Schweiz
Polizisten wegen irrtümlicher Festnahme vor Gericht
In Schwyz hat der Prozess gegen zwei Angehörige der Sondereinheit «Luchs» begonnen. Den Polizisten wird im Zusammenhang mit einer Festnahme vor sechs Jahren unter anderem Amtsmissbrauch vorgeworfen.
- 30.12.11: Schwyz: Leitender Staatsanwalt geht nach Vorwürfen
- 21.06.11: Schwyzer Justizstreit eskaliert – Staatsanwalt entmachtet
- 10.06.09: Staatsanwalt befindet über «Luchs»-Einsatz
- 17.04.09: «Luchs»: Ausländische Polizisten am Einsatz beteiligt
- 24.05.08: Luzerner Polizeichef steht Rede und Antwort
- 22.05.08: Oberster Polizist verteidigt sich
Artikel bewerten
Artikel teilen
Die Sondereinheit «Luchs» der Luzerner Polizei hatte 2005 in Oberarth (SZ) zwei Unschuldige festgenommen. Zwei Polizisten stehen deshalb jetzt in Schwyz vor Gericht. Der Staatsanwalt fordert wegen Amtsmissbrauchs und Freiheitsberaubung bedingte Geldstrafen. Am Freitag wird das Strafgericht über das Urteil beraten.
Es war die Nacht auf den 5. Juni 2005, als eine Spezialtruppe der Luzerner Polizei glaubte, im Kanton Schwyz einen international gesuchten Schwerverbrecher fassen zu können. Maskierte und bewaffnete Polizisten stoppten in Oberarth zwei junge Serben in ihrem Auto.
Die Sondereinheit «Luchs» hatte sich auf Informationen von verdeckten Ermittlern aus Deutschland und Österreich gestützt.
Unschuldige zu lange festgehalten
Laut Anklage zerrten die Polizisten die damals 17- und 22jährigen Männer aus ihrem Fahrzeug und legten ihnen Handschellen und Augenbinden an. Obwohl sich rasch gezeigt habe, dass Unschuldige gestellt worden seien, habe es zu lange gedauert, bis die beiden wieder freigelassen worden seien, kritisierte der Staatsanwalt.
Am Prozess vor dem Strafgericht in Schwyz sagten die beiden Geschädigten, dass sie geschlagen und misshandelt worden seien. Dabei hätten sie verschiedenste Schnittwunden und Prellungen erlitten, die einen Spitalaufenthalt von mehreren Tagen nötig gemacht hätten.
Die Polizisten seien entschieden und schnell vorgegangen, sagte der beschuldigte Einsatzleiter der Sondereinheit «Luchs» vor Gericht. Es habe aber keine Tätlichkeiten gegeben. Dass verdächtigen Personen auch Augenbinden angelegt würden, entspreche bei solchen Einsätzen der normalen Praxis, sagte der 59-Jährige.
Verletzungen laut Polizist nicht erklärbar
Vor Gericht klagten die beiden Serben, dass sie länger als eine Stunde von der Polizei festgehalten und drangsaliert worden seien. Dieser Aussage widersprachen die beiden beschuldigten Polizisten.
Diese betonten weiter, dass beim Zugriff das Auto abgeriegelt gewesen sei. Deshalb habe er mit seiner Pistole die Scheibe eingeschlagen, sagte der «Luchs»-Einsatzleiter. Die Verletzungen der beiden Serben könne er sich nicht erklären, sagte der andere Beschuldigte, ein 52-jähriger Polizist der Sondereinheit «Luchs».
Sie hätten bei der Freilassung auch nicht gesagt, dass sie ärztliche Hilfe brauchten. Zudem seien keine sichtbaren Verletzungen feststellbar gewesen.
Anträge der Staatsanwaltschaft
Wegen Amtsmissbrauchs und Freiheitsberaubung forderte der Schwyzer Staatsanwalt für den Einsatzleiter der Sondereinheit «Luchs» und den anderen Polizisten bedingte Geldstrafen von 90 Tagessätzen à 150 Franken respektive von 45 Tagessätzen à 100 Franken.
Zudem sollen noch Bussen von 1000 Franken respektive 500 Franken ausgesprochen werden. Den Anklagepunkt der unterlassenen Nothilfe liess der Staatsanwalt fallen.
(sda/maiu)
Meldungen im Tagesverlauf
- Prinzessin Victoria von Schweden: Es ist ein Mädchen!
- Gewinnrückgang bei der Bank Sarasin
- Nordkorea und USA setzen sich an einen Tisch
- Wawrinka besiegt Paire - Chiudinelli out
- SMA: Pre-Show mit Dani Forler, Alexandra Maurer und Mike Pelzer
- Swiss Re verdreifacht Jahresgewinn
- Kudelski rutscht in die roten Zahlen
- Sulzer: Viel Arbeit aber weniger Gewinn
- Prinzessin Victoria bringt Mädchen zur Welt
- US-TV-Wahlkampf: Santorum in der Defensive
- Ban schickt Uno-Nothilfekoordinatorin nach Syrien
- Tote und Verletzte bei Zugunglück in Argentinien
- Neue Datenschutzbestimmungen für Apps
- Cherie Blair verklagt Murdoch-Firma
- Experte: «Keine Effizienzsteigerung durch Weissgeldstrategie»
- Parteien zufrieden mit Weissgeld-Entscheid – ausser SVP


Prinzessin Victoria bringt Mädchen zur Welt
1,5 Millionen Euro: Monti legt Steuererklärung offen
Tote und Verletzte bei Zugunglück in Argentinien
US-TV-Wahlkampf: Santorum in der Defensive
Gewinnrückgang bei der Bank Sarasin
Nordkorea und USA setzen sich an einen Tisch
Swiss Re verdreifacht Jahresgewinn
Kudelski rutscht in die roten Zahlen
Vor 50 Jahren: Amerikaner umkreist Erde
Fünf Kandidaten wollen Zuppiger beerben
Jura-Frage: Bern und Jura einigen sich auf Abstimmungen
Das Reformprogramm für Griechenland in Stichworten
«Club»: Kinder homosexueller Eltern sind juristisch schlechter gestellt
«Früher waren die Griechen fröhliche Menschen»
Das Protokoll: 3-Punkte-Plan gegen versteckte Steuergelder
Junge bangen um Pensionskassenrente

























