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Autobahn-Vignette soll neu 100 Franken kosten

Mittwoch, 18. Januar 2012, 12:35 Uhr, Aktualisiert 20:52 Uhr

Die Schweizer Autobahnen leiden mindestens zu Stosszeiten an chronischer Verstopfung. Darum plant der Bundesrat Verkerhsberuhigungsmassnahmen und einen Ausbau des Nationalstrassennetzes. Die Kosten dafür will er mit einer massiv teureren Autobahn-Vignette decken.

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Bild Eine Hand klebt eine Vignette an eine Autoscheibe.
In der Bevölkerung sorgt die Idee schon lange für Unmut – der Bundesrat bleibt dennoch dabei: die Vignette wird mehr als doppelt so teuer. keystone

Auch nach der Vernehmlassung hält der Bundesrat am Plan fest, den Preis der Autobahn-Vignette auf 100 Franken zu erhöhen. Mit dem zusätzlichen Geld will er die Autobahnen erweitern.

Mehrkosten von 305 Millionen Franken

Das Nationalstrassennetz erfüllt nach Ansicht des Bundesrates die Bedürfnisse nicht mehr in ausreichendem Masse. Deshalb sollen auf Anfang 2014 zusätzliche Strecken im Umfang von rund 387 Kilometern ins Netz aufgenommen werden. Es handelt sich ausschliesslich um bereits bestehende kantonale Strassenverbindungen.

Auch Stau soll mit einem Massnahmenpaket reduziert werden. (Tagesschau, 18.01.2012)

Der Bundesrat hat die entsprechende die Botschaft ans Parlament verabschiedet. Insgesamt entstehen Mehrkosten von rund 305 Millionen Franken pro Jahr, wie das Verkehrsdepartement (UVEK) mitteilte. 30 Millionen sollen die Kantone tragen, 275 Millionen der Bund.

Finanziert werden soll der Ausbau durch die Erhöhung des Preises für die Autobahnvignette auf 100 Franken. Gleichzeitig will der Bundesrat eine Zweimonatsvignette für 40 Franken schaffen. UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard hält die Erhöhung der Vignette nach 20 Jahren auf 100 Franken für zumutbar. 

Temporeduktion gegen Stau

Im Jahr 2010 gab es auf Schweizer Nationalstrassen 16'000 Stunden Stau, über 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Dagegen will der Bund vorgehen. «Es wird weiterhin Staus geben, aber wir hoffen, dass wir den Verkehrsfluss verbessern können», sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard vor den Medien in Bern.

Sie hat das Bundesamt für Strassen beauftragt, verschiedene Massnahmen zur Stau-Bekämpfung umzusetzen. So soll es Anlagen installieren, auf welchen eine vorübergehende Reduktion der Höchstgeschwindigkeit von 120 auf 100 oder 80 km/h angezeigt werden kann.
 
Automatischer Befehl zur Temporeduktion
 
Gegenwärtig gibt es solche Verkehrsleitsysteme auf insgesamt 85 Kilometern. In den kommenden Jahren sollen die Anlagen schrittweise automatisiert und auf eine Gesamtlänge von 400 Kilometern ausgebaut werden. Autofahrer sollen die Geschwindigkeit auf rund 30 Prozent des Autobahnnetzes bei Staugefahr reduzieren müssen.
 
Die Forschung zeige, dass ein Autobahnabschnitt seine maximale Kapazität dann erreiche, wenn die Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von rund 85 km/h unterwegs seien, schreibt das UVEK. Eine schrittweise Reduktion der Maximalgeschwindigkeit reiche in vielen Fällen aus, um Staus zu verzögern und abzuschwächen.
 
Fahren auf dem Pannenstreifen
 
Als weitere Massnahme plant der Bund, bis 2020 Pannenstreifen auf rund 125 Kilometern umzunutzen. Ein Pilotversuch auf der A1 zwischen Morges- und Ecublens hat laut Leuthard gezeigt, dass die Folgen positiv sind. Kurzfristig ist die Umnutzung von Pannenstreifen im Raum Bern und auf der Umfahrung Winterthur geplant, mittelfristig sollen weitere Regionen dazu kommen.

Auf manchen Teilstrecken sollen Lastwagen zudem künftig bei hohem Verkehrsaufkommen nicht mehr überholen dürfen. Geplant ist weiter eine bessere Information der Autofahrer, etwa über Textanzeigen auf den Autobahnen.

Unterschiedliche Reaktionen

Der TCS sieht vorerst keinen Anlass zur Erhöhung des Vignettenpreises. Wie der Touringclub mitteilte, ist er gegen eine solche «krasse Überwälzung von Lasten der Kantone auf die Strassenbenützer». Er begrüsse, dass der Bundesrat endlich anerkenne, dass das Nationalstrassennetz ausgebaut werden müsse, sagte Mediensprecher Stephan Müller der «Tagesschau».

Reaktionen der Verkehrsverbände TCS und VCS (Tagesschau, 18.01.2012)

Der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) dagegen kritisiert den Bundesrat: Er habe nicht den Mut eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik anzugehen. Man baue die Strasse aus, man baue die Bahn aus, aber ein Neuanfang mit dem Ziel, den Verkehr von der Schiene auf die Strasse zu verlagern, fehle.

(sda/fref/schj)

Kommentare aktiv...

A. S., Swiss
(mycky Mann)
Verfasst am: 19.1.2012 17:56

Das heist also

wenn die Viniette 100 fr kostet hat es keine... mehr

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D. Frei, Uri
(Eidgenossen Mann)
Verfasst am: 19.1.2012 0:56

Wieso nicht mehre Vignetten

herstellen eine Jahres für Schweizer und ein... [1]  mehr

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X. Perte, Höngg
(Taylor Mann)
Verfasst am: 18.1.2012 20:59

Ausländische Lastwagen sollen blechen!

Denn diese ausländischen 40-Tonner belasten... mehr

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