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«Concordia»: Hafenoffizier wird italienischer Nationalheld

Mittwoch, 18. Januar 2012, 17:03 Uhr, Aktualisiert 19.01.2012, 2:02 Uhr

Ein Hafenoffizier ist zum neuen Nationalhelden Italiens aufgestiegen. Gregorio De Falco hatte Kapitän Francesco Schettino ordentlich die Leviten gelesen, als dieser die havarierte «Costa Concordia» und deren Passagiere im Stich liess.

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Grundlage für die Popularität von Gregorio De Falco ist ein am Dienstag bekannt gewordenes Telefongespräch. Es wurde kurz nach der Havarie vor der Insel Giglio aufgezeichnet, als sich Kapitän Francesco Schettino mit einem Rettungsboot von seinem Schiff abgesetzt hatte.

Wenn Gänge zu Schächten werden (10vor10, 18.01.12)

In dem Telefonat beschimpft De Falco den mittlerweile unter massiver Kritik stehenden Kapitän und befiehlt ihm, zurück auf das sinkende Schiff zu kehren. Auf diesem befinden sich zu jenem Zeitpunkt immer noch unzählige Passagiere.

Diskussionen in Talkshows

Die entschlossene Vorgehensweise des Hafenoffiziers stand in krassem Widerspruch zum Verhalten des wohl in Panik geratenen Kapitäns. Es ist in Italien zum Thema Nummer eins in Talkshows und Leitartikeln der Zeitungen avanciert.

Auf Facebook bildeten sich Fangemeinschaften, die den kahlköpfigen und hageren Offizier in den Himmel loben. T-Shirts wurden mit De Falcos Aussage «Gehen Sie an Bord, verflucht nochmal!» gedruckt und bereits tausendfach verkauft. «De Falco, sofort heilig!», fordern Internet-Surfer auf Twitter.

De Falco meidet Medien

«Danke Kommandant!», schrieb die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera». «Das dramatische Telefongespräch zwischen Schettino und De Falco könnte nicht besser die beiden Seelen Italiens darstellen.»

Auf einer Seite stehe der hoffnungslos verlorene Mann, der «feige Kapitän», der vor seiner Verantwortung als Mensch und Offizier flieht, und auf der anderen Seite eine energische Persönlichkeit, die sofort das Ausmass der Tragödie begreife und mit Autorität den Kapitän zu seinen Pflichten aufrufe. «Und in der Mitte, wie ein verwundeter Wal, liegt eine sinkende Welt.»

Doch der aus Ischia stammende Kommandant zeigt sich bescheiden und meidet das Rampenlicht der Medien, die ihn jagen. Er verbrachte offenbar schlaflose Nächte, um die Rettungsaktion zu koordinieren.

Die vielen Todesopfer lasten schwer auf seiner Seele. «Er ist erschöpft, doch er meint, er wird keine Ruhe haben, bis nicht klar sein wird, wie sich die Dinge abgespielt haben», sagte ein Mitarbeiter des Kommandanten.

(sda/apa/vaid)

Kommentare aktiv...

M. Mèchant, Klein-Euroland
(gustav.eu Mann)
Verfasst am: 18.1.2012 22:56

so schnell wird man also in Italien

zu einem Nationalhelden ? Oder wie hätte ein... mehr

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H. Beugger, Langenthal
(hans.beugger Mann)
Verfasst am: 18.1.2012 21:29

Concordia; Ein weiterer tragischer Fall

Ich war selbst auf Passierschiffen tätig und... mehr

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