Rettungsarbeiten in «Costa Concordia»
Gefährliche Rettungsarbeiten für die Taucher (unkommentiert).

Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» hatte am Freitagabend aus noch ungeklärten Gründen zwischen der Insel Giglio und der toskanischen Küste einen Felsen gerammt und war auf Grund gelaufen. An Bord brach Panik aus, mehrere Passagiere sprangen ins Wasser.
Bei den drei Toten handelt es sich um zwei französische Touristen und einen peruanischen Matrosen, wie die toskanischen Behörden mitteilten. Ein 70-Jähriger erlitt im kalten Wasser einen Herzinfarkt und starb.
Die Zahl der Toten könnte sich noch erhöhen: Bis zum Abend galten nach unterschiedlichen Angaben noch Dutzende Personen als vermisst.
An Bord haben sich gemäss Passagierliste auch 69 Schweizer befunden. Das EDA verfügt zurzeit über keine Informationen, wonach sich Schweizer unter den Toten befunden hätten, hiess es in einer Mitteilung. Nach ersten informationen wurde eine Person verletzt. Es gebe noch keine Informationen zum Zustand der restlichen Schweizer Touristen.
Schweizer Hilfe Vorort
Die Schweizerische Botschaft in Rom hat, mit Unterstützung des Krisenmanagement-Zentrums des EDA in Bern, Vertreter der Botschaft nach Porto Santo Stefano entsandt, wohin die Passagiere evakuiert wurden.
Zudem wurden Mitarbeiter nach Savona geschickt, wohin ungefähr 1200 Personen durch die italienischen Behörden mit Autobussen transportiert wurden. Die Schweizerische Botschaft in Rom ist ebenfalls in Kontakt mit den zuständigen Behörden und mit der Schiffsreederei.
Die Reiseveranstalter Kuoni, Hotelplan und Tui haben bestätigt, dass sie Kunden an Bord des Schiffes hatten. Einige Passagiere hätten sich offenbar bereits bei ihnen gemeldet.
Ursache ungewiss
Die Crew hatte einen Stromausfall gemeldet, bevor das Schiff vom Kurs abkam. Die «Costa Concordia» habe «ein Hindernis getroffen, das ein 50 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat», berichtete die Küstenwache. Der Kapitän, der in diesem Moment auf der Brücke gewesen sei, habe dann entschieden, das Schiff evakuieren zu lassen. Er wurde festgenommen.
Kapitän festgenommen
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Kapitän wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Herbeiführung eines Schiffbruchs. Lesen Sie hier mehr dazu.
Durch das Loch sei Wasser eingedrungen, das Schiff hatte sich daraufhin zur rechten Seite geneigt. Zwölf Stunden nach dem Unfall lag es fast waagerecht auf der Seite im Wasser. Die Reederei «Costa Crociere» teilte mit, dass der Treibstoff aus dem Schiff entnommen worden sei. Es bestehe keinerlei Gefahr, dass Öl ins Meer gerate.
Wieso das Kreuzfahrtschiff das Hindernis übersehen hatte, ist noch unklar. Ein Experte, der das Wrack aus der Nähe betrachten konnte, bezeichnete einen menschlichen Fehler oder einen elektronischen Defekt als die wahrscheinlichsten Ursachen.
SF-Sonderkorrespondent Florian Inhauser erwähnt in der «Tagesschau», dass das Gerücht bestehe, dass das GPS-System an Bord nicht gut funktioniert habe.
Hafennähe hilft bei der Rettung
«Wir haben einen grossen Krach gehört, dann war es die Hölle», erklärte ein Passagier, der zusammen mit anderen Betroffenen aufs Festland nach Porto Santo Stefano gebracht wurde. «Sie haben uns gesagt, wir sollten die Ruhe bewahren, die Angst war aber auf allen Gesichtern, die Besatzung eingeschlossen», sagte der Passagier.
Dass sich der Unglücksort unmittelbar vor dem Hafen der Insel Giglio befindet, erleichterte die Evakuierungsmassnahmen. Die Reederei nannte es jedoch extrem erschwerend, dass sich das Schiff nach einem Wassereinbruch stärker zur Seite neigte. Mit Helikoptern, Schiffen und Tauchern wird nach Vermissten gesucht.
Die meisten der rund 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden mit Rettungsbooten bis zum Morgen in Sicherheit gebracht.
«Costa Concordia»: Luxusschiff der Superlative
Die «Costa Concordia» gehört nach Angaben des Eigners zu den neuesten und grössten Kreuzfahrtschiffen, die derzeit auf den Meeren unterwegs sind. Sie wurde 2006 gebaut und bietet in 1500 Kabinen Platz für 3780 Passagiere. Betreiber ist das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere mit Sitz in Genua.
Das Schiff misst 290 Meter und ist rund 35 Meter breit. Es schafft bei 114'500 Bruttoregistertonnen eine maximale Geschwindigkeit von 23 Knoten (rund 43 Stundenkilometer). 1100 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Gäste. An Bord befinden sich auf 17 Decks neben fünf Restaurants auch ein Theater, ein Kino sowie Clubs und Diskotheken.
«Wie im 'Titanic'-Film»
«Innerhalb kürzester Zeit bekam es eine Schräglage, so dass die Vasen von den Tischen fielen, von den Tresen fiel alles runter, (...) so ähnlich wie im Film 'Titanic', man hat es nicht geglaubt», sagt ein Augenzeuge.
Zunächst seien die Passagiere von einem technischen Defekt unterrichtet worden, sagte Honvehlmann. Die Mannschaft habe versucht, die Leute zu beruhigen. «Dann trieb das Schiff immer mehr auf die Küste zu.» Die Rettung sei chaotisch gewesen. «Das war die erste Kreuzfahrt in meinem Leben und sicherlich auch die letzte, sowas geht ja gar nicht.»
Kreuzfahrtgesellschaft spricht von Tragödie
Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere hat das Schiffsunglück eine bestürzende Tragödie genannt. Den Angehörigen der Opfer sprach die Gesellschaft in einer Mitteilung ihr Beileid aus. Man werde alles unternehmen, um die Passagiere und die Besatzungsmitglieder der «Costa Concordia» zu betreuen und im höchsten Masse mit den Behörden zusammenarbeiten, um die Ursachen des Unfalls zu klären.
Nicht der erste Zwischenfall
Es ist nicht der erste Zwischenfall mit der «Costa Concordia». 2008 hatte das Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Palermo die Hafenbefestigung gerammt und war leicht beschädigt worden. Zum Zeitpunkt des Unfalls fegten heftige Sturmböen über die sizilianische Hafenstadt.
Die Titanic ist wohl das berühmteste gesunkene Kreuzfahrtschiff. Unglücke dieser Art kommen allerdings bis in die heutige Zeit immer wieder vor. In den meisten Fällen kamen die Passagiere aber mit dem Schrecken davon.
(agenturen/halp/gern/weis/hesa)









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S. Gallo, Beinwil am See
)
(Donbone
Verfasst am: 15.1.2012 2:06
Alles erfahrene Kapitäne hier
aber bitte eure Erfahrungen im Ruderbötli auf... mehr
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D. Heer, Olten
Verfasst am: 14.1.2012 23:30
Unfähiger Kapitän
Du lieber Himmel. Wie fahrlässig, sich mit einem... [1] mehr
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M. Zelger, Stans
)
(Marlene.Zelger
Verfasst am: 14.1.2012 20:50
So eine Schlamperei...
....wäre bei unseren... mehr
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