Rettungsarbeiten in «Costa Concordia»
Gefährliche Rettungsarbeiten für die Taucher (unkommentiert).

Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bereits am Sonntag mitteilte, waren bei der Evakuierung zwei Schweizer Staatsangehörige leicht verletzt worden. Sie konnten das Spital in Italien nach kurzem Aufenthalt wieder verlassen.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unterdessen, dass ein weiteres Todesopfer aus dem Schiffswrack geborgen wurde. Die Zahl der Toten steigt damit auf sechs. Nach wie vor werden 16 Personen vermisst. Es handelt sich laut den Behörden um zehn Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.
Die Bergungstrupps mussten ihre Arbeiten am Montagmorgen unterbrechen. Das Schiff war in Bewegung geraten und rund neun Zentimeter tiefer ins Wasser gerutscht.
Massive Vorwürfe gegen Kapitän
Das Schiff war am Freitag mit mehr als 4000 Menschen an Bord vor der Insel Giglio vor der Westküste Italiens auf einen Felsen aufgelaufen und havariert.
Schweres menschliches Versagen seitens des Kapitäns könnte nach Angaben des Eigners der «Costa Concordia» zur Havarie des Kreuzfahrtschiffes geführt haben. «Es scheint, dass der Kommandant Beurteilungsfehler gemacht hat, die schwerste Folgen gehabt haben», teilte die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere mit. Er soll den Luxusliner zu dicht an die Insel gesteuert haben.
Auch bei der anschliessenden Evakuation soll sich der Kapitän nicht an die üblichen Abläufe gehalten haben. So soll er das Schiff nicht wie vorgeschrieben als letzter verlassen haben.
Medienberichten zufolge soll der Kapitän mehrfach von der Küstenwache aufgefordert worden sein, wieder an Bord zu gehen, um die Evakuierung seines Schiffes zu koordinieren. Dies habe er jedoch nicht getan.Die Reederei äusserte sich dazu nicht.
Auch einen «SOS»-Ruf soll es nicht gegeben haben.Einzelheiten zum Hergang des Unglücks erhofft man sich von der Auswertung der Blackbox des Schiffes
Der 52-jährige Kapitän ist seit Sonntagabend in Haft. Ihm droht unter anderem ein Verfahren wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung.
Überlebende von Schiffs-Drama berichten
Der Schock über die Havarie der «Costa Concordia» vor der italienischen Küste, wird vielen Passagieren noch lange in den Knochen sitzen. Die Mehrheit der Schweizer Touristen ist bereits wieder zu Hause. Die «Tagesschau» hat ein Ehepaar in Muttenz (BL) besucht.
Dank an die Schiffsbesatzung
Die Reederei hob unterdessen in einer Erklärung die Leistung der Besatzung bei der Evakuierung der Menschen von Bord der «Costa Concordia» hervor. Die Mannschaft habe «tapfer und zügig dabei geholfen, mehr als 4000 Personen in einer sehr schwierigen Situation in Sicherheit zu bringen», hiess es. Dagegen hatten Passagiere von chaotischen Szenen berichtet und über unzureichende Sicherheitsausrüstung geklagt.
(agenturen/redaktion)









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P. Heckendorn, Ascona
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(PHeckendorn
Verfasst am: 16.1.2012 8:42
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