Schweiz
Hildebrand: «Ich bedaure, was passiert ist»
Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand will im Amt bleiben. Er wehrt sich vehement gegen die erhobenen Vorwürfe des Insiderhandels. «Weder ich noch meine Familie haben unzulässige Transaktionen vorgenommen. Es erfolgte kein Missbrauch.» Hildebrand bedauert aber die Dollar-Transaktion.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Der aufgrund von privaten Devisengeschäften unter Druck geratene oberste Währungshüter der Schweiz hat nach eigenen Aussagen juristisch kein Fehlverhalten an den Tag gelegt. «Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt korrekt verhalten», sagte Hildebrand. Er verstehe aber die Aufregung der Öffentlichkeit wegen der moralischen Frage.
Hildebrand fordert mehr Transparenz
Das Reglement der SNB über Eigengeschäfte der Mitglieder des Direktoriums entspreche den europäischen Standards, betonte Hildebrand. Es brauche angesichts der schwierigen Lage der Finanzmärkte aber mehr Transparenz, sagte er. «Dafür werde ich mich einsetzen», sagte er.
Hildebrand und seiner Familie wird vorgeworfen, mit Dollarkäufen und -verkäufen privat Geld verdient zu haben. Er habe eine Untersuchung seiner finanziellen Verhältnisse erbeten, als ihm der Bundesrat am 15. Dezember von den Vorwürfen berichtete.

Hildebrands Bankdaten gingen an SVP-Grossrat
Gemäss SNB-Bankratspräsident Hansueli Raggenbass hat ein IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin die Bankdaten an den Thurgauer Anwalt Herman Lei weitergeleitet.
Der 40-jährige Lei (Bild) ist SVP-Grossrat im Kanton Thurgau, führt eine Anwaltskanzlei in Weinfelden (TG) und ist Präsident der Offiziersgesellschaft Frauenfeld. Lei soll die Daten an Christoph Blocher ausgehändigt haben. Blocher wiederum übergab die Daten danach an die damalige Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey.
Alle Transaktionen im Jahr 2011 seien von der Revisionsgesellschaft PwC untersucht worden. «Weder ich noch meine Familie haben unzulässige Transaktionen vorgenommen», zitierte Hildebrand das Ergebnis der Prüfung. Er würde gewisse Dinge aber heute anders machen, sagte Hildebrand.
«Solange ich das Vertrauen der Behörden, des Bankrates und des Bundesrates besitze, ist Rücktritt kein Thema», sagte Hildebrand. Für SNB-Bankratspräsident Hansueli Raggenbass hat der Ruf der SNB durch den Wirbel um Hildebrand bisher keinen Schaden genommen.
Hildebrands langes Schweigen
Zu seinem langen Schweigen sagte Hildebrand: «Wir haben deshalb mit der Kommunikation so lange gewartet, weil wir auch nicht viel wussten.» Man habe eine Salamitaktik bei der Information vermeiden wollen. «Wir wollten warten, bis wir die Geschichte aus allen Blickwinkeln kannten. Ob wir sie heute allerdings in vollem Umfang kennen, ist schwierig zu beurteilen.»
Transaktion ohne Hildebrands Wissen
SNB-Präsident Philipp Hildebrand bedauert, dass er eine Dollar-Transaktion im August nicht sofort rückgängig gemacht hat. «Ich mache mir diesen Vorwurf», sagte er.
«Hätte Geschäft rückgängig machen sollen»
Ehefrau Kashya Hildebrand hat in einer Transaktion am 15. August 504'000 Dollar gekauft, darunter 20'000 Dollar für die Tochter Hildebrands. Dies habe seine Ehefrau ohne sein Wissen bei der Bank Sarasin veranlasst, sagte Hildebrand.
Nachdem er von der Transaktion erfahren habe, habe er die Bank am Folgetag angewiesen, nur noch Geschäfte mit seiner persönlichen Zustimmung zu tätigen. Er hätte die Rückwicklung der Transaktion veranlassen sollen, sagte Hildebrand. Sonst müsse er sich keinen Vorwurf machen.
Zwischen dem Dollar-Kauf durch Kashya Hildebrand am 15. August und dem Verkauf der Dollars aus der April-Transaktion liegt die Festlegung der Euro-Untergrenze bei 1,20 durch die SNB am 6. September. Diese bis Mittwoch nicht im Detail bekannten Umstände haben die Vorwürfe gegen Hildebrand wegen Insider-Handels ausgelöst.
(sf/sda/widb)
Meldungen im Tagesverlauf
- Mindestens 8 Tote nach Erdbeben in Italien
- Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
- Beschwerde von AKW-Mühleberg-Betreiberin BKW abgelehnt
- Transfers und Gerüchte: Abraham möchte zum Hamburger SV
- Bircher und Hildenbrand zurückgetreten
- Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
- Promis geben in Monaco Vollgas
- Wegpauschale nicht immer zulässig
- Milliarden-Spritze für griechische Banken
- Zwei Schweizer bei Flugzeugunglück in Norddeutschland getötet
- «Oranje» und Co. noch nicht in EURO-Form
- Opfer bei abgestürztem Kleinflugzeug in Deutschland sind vermutlich Schweizer
- Tote bei Protest gegen Schweizer Xstrata
- Tunesischer Präsident will Potentatengelder zurück
- Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
- Miami Heat legen im Conference-Final vor


Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Mindestens 8 Tote nach Erdbeben in Italien
Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
Zorn über Wahlausgang auf Ägyptens Strassen
Kauflust in der Schweiz zieht weiter an
Beschwerde von AKW-Mühleberg-Betreiberin BKW abgelehnt
Wenig Überschuss für AHV, rote Null für IV
Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen














U. Amader, Langenthal
)
(commm
Verfasst am: 6.1.2012 22:35
Die SVP muss sich in Zukunft warm anziehen
Mit dem heutigen Tag wird das trübe Panzer-Eis... mehr
Zustimmen — 11 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 3 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
T. D, Luzern
)
(TDI
Verfasst am: 6.1.2012 13:47
Seit gestern
...liegen die Fakten auf dem Tisch: - PH machte... mehr
Zustimmen — 21 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 10 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
B. Düggelin, Zürich
)
(matchwinner
Verfasst am: 6.1.2012 13:05
Fehler eingestanden
Der SNB-Chef hat seinen fahrlässigen Fehler... mehr
Zustimmen — 20 Leser sind auch dieser Meinung.
Ablehnen — 6 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten