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«Herr Kapitän, gehen Sie zurück an Bord!»

Dienstag, 17. Januar 2012, 8:27 Uhr, Aktualisiert 18:20 Uhr

Mitschnitte eines Telefongesprächs zeigen: Der Kapitän der havarierten «Costa Concordia» befand sich auf Festland, als die Leute in Schwimmwesten auf Anweisungen warteten. Er weigerte sich, auf das sinkende Schiff zurückzukehren. Auch auf Befehl der Küstenwache.

Bild Sicht vom Land aus auf das schräg im Meer liegende Kreuzfahrtschiff in der Nacht.
Kapitän schon an Land? «Nein, nein: Ich bin da und koordiniere die Rettung.» reuters

Es ist 1 Uhr 46 am Samstagmorgen, als noch hunderte Personen auf dem Schiff auf ihre Evakuierung warten. Ein Offizier der Küstenwache fordert Kapitän Francesco Schettino am Mobiltelefon auf, auf das sinkende Kreuzfahrtschiff zurückzukehren.

Offizier übernimmt Kommando

Zu diesem Zeitpunkt war dieser bereits auf dem sicheren Trockenen, wie Aufzeichnungen der Blackbox zeigen, welche die italienische Nachrichtenagentur Ansa publik machte. Ein Mitschnitt im Originalton zeigt, dass die Nerven offenbar blank lagen.

Mitschnitt des Telefongesprächs mit dem Kapitän (ital. Originalton)

«Sie steigen jetzt über die Feuerleiter auf den Bug und koordinieren die Evakuierung! Sagen Sie uns ausserdem, wie viele Passagiere sich noch an Bord befinden», befiehlt der Kommandant. Die Situation irritiert ihn offensichtlich. «Was machen Sie? Haben Sie die Hilfeleistung unterlassen?», fragt er.

Funkverkehr belastet Kapitän

Der Kapitän der havarierten «Costa Concordia» hatte sich geweigert, auf das sinkende Schiff zurückzukehren. Dies belegt ein Mitschnitt eines Telefongesprächs des Kapitäns mit der Hafenaufsicht. Lesen Sie hier die Übersetzung des Gesprächs.

Schettino antwortet: «Nein, nein: Ich bin da und koordiniere die Rettung.» Worauf der Offizier offensichtlich wütend entgegnet: «Kapitän, das ist ein Befehl! Jetzt übernehme ich das Zepter, weil sie das Schiff ausklariert haben. Sie gehen jetzt sofort zurück an Bord!»

Kapitän hat keine Ahnung von Opfern

Es seien bereits Leichen geborgen worden, sagt der Offizier dem Kapitän. Dieser fragt zurück, wie viele es seien. «Das sollten Sie mir sagen», enerviert sich der Offizier.

Bild Francesco Schettino verteidigt sich während eines Fernsehinterviews.
Am Telefon gab Schettino selbst widersprüchliche Angaben über seinen Aufenthaltsort. keystone

Darauf fordert der Offizier den Kapitän abermals auf, zum Schiff zurückzukehren. Der Kapitän versichert, dies zu tun.

Kapitän verrät sich um 00:42 selbst

Laut der Küstenwache und verschiedenen Zeugen hat sich Francesco Schettino bereits vor Mitternacht ans Ufer gerettet.

In einem um 00 Uhr 42 aufgezeichneten Anruf verrät sich der Kapitän selbst: «Wir können nicht zurück an Bord, weil das Heck am Absinken ist.» Daraufhin fragt der Offizier ungläubig: «Kapitän, haben Sie das Schiff schon verlassen?» «Nein, nein, natürlich nicht!», seine Antwort.

(afp/engf)

Kommentare aktiv...

D. Vuono, worblaufen
(divertente Mann)
Verfasst am: 18.1.2012 22:06

Dieser Kapitän

scheint mir entweder voll besoffen gewesen zu... mehr

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F. Urtz, Zürich
(Schliessmuskel Mann)
Verfasst am: 18.1.2012 6:26

Im früheren Leben Banker oder Politiker?

Es macht ganz den Eindruck - dirigieren und... mehr

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R. Meier, Gwatt (Thun)
(meierschweiz Mann)
Verfasst am: 17.1.2012 22:52

Unzurechnungsfähig?

Ich habe den Eindruck, der Kapitän war nicht... [2]  mehr

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