Passagiere zu Rückkehr in Kabinen auf
Die Rettungsaktion auf dem havarierten Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» ist offenbar noch chaotischer abgelaufen als bisher bekannt war. So zeigt ein jetzt aufgetauchtes Video, wie ein Crew-Mitglied die bereits in Rettungswesten bereitstehenden Passagiere auffordert, wieder in ihre Kabinen zu gehen.
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Im Amateur-Video spricht das Crew-Mitglied der «Costa Concordia» vor einer Gruppe von Passagieren von einer «Ankündigung unseres Kommandanten». Dann folgt die Aufforderung, «freundlicherweise in die Kabinen oder in die Salons» zurückzukehren. Als Grund wird angegeben, dass das «Problem mit der Elektrik gelöst» sei. Den in Rettungswesten zuhörenden Passagieren wird zwar auch die Möglichkeit zugestanden, draussen auf Deck zu bleiben. Doch sei «alles unter Kontrolle», wird versichert.
Wie viel Zeit zum Zeitpunkt der Aufnahme und der Havarie vergangen war, ist unklar. Ebenso unklar ist, ob die Passagiere wirklich der Aufforderung des Crew-Mitglieds folgten – und ob einige das später sogar mit ihrem Leben bezahlten.
Crash als «Blackout» verharmlost
Gestern war bekannt geworden, dass die Verantwortlichen auf der «Costa Concordia» den Aufprall auf dem Felsen und das gewaltige Leck gegen aussen zunächst als «Stromausfall» darstellten. So erklärte ein Verantwortlicher des Schiffs per Funk der Hafenbehörde von Livorno, man habe einen «Blackout» an Bord. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine halbe Stunde seit dem Aufprall vergangen.
Der Funkverkehr war nicht vom Schiff aus aufgenommen worden, sondern von Livorno aus, vom Festland. Ein Carabinieri hatte die dortige Hafenbehörde kontaktiert, weil er einen besorgten Anruf von einem Verwandten erhalten hatte, der sich zu dem Zeitpunkt auf der «Concordia» befunden hatte. Der Verwandte, ein Seemann, hatte berichtet, ihm sei soeben beim Essen alles auf den Kopf gefallen.
(sf/vaid)
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