International
Wulff sagt Nein zur Veröffentlichung seiner Mailbox-Nachricht
Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff ist gegen einen Abdruck seiner umstrittenen Mailbox-Nachricht in der «Bild»-Zeitung. Das Präsidialamt erklärte, Wulff wolle es bei der persönlichen Entschuldigung belassen.
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Dies geht aus einem Brief an den Chefredaktor des Blatts, Kai Diekmann, hervor, den Wulff veröffentlichte. Darin heisst es, die Nachricht, die er auf Diekmanns Handy hinterlassen habe, sei vertraulich gewesen. «Die in einer aussergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschliesslich für Sie und für sonst niemanden bestimmt», erklärt Wulff.
Der Anruf sei ein «schwerer Fehler» gewesen, für den er sich entschuldigt habe, betont der Präsident in dem Brief. Diekmann habe diese Entschuldigung angenommen. «Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben», schrieb Wulff.
Zuvor gab die «Bild»-Zeitung bekannt, sie wolle die Abschrift des Anrufs von Bundespräsident Christian Wulff bei ihrer Chefredaktion publizieren. Denn Wulff hatte in einem Interview gesagt, er habe mit dem Anruf die Veröffentlichung nicht verhindern, sondern nur hinausschieben wollen. Dem widerspricht «Bild».
Das Blatt verbreitete heute ein Schreiben von Chefredakteur Kai Diekmann, in dem er Wulff um Zustimmung zur Veröffentlichung des Telefonats bittet. «Um Missverständnisse auszuräumen, was tatsächlich Motiv und Inhalt Ihres Anrufes angeht, halten wir es für notwendig, den Wortlaut Ihrer Nachricht zu veröffentlichen», heisst es in dem Schreiben.
Die Zeitung habe «mit Verwunderung» Wulffs Aussage im Fernsehinterview am Mittwochabend zur Kenntnis genommen. Dieser hatte gesagt, bei seinem Anruf auf Diekmanns Mailbox sei es nicht um die Verhinderung der Berichterstattung, sondern um deren Verschiebung um einen Tag gegangen.
Darin erklärt Diekmann auch, dass die Zeitung der Bitte um Verschiebung des Berichts über Wulffs 500‘000-Euro-Kredit einmal entsprochen hatte. Nach der Einigung auf den «von Ihrem Hause gewünschten Aufschub» habe Wulffs damaliger Pressesprecher Olaf Glaeseker der «Bild»-Zeitung am 12. Dezember schriftliche Antworten auf ihren tags zuvor übermittelten Fragenkatalog geschickt.
Die Antworten seien kurz vor Redaktionsschluss vom Präsidialamt zurückgezogen worden: «Dann erfolgte Ihr Anruf auf meiner Mail-Box.»
Mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht
Wulff hatte zuvor in einem Interview von ARD und ZDF auf die Frage, ob es nicht für einen Bundespräsidenten tabu sein müsse, unliebsame Berichterstattung im Vorhinein verhindern zu wollen, gesagt: «Ich habe nicht versucht, sie zu verhindern. Ich habe darum gebeten, einen Tag abzuwarten (...).»
Wulff steht in der Affäre seit Tagen unter besonderem Druck, seit bekannt wurde, dass er persönlich vor Erscheinen des kritischen Artikels bei Diekmann angerufen hat. Dabei hatte er der Zeitung zufolge dem verantwortlichen Redaktor mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, sollte ein Beitrag über seinen umstrittenen Kredit veröffentlicht werden.
Derweil verliert Bundespräsident Christian Wulff einer Umfrage zufolge in der Bevölkerung kontinuierlich an Zustimmung. Am Mittwoch sprachen sich laut ARD-Deutschlandtrend noch 47 Prozent der Deutschen für einen Verbleib des Politikers im Amt aus. Am Montag waren es noch 63 Prozent.
Kein würdiger Präsident
Auch die Glaubwürdigkeit ging in der Einschätzung der Befragten deutlich von 36 Prozent am Montag auf 27 Prozent am Mittwoch zurück. Dass Wulff ehrlich ist, glaubten nur noch 22 Prozent der Deutschen.
Eine Mehrheit ist der Ansicht, dass Wulff kein würdiger Bundespräsident mehr ist. Infratest dimap befragte am Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils 500 Wahlberechtigte und damit vor der Ausstrahlung einesTV-Interviews mit Wulff. Darin sagte Wulff am Abend, er erhalte eine «grosse Unterstützung» in der Bevölkerung.
(sda/reuters/horm)
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B. Kaiser, Thorhild
)
(stillhope
Verfasst am: 5.1.2012 19:10
Politisches Unwetter
Ich bin immer wieder erstaunt, dass zu gewissen... mehr
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A. Juha, Zürich
)
(anschaka
Verfasst am: 5.1.2012 18:00
Schattenboxen
In aller Regel geht es um etwas anderes, wenn so... mehr
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A. Seehuber, Genève
)
(Seehuber
Verfasst am: 5.1.2012 12:07
Na wenigstens ...
... hat die Welt jetzt endgültig mitbekommen,... mehr
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