Inhalt

Darbellay: Affäre Hildebrand «nicht koscher»

Dienstag, 10. Januar 2012, 8:59 Uhr, Aktualisiert 13:40 Uhr

Kurz nach der Anhörung von Philipp Hildebrand hat Christoph Darbellay, Präsident der nationalrätlichen Wirtschaftskommission (WAK), den Auftritt des zurückgetretenen SNB-Chefs als souverän bezeichnet. Ein paar Stunden später sieht Darbellay die Sachlage differenzierter.

Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind zur Affäre Hildebrand

Denn inzwischen hat auch CVP-Nationalrat Darbellay die neuen belastenden Dokumente gelesen, welche die Nationalbank erst gegen Abend auf ihrer Website aufgeschaltet hat. Für Darbellay wird jetzt noch klarer, dass die ganze Geschichte «nicht ganz koscher war».

Bild Philipp Hildebrand
Mit dem Rücktritt von Philipp Hildebrand ist die Affäre noch nicht ausgestanden. keystone

Offene Fragen bleiben

In der Sendung «Heute Morgen» von Radio DRS stellt Darbellay nun Fragen: Warum hat Philipp Hildebrand seinen Rücktritt am letzten Donnerstag noch ausgeschlossen? Fragen gäbe es auch zu den Untersuchungsberichten der Eidgenössischen Finanzkontrolle und der Treuhandfirma PwC, die die Bereicherungs-Vorwürfe gegen SNB-Präsident Hildebrand im Eilzugstempo entkräftet hatten. Zeit müsse man sich nehmen, auch für ein allfällig besseres Reglement bei der Nationalbank, damit sich ein Fall Hildebrand nicht wiederhole.

Finma überprüft Sachverhalt

Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) steht im Kontakt mit der Bank Sarasin. «Die Finma holt Informationen ein, um den Sachverhalt in der Affäre Hildebrand vertieft anschauen zu können», erklärt Finma-Sprecher Tobias Lux auf Anfrage von «SF Online».

Die Finma will von der Bank Sarasin wissen, was schiefgelaufen ist und ob diese alles getan habe, um zu verhindern, dass geheime Kundendaten an die Öffentlichkeit gelangen konnten.

Dazu will sich die Finma ein vertieftes Bild der internen Compliance-Prozesse verschaffen. Sollte die Finma auf Lücken und Schwächen stossen, wird sie der Bank eine Frist einräumen, um die verlangten Standards zu erfüllen.

Rücktritt erfolgte auf Druck

Unterdessen melden die Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Blick», dass Hildebrands Rücktritt auf Druck des Bankrats geschah. Laut «Tages-Anzeiger» zeichnete sich am letzten Freitag ab, dass sich Hildebrand kaum mehr im Amt halten könne. Damals sei der vierköpfige Prüfungsausschuss mit den neuen Dokumenten in Kontakt gekommen. 

Hildebrand habe an der Sitzung vom Samstag rasch gemerkt, dass er den Rückhalt des Aufsichtsgremium nicht mehr hatte. «Die neuen Fakten führten dazu, dass man sich im Interesse der Nationalbank sagen musste, dass sich aufgrund der neu aufgetauchten Dokumente ein Rücktritt nicht mehr abwenden liess.»

Bankratspräsident Hansueli Raggenbass wich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» der Frage aus, ob sein Gremium Hildebrand vom Rücktritt habe abbringen wollen. Er sagte bloss: «Der Rücktritt war Philipp Hildebrands Entscheid.»

(sf/muei)

Kommentare aktiv...

U. Romer, Opfikon
(romeru Mann)
Verfasst am: 10.1.2012 16:51

Die Moralisten haben Hochkonjunktur...

Bedenklich, dass ausgerechnet die "liberale... mehr

Zustimmen — 27 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 22 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

P. Jegerlehner, Ostermundigen
(bantiger Mann)
Verfasst am: 10.1.2012 15:37

Andere machen Fehler,

dubiose Devisengeschäfte werden unter den Tisch... [1]  mehr

Zustimmen — 40 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 25 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

P. müller, Bern
(sam-i-88 Mann)
Verfasst am: 10.1.2012 15:12

Die überkorrekte SVP

Wäre spannend, wenn man bei SVP Politikern zu... [1]  mehr

Zustimmen — 88 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 79 Leser sind anderer Meinung.

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.