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1,2 Mrd: «Härtester» US-Anwalt klagt Wegelin-Banker an

Nico Ruffo
Mittwoch, 4. Januar 2012, 1:24 Uhr, Aktualisiert 21:15 Uhr

Drei Schweizer Banker sind in New York wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt worden. Sie sollen versucht haben, 1,2 Mrd. Dollar am Fiskus vorbei zu schleusen. Die Schweizer sind für die Privatbank Wegelin & Co. tätig.

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Wegelin-Banker in den USA angeklagt (Tagesschau, 4.01.2012)

Die US-Anklage wirft den drei Schweizer Bankern vor, «zusammen mit US-Steuerzahlern und anderen Personen einen Plan ausgearbeitet zu haben, um Gelder in der Höhe von 1,2 Mrd. Dollar zu verstecken», heisst es. Bei einer Verurteilung droht ihnen bis zu fünf Jahren Haft.

Der verantwortliche Staatsanwalt Preet Bharar soll laut dem US-Online Magazin «The Atlantic» einer der härtesten Anwälte für Wirtschaftskriminalität sein. Der Richter, Jed Rakoff, wurde kürzlich als Held von «Occupy Wall Street» gefeiert, weil er der Bank Citigroup eine Beilegung eines Falles im Zusammenhang mit der Finanzkrise verweigerte. Beide haben sich auf Steuerhinterziehung von amerikanischer Firmen durch Steuerschlupflöcher spezialisiert.

Wegelin hofft auf US-Anwälte

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, beschuldigen die US-Ermittler die drei Banker, zwischen 2005 und 2010 Kunden angeworben und ihnen unter anderem bei der Gründung von Scheinfirmen in Liechtenstein, Panama und Hong Kong geholfen zu haben.

Sie sind für die St. Galler Bank Wegelin & Co. tätig, wie die Bank gegenüber «SF Online» bestätigt. Die Bank und die von ihr beauftragten US-Anwälte hätten sich für die zu erwartende Auseinandersetzung vorbereitet.

Die Mitarbeiter seien in der Schweiz tätig und werden mittlerweile nicht mehr für diesen Bereich eingesetzt. Die amerikanischen Anwälte wurden beauftragt, entsprechende Verhandlungen mit den US-Justizbehörden zu führen. Die Schweizer Bankiervereinigung wollte zu diesem Fall keine Stellung nehmen.

Verhaftung von Wegelin-Banker

Laut verschiedenen Quellen nutzen die Amerikanischen Steuerbehörden das Wissen eines ehemaligen Wegelin-Mitarbeiters. Der ehemalige «Teamleiter USA» der St.Galler Bank wurde im Herbst 2010 im Miami wegen Geldwäscherei verhaftet.

Um für sich selbst strafmildernde Umstände zu erreichen, soll er Daten über das Offshore-Geschäft der Wegelin-Bank weiter gegeben haben. Laut «Inside Paradeplatz» sollen auch die Namen der jetzt angeklagten Banker darunter gewesen sein.

Schweiz verhandelt für Banken

Der Zeitpunkt dieser Anklage kommt überraschend. Immerhin versuchen die USA und die Schweiz momentan einen Deal auszuarbeiten.

Wegelin und 10 weitere Schweizer Banken liefern dazu den USA die Namen von mutmasslichen amerikanischen Steuersündern und sollen dazu pauschal einen Milliarden-Betrag zahlen. Im Gegenzug bieten die Amerikaner den Banken den Verzicht auf eine strafrechtliche Verfolgung an. Gegenstand der Verhandlungen ist auch ein rechtlicher Schutz der Bank-Mitarbeiter.

Älteste Bank der Schweiz

Mit Gründungsjahr 1741 ist Wegelin & Co. die älteste Bank der Schweiz. Die St. Galler Privatbank wird als Kommanditgesellschaft von acht geschäftsführenden Teilhabern mit unbeschränkter Haftung geführt und beschäftigt über 700 Mitarbeitende an dreizehn Standorten in der Schweiz. Die Bank ist auf die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden spezialisiert und verwaltet Vermögen von mehr als 24 Mrd. Franken (19,7 Mrd. Euro).

Doch Mario Tuor, vom Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen, gibt sich zugeknöpft: «Zu laufenden Justizfällen äussern wir uns nicht». Auch nicht zu der Frage, wie sich dieser neuste Fall auf die Gespräche mit den USA auswirken werden. «Unsere Verhandlungen mit den US-Behörden sind weiter am Laufen. Einzelheiten werden nicht kommuniziert.»

«Kleine Gefahr entdeckt zu werden»

Die US-Anklage schreibt, dass die Schweizer Privatbank versuchte, Kunden von anderen Banken zu übernehmen – auch von der UBS. Als die Schweizer Grossbank UBS 2008 ins Visier der US-Steuerfahnder geriet, hätten die drei Angeklagten rund 70 US-Kunden davon überzeugen können.

Bild Schliessfächer bei Bank Wegelin.
Rund 70 Grossbank-Kunden sollen ihr Vermögen Wegelin anvertraut haben. keystone

Ihre Strategie: Ihre eigene Bank unterhalte nur Büros in der Schweiz und die Gefahr, von den Ermittlern entdeckt zu werden, sei entsprechend kleiner. Im Jahre 2009 hat die Privatbank Wegelin & Co. ihre Aktivitäten in den USA eingestellt.

«Anfang einer Prozesswelle»

Was der Fall für die Bank Wegelin bedeutet, bleibt vorerst unklar. Der US-Anwalt Jeffrey Neiman deutet aber weiteres Ungemach an: «Üblicherweise wird eine Klage gegen Spitzenbanker und Manager eingesetzt, bevor es zu einer Klage gegen eine Bank kommt.» Neiman war als Staatsanwalt an der Anklage gegen die UBS in Florida beteiligt.

Kommentare aktiv...

G. bossert, Safenwil
(fama Frau)
Verfasst am: 4.1.2012 17:06

Journalisten entlarven ? Ist ja wohl ein Lacher wert.

Vater des Gedankens.....die CH muss haften, das... mehr

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A. Holenstein, parteilos, Cross'n'Star
(herculo Mann)
Verfasst am: 4.1.2012 14:19

Wer sich nicht der Kriegsverlängerung

schuldig machen will, der entziehe dem US-Fiskus... mehr

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W. Staub
(walter.staub1 )
Verfasst am: 4.1.2012 10:23

Machen wir uns nichts vor

Machen wir uns nichts vor. Nicht nur Wegelin,... [1]  mehr

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