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100 Jahre Trolleybus in der Schweiz: Freiburger waren Pioniere

Mittwoch, 4. Januar 2012, 4:00 Uhr

Vor hundert Jahren, am 4. Januar 1912, hat die erste Trolleybuslinie der Schweiz ihren Dienst aufgenommen. Die «gleislose Bahn», wie das Vehikel damals genannt wurde, verband die Stadt Freiburg mit der Ortschaft Posieux (FR). Später wurde die Linie bis nach Farvagny (FR) verlängert.

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Für die etwas mehr als zwölf Kilometer lange und wahrscheinlich holprige und staubige Fahrt auf unbefestigten Strassen brauchte der Trolleybus an die 50 Minuten. Dessen Wagen ähnelten eher Kutschen als heutigen Bussen, wie der Tramclub Freiburg in einer Mitteilung schreibt.

Porsche-Motor schafft 20 km/h 

Angetrieben wurde der Trolleybus mit Motoren, die in den Radnaben angeordnet waren. Die Entwicklung stammt von Ferdinand Porsche. Die Stromzufuhr erfolgte über einen kleinen Wagen, der auf zwei Drähten oberhalb der Strasse aufgehängt war und über ein Kabel mitgezogen wurde. Die Trolleybusse schafften anfänglich an die 20 km/h, später dann bis zu 25 km/h.

 

Bild Omnibus im Jahr 1912.
14. Februar 1912: Wagen 3 auf freier Fahrt.

Trolleybusse mit zwei Stangen, so wie man sie heute kennt, kamen in der Schweiz erst später auf. Doch der Erfolg der Trolleybuslinie Freiburg-Farvagny hielt nicht lange an. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Strecke nicht wie geplant nach Bulle verlängert. Auch die Technologie war damals rasch überholt. Dazu kam, dass die Eisenbahnstrecke Lausanne-Bern 1927 elektrifiziert wurde.

Weil der Trolleybus bei La Glâne die Bahnstrecke kreuzte, musste jedes Mal mühsam das «Kontaktwägelchen» umgesetzt werden. 1932 kam schliesslich das Aus für die Trolleybuslinie.

 

Bild Fahrplan aus dem Jahr 1931/32.
Der zuletzt gültige Fahrplan; die Gesamtstrecke kostete 2 Franken. Ab dem 22. Mai 1932 fuhr ein Autobus die Strecke Freiburg–Farvagny.

Erinnerungsstücke gesucht 

Zum 100-jährigen Jubiläum der Trolleybuslinie organisiert der Freiburger Tramclub im kommenden Sommer eine Ausstellung. Heute existieren noch verschiedene Dokumente und Fotos, anhand derer die Geschichte der ersten Schweizer Trolleybuslinie dokumentiert werden kann. Der Tramclub möchte indessen das Jubiläum nutzen, um die historische Quellenarbeit auszuweiten und ruft die Bevölkerung auf, etwaige Erinnerungsstücke ans Licht zu holen.

(sda/schj)

Kommentare aktiv...

D. Münger, Zürich
(Account3 Mann)
Verfasst am: 5.1.2012 6:36

...und ohne AKW sind sie nun dem Untergang

geweiht! Wenn man bedenkt, dass es für bloss 8... mehr

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