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US-Steuerklagen: Bankier Hummler unter Druck

Freitag, 13. Januar 2012, 0:33 Uhr

Der Privatbankier Konrad Hummler nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, schwarze Schafe in der Branche zu kritisieren. Nun jedoch steht der Chef der Wegelin-Bank selbst in der Kritik, wie «10vor10» berichtet. Denn Hummler ist auch Verwaltungsratspräsident der Neuen Zürcher Zeitung - droht ein Interessenkonflikt?

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Drei Mitarbeiter von Hummlers Bankhaus sollen geholfen haben, Geld am nordamerikanischen Fiskus vorbei zu schleusen. Es geht um 1,2 Milliarden Dollar, berichtet «10vor10». Es handle sich um Kunden, die die Bank von der UBS übernommen hat.

Konrad Hummler unter Druck (10vor10, 12.01.2012)

«NZZ-Verwaltungsrat sieht keinen Handlungsbedarf»

Pikant ist, dass Hummler auch Verwaltungsratspräsident der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist, die über die Steuerfälle in der Bank berichtet. Das Kontrollorgan der Zeitung beschäftigte sich nun mit dieser Situation und lotete dabei wohl auch einen möglichen Interessenkonflikt zwischen Hummler als Bankchef und als NZZ-Verwaltungsratspräsident aus.

Hummler gegenüber «10vor10»: «Ich habe den Verwaltungsrat über die Situation in der meine Bank und ich selber bin, unterrichtet. Wir haben die Lage analysiert und der Verwaltungsrat sieht im Moment keinen Handlungsbedarf.»

Übernahme von UBS-Kunden in der Kritik

Wirtschaftsprofessor Martin Janssen hat zu den Vorgängen in der Hummlers Finanzinstitut eine dezidierte Meinung: «Wegelin ist eine Schweizer Bank und hat keine Operationen in Amerika. Sie ist deshalb weniger verletzlich als eine CS zum Beispiel. Aber, wie man jetzt sehen kann, sie kann trotzdem unter Druck kommen.» Aus heutiger Sicht wisse «man, dass es nicht gescheit war, die Kunden von der UBS zu übernehmen», so Janssen weiter.

Die US-Steuerbehörden machen jedenfalls weiter Druck - auf insgesamt elf Schweizer Finanzinstitute. Und die Unabhängigkeit der NZZ-Redaktion? Die sei gewährleistet, meint NZZ-Verwaltungsratsmitglied Franz Steinegger: «Also das kann ich festhalten. Die Redaktion ist völlig unabhängig.»

Bankier Pictet: USA versuchen Druck zu machen

Nicolas Pictet, Teilhaber der gleichnamigen Genfer Privatbank, schliesst unterdessen weitere Aktionen der US-Justiz gegen den Schweizer Finanzplatz nicht aus. Die jüngsten Ereignisse um die Privatbank Wegelin, bei der drei Mitarbeiter von den US-Strafbehörden angeklagt wurden, wollte er aber nicht kommentieren.

Zugleich sagte er gegenüber der Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP, dass Aktionen der US-Justiz nie ganz ausgeschlossen werden könnten - auch bei Pictet nicht. Die Amerikaner versuchten mit solchen Aktionen Eindruck zu machen, sagte Pictet am Rande der Jahres-Medienkonferenz der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers (VSPB).

Man müsse aber wissen, dass seine Bank 2006 eine Gesellschaft in den USA gegründet habe (Pictet North America Advisors), die bei der Aufsichtsbehörde SEC registriert sei. So sei kein amerikanischer Pictet-Kunde von einer Gesellschaft betreut worden, die den amerikanischen Gesetzen nicht unterstellt gewesen sei.

Wachstum bei Pictet

Nicolas Pictet äusserte sich auch zur Geschäftsentwicklung seines Institutes. Ende September habe man Vermögen von 365 Milliarden Franken betreut, das Wachstum des Nettoneugeldes habe seit Jahresbeginn bei 4 Prozent gelegen.

Im vergangenen Jahr habe Pictet dabei rund 90 neue Stellen in allen Bereichen geschaffen, derzeit beschäftige die Bank über 3100 Mitarbeiter. 

(sf/10vor10/agenturen/halp)

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A. Kurt, Dürnten
(minu92 Mann)
Verfasst am: 13.1.2012 11:56

Ustertag

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