Schweiz
Schlossherr Erb wegen Milliarden-Pleite vor Gericht
Am kommenden Montag startet am Bezirksgericht Winterthur der Prozess gegen den Milliarden-Pleitier Rolf Erb. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Geschäftsführer der Erb-Gruppe gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung vor.
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Noch gilt für Rolf Erb die Unschuldsvermutung. Doch was dem 61jährigen vorgeworfen wird, ist ziemlich happig. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich umfasst 140 Seiten. Die Prozessakten füllen ganze 400 Bundesordner. Nach dem Swissair-Prozess handelt es sich um die bislang zweitgrösste Firmenpleite der Schweiz.
Die Deliktsumme beläuft sich auf über zwei Milliarden Franken. Die Gläubigerliste liest sich wie das «Who Is Who» der Bankenwelt. Insgesamt 17 Banken aus dem In- und Ausland haben die Erb-Gruppe grosszügig mit Krediten bedient. Mit 300 bzw. 180 Mio. Franken führen CS und UBS die Liste an – aber auch zahlreiche Kantonalbanken sind von Konkurs des Erb-Imperiums betroffen.
Der Zusammenbruch – Wie die Familie Erb Milliarden verdiente und wieder verlor
Seit dem Zusammenbruch des Erb-Imperiums hat sich Rolf Erb nie zu Wort gemeldet. Nach acht Jahren des Schweigens spricht der gescheiterte Milliardär erstmals. In der Sendung «DOK» gewährt er einen Einblick in die faszinierende Schlossanlage über dem Bodensee. DOK auf SF1 20.05 Uhr.
Rund 80 Firmen und vier Holding-Gesellschaften umfasste das Geschäftskonstrukt von Hugo Erb, dem Vater des nun Angeschuldigten. Das wichtigste Standbein der Erb-Gruppe war der Import japanischer Autos. Daneben besass Hugo Erb verschiedene Industrieunternehmen, wie beispielsweise den Küchenhersteller Piatti oder die Fensterfabrik Ego Kiefer. Zudem war Erb höchst erfolgreich im Kaffehandel.
Niedergang mit Ansage
Der «Selfmademan» Hugo Erb expandierte auch ins Ausland. Der Kauf einer Immobilienfirma erwies sich aber als Flop. Statt satter Gewinne gab es massive Verluste, sagt der Historiker Thomas Buomberger. Der Buchautor hatte Zugang zu internen Dokumenten des Erb-Imperiums.
Buomberger macht diese Akquisition massgeblich für den Niedergang des Imperiums verantwortlich. Bankkredite mit frisierten Bilanzen hielten die Gruppe ab 1998 noch am Leben.
2002 hatten sich Schulden von rund fünf Milliarden Franken angehäuft. 2003 kam dann, wenige Monate nach dem Tod von Hugo Erb, die endgültige Pleite. Verantworten muss diesen Niedergang nun Sohn Rolf Erb. Trotz des gigantischen Schuldenbergs lebt der Erb-Nachfolger noch immer im Schloss Eugensberg. Kurz vor dem Privatkonkurs überschrieb Rolf Erb den Besitz seinen damals knapp einjährigen Zwillingssöhnen.
Ansonsten bestreitet Rolf Erb seinen Lebenswandel durch Mieteinnahmen der verschiedensten Wohnobjekte aus dem Immobilienbesitz der Erb-Gruppe. Doch das könne sich bald ändern. Nebst dem Strafprozess droht Rolf Erb auch ein Zivilprozess.
Der Prozess dürfte mindestens zwei Wochen dauern, wie das Bezirksgericht Winterthur ausführt. Allerdings könnten daraus durchaus Monate, wenn nicht Jahre werden. Denn der Angeklagte hat seine Verteidiger ausgewechselt.
Es droht die Verjährung
Rolf Erb hat seine bisherigen Pflichtverteidiger durch die Zürcher Anwälte Vera Delnon und Bernhard Rüdy ausgetauscht. Diese hatten bisher aber noch keine Akteneinsicht. Nicht einmal die 140-seitige Anklageschrift habe Bernhard Rüdy vollständig eingesehen, wie er «SF-Online» sagte. Deshalb werde die Verteidigung bei Prozessauftakt um Aufschub bitten. Rüdy rechnet mit einer Prozesspause von mindesten 6 bis 12 Monaten. Viel Zeit für die Aufarbeitung der Erb-Pleite bleibt den Behörden allerdings nicht mehr – für den Strafprozess gilt eine Verjährungsfrist von 15 Jahren.
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J. Knecht, Bangkok
)
(knechtjosef
Verfasst am: 20.1.2012 6:01
Sollte er verurteilt werden ...
wird bestimmt die Überschreibung von Werten an... mehr
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J. Sand, Zürich
)
(juergsand
Verfasst am: 19.1.2012 23:00
Etwas merkwürdig ist die Diskrepanz
zwischen dem obigen Artikel und dem... [1] mehr
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J. ruf, rodersdorf
)
(beibo
Verfasst am: 19.1.2012 21:38
Kredite...
In diesem Fall kann man wieder einmal schön... mehr
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