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International

Alltag in der verseuchten Umwelt um Fukushima

Ueli Sax und Thomas Stalder
Donnerstag, 19. Januar 2012, 14:38 Uhr, Aktualisiert 20.01.2012, 14:06 Uhr

Zehn Monate nach Erdbeben, Tsunami und AKW-Katastrophe gehört in Japan der richtige Umgang mit verseuchten Lebensmitteln, verstrahlten Böden und atomar belastetem Wasser zu den grossen Herausforderungen. «Einstein» hat Behörden, Wissenschaftler und Unternehmer besucht, die versuchen, die Folgen der Atomkatastrophe zu bewältigen.

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Fukushimas verstrahlte Erde (Einstein, 19.01.2012)

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Untersuchungen von Lebensmittel und Böden auf radioaktive Strahlung gehören seit der Katastrophe von Fukushima in Japan vielerorts zum Alltag: Rund 30 verschiedene Produkte untersucht beispielsweise das Amt für Lebensmittelsicherheit der Stadt Tokio wöchentlich. Die Behörde setzt auf Stichproben und veröffentlicht die Ergebnisse im Internet. Viele Lebensmittelläden und –Produzenten kontrollieren zusätzlich ihre Ware selber.

Drei Monate nach der Katastrophe nahmen Forscher in der Provinz Fukushima über 2000 Bodenproben. Es war der Auftakt zu einer landesweiten Aktion. Physiker untersuchten in ganz Japan die Erde und erstellten eine Landkarte der radioaktiven Belastung. Besonders im Nordwesten Fukushimas ist die Verseuchung stellenweise gross. Wind und Regen haben radioaktive Partikel aber auch weit in den Süden getragen, fast bis nach Tokio.

Keine pflanzlichen Abfälle in der Kehrichtverbrennung

Kashiwa liegt etwa 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt. In der lokalen Kehrichtverbrennungs- anlage dürfen derzeit keine pflanzlichen Abfälle verbrannt werden, damit keine radioaktiven Partikel in die Luft gelangen.  Das belastete Material wird deshalb auf unbestimmte Zeit in einer Deponie eingelagert. Viele hoffen, das Problem erledige sich mit den Jahren von selbst.

Takahura Otsuka, Direktor der Physikabteilung an der Universität Tokio, gibt sich gegenüber «Einstein» in dieser Beziehung jedenfalls ziemlich fatalistisch: «Zur Zeit wissen wir nicht, wie wir belastete Erde dekontaminieren können. Deshalb lagern wir sie einfach an einem sicheren Ort und dichten die Grube ab. Dann müssen wir sie 30 bis 40 Jahre ruhen lassen, in dieser Zeit sollte die Radioaktivität auf natürliche Weise abnehmen.»

Mit magischem Pulver gegen verseuchtes Wasser

Wesentlich aktiver packen Kanetoshi Oda und seine Firma 'Nippon Poly Glu' das Problem Radioaktivität an. Mit Hilfe von Polyglutaminsäure wollen sie radioaktiv belastetes Wasser reinigen. Das Prinzip funktioniert bereits bei normalen Verunreinigungen: Löst man ein polyglutaminhaltiges Pulver in schmutzigem Wasser, verkleben die Verunreinigungen in Sekundenschnelle zu Flocken, die sich einfach herausfiltern lassen. Oda lieferte sein Pulver nach Katastrophen bereits nach Bangladesch und Thailand. Mit demselben Prinzip will er jetzt auch Japan helfen. Er ergänzt sein «magisches Pulver» mit Aktiv-Kohle, das Jod bindet, und mit Zeolith, das Cäsium bindet. Wieder verkleben die Verunreinigungen zu Flocken. Und weil das neue Pulver auch noch Eisenteile enthält, lassen sie sich mit einem Magneten aus dem Wasser ziehen.

Firmenchef Oda möchte seine Entwicklung den betroffenen Regionen möglichst schnell zur Verfügung stellen. Bis das Polyglutamin-Verfahren in den verstrahlten Gebieten angewendet werden kann, sind aber weitere Abklärungen nötig.

Kommentare aktiv...

G. bossert, Safenwil
(fama Frau)
Verfasst am: 19.1.2012 19:28

Firmenchef Oda hilft ....

Wenn' s funktioniert, dann wittert das ganz... mehr

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