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Costa Concordia: Was passierte vor dem Unglück?

Donnerstag, 19. Januar 2012, 9:24 Uhr, Aktualisiert 20.01.2012, 0:18 Uhr

In den italienischen Medien ist über die Ereignisse vor der verheerenden Kollision der Costa Concordia spekuliert worden. Die Internetausgabe der «Stampa» schrieb unter dem süffisanten Titel «Cherchez la femme» von «surrealen Verhältnissen» auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffs vor dem Unglück.

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Suche im Chaos (10vor10 vom 19.01.2012)

Die etwa 25-jährige Frau war auf Einladung eines Offiziers an Bord und stammt aus Moldawien. Sie soll sich am Freitagabend neben dem Kapitän aufgehalten haben.

Nach Aussagen von Augenzeugen sollen sich gar mehrere Gäste dort aufgehalten haben. Ein englischer Tourist will unmittelbar vor dem Manöver mit den katastrophalen Folgen gesehen haben, wie diese Gäste mit dem Kapitän zusammen tranken. Es wird spekuliert, dass dieser dadurch zu sehr abgelenkt worden sei und deshalb zu spät eine Kurskorrektur angeordnet habe.

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Der «Corriere» veröffentlichte ein Bild der jungen Frau. Sie wird nun von den Ermittlern gesucht. corriere.it

Weil sie nicht im Verzeichnis der Passagiere stehe, werde die junge Moldawierin von den Ermittlern jetzt gesucht, heisst es. Diese gingen davon aus, dass mehrere Personen als blinde Passagiere an Bord gewesen sein könnten.

Auch andere Medien berichteten von der Moldawierin. Nichtregistrierte Passagiere seien nach den Sicherheitsregeln und Gesetzen nicht zulässig, erklärte die Reederei Costa Crociere dazu.

«Der Kapitän hat 3000 Menschen gerettet»

Die junge Frau ist vor einigen Tagen vom moldawischen Fernsehen interviewt worden. Darin sagt sie, Kapitän Schettino habe nach dem Unglück grossartige Arbeit geleistet. Ihm verdankten 3000 Menschen ihr Leben.

Für das Personal von Kreuzfahrten sei es kein Geheimnis, dass Kapitän und Offiziere diskret «in gewisser Zahl» Freunde oder Verwandte auf ihr Schiff einladen könnten, ohne dass diese offiziell registriert seien, schrieb «La Stampa». Diese im Fall der Costa Concordia zu ermitteln sei nicht unwichtig, denn es könne auch die Verwirrung bei der Zahl der Vermissten erklären.

Kein einmaliges Ereignis

Die Reederei setzte den Spekulationen in den Medien aber ein Ende. Die Frau habe sich «regulär» in Civitavecchia eingeschifft. Man sei bereit, den Ermittlern die notwendigen Unterlagen zukommen zu lassen, erklärte die Reederei.

Unterdessen wurde bekannt, dass das verhängnisvolle Manöver vor der Insel Giglio offenbar kein einmaliges Ereignis war. Bereits im August 2011 steuerte Kapitän Francesco Schettino den Luxuskreuzer noch näher an die Insel.

Bild Grafik: Kollisionkurs der Costa Concordia.
Kollisionskurs der Costa Concordia. Quelle: Lloyd's List Intelligence

Nach Daten von Lloyd's List Intelligence, dem Informationsdienst der Schifffahrtsbranche näherte sich die Costa Concordia am 14. August 2011 bis auf 230 Meter an die Insel Giglio. das war noch näher als am vergangenen Freitag.

Nach verschiedenen Medienberichten soll auch Kapitän Francesco Schettino bei der Einvernahme zugegeben haben, sein Schiff schon mehrmals gefährlich nahe an die Insel gesteuert zu haben.

Kapitän geständig

«Ich fuhr auf Sicht, weil ich den Meeresgrund gut kannte, ich habe dieses Manöver drei oder vier Mal durchgeführt», soll er laut den Berichten gesagt haben. Am letzten Freitag hat aber Francesco Schettino das Wendemanöver offenbar zu spät eingeleitet – mit verheerenden Folgen, wie man jetzt weiss.

(sf/blur/meru/muei)

Kommentare aktiv...

G. Sarasin, Allschwil
(chnord Frau)
Verfasst am: 19.1.2012 23:37

Ob Fisch (Costa Concordia) oder Vogel (Riesen-Jumbos A380)…..

… der Homo sapiens hat seine Grenzen endgültig... mehr

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P. Bollschweiler, Castellón
(fb_100000738973249 Mann)
Verfasst am: 19.1.2012 20:53

Alkahol

Sollte es wahr sein,dass der Kapitän getrunken... mehr

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T. Käppeli, Guatemala Ciudad
(thkaepp Mann)
Verfasst am: 19.1.2012 19:24

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht

Womöglich schrammte er damals schon unwissend... mehr

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