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US-Vorwahlen: Jetzt gilt es ernst
Das Schaulaufen der Bewerber um die republikanische Kandidatur für die US-Präsidentenwahl dauert schon etliche Monate. Erinnerte das Rennen manchmal an eine nicht immer ganz seriöse Casting-Show, gilt es ab Dienstag ernst: Dann bestimmt die Parteibasis im Bundesstaat Iowa ihren Kandidaten für den Herausforderer Barack Obamas.
- 04.01.12: Romney gewinnt erste US-Vorwahlen
- 11.11.11: Vorwahlen der US-Republikaner
- Caucus, Primary und Convention – Eine Erklärung
- Der Zeitplan bis zu den US-Präsidentschaftswahlen
- 01.01.12: US-Vorwahlkampf: Heisse Phase der Republikaner in Iowa
- 24.12.11: US-Präsidentschaftswahl: Gingrich und Perry erleiden Rückschlag
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Die Bewerber für die republikanische Präsidentschaftskandidatur sind seit mehreren Monaten bekannt. Die interessierte US-Öffentlichkeit konnte in dieser Zeit mitverfolgen, wie die Kandidaten auf der Beliebtheitsskala der Umfragemacher rauf- und runterrutschten. Die Leute, die gerade zuoberst Standen in der Wählergunst, wechselten dabei so regelmässig wie das Wetter. Nur der oftmals Zweitplatzierte in den nationalen Umfragen hielt sich zuverlässig: Mitt Romney.
Romney am aussichtsreichsten
Mindestens ebenso zuverlässig wurde er vom nationalen Sprachrohr der Republikaner, dem konservativen TV-Sender Fox News, ignoriert, solange es irgendwie ging. Zwar gilt Romney gerade im republikanischen Partei-Establishment als valabler Kandidat, der auch Stimmen von unabhängigen Wählern holen könnte und so eine reelle Chance hätte gegen Obama. Bei der republikanischen Parteibasis und vor allem bei der erzkonservativen Tea Party vermag er allerdings keine Begeisterungsstürme auszulösen.
Einige mögliche Kandidaten – beispielsweise Herman Cain oder Donald Trump – haben im bisherigen Schaulaufen ihre Bewerbung bereits wieder zurückgezogen oder sind wie Sarah Palin gar nicht erst offiziell eingestiegen. Andere blieben tapfer dabei, obwohl sie sich teils peinliche Patzer leisteten vor laufenden Fernsehkameras – unvergessen ist Rick Perrys «Oops»-Aussetzer während einer Fernsehdebatte. Einigkeit herrscht unter den möglichen republikanischen Kandidaten einzig bezüglich ihrer harten Kritik am amtierenden Präsidenten Obama.
Mit dem Caucus in Iowa werden aber erstmals Nägel mit Köpfen gemacht: Die republikanische Parteibasis des US-Bundesstaates bestimmt traditionell als erste, wer im November zur Wahl ins Weisse Haus antreten soll. Der Mormone Romney kann sich in Iowa die grössten Chancen auf einen Sieg ausrechnen: Laut einer repräsentativen Umfrage der Zeitung «The Des Moines Register» führt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts mit 24 Prozent in der Gunst derjenigen, die an einem Caucus in Iowa teilnehmen wollen.
Von Caucus, Primary und Convention
Die Vorwahlen für die US-Präsidentenwahl laufen nach einem komplizierten basisdemokratischen Schema ab. Dabei wird unterschieden zwischen Caucus und Primary. Ein Zeitplan des US-Wahlkampfs findet sich hier.
Romney dicht auf den Fersen ist mit 22 Prozentpunkten der libertäre Ron Paul. Newt Gingrich, der immer wieder als möglicher Favorit genannt wird, liegt mit 12 Prozent schon recht abgeschlagen auf Platz 4. Noch vor ihm liegt an dritter Stelle Rick Santorum, dem auf nationaler Ebene kaum Chancen auf eine Nominierung zugesagt werden. Im ländlich-konservativen Iowa kann der tief gläubige Ex-Senator dagegen durchaus punkten. Ihm wollen am Dienstag 15 Prozent ihre Stimme geben.
Eine Niederlage in Iowa ist verheerend
Ein Sieg in Iowa bedeutet für die weiteren Vorwahlen indes noch nicht viel – wer in dem kleinen Bundesstaat gewinnt, punktet nicht unbedingt auch in den anderen 49. Eine deutliche Niederlage dagegen richtet für Kandidaten schweren Schaden an: Wer in Iowa schlecht abschneidet, sinkt auch in der Gunst der Spender. Und ohne deren Geld lässt sich keine erfolgreiche Vorwahl-Kampagne führen.
Romney baut deswegen darauf, dass er sowohl bei der Wahl in Iowa als auch bei derjenigen in New Hampshire eine Woche später obsiegt. Damit könnte er sich wichtige Stimmen – und damit Spenden – sichern für die Nominierung zum offiziellen Herausforderer Obamas. Doch trotz prominenter Unterstützung – jüngst hat sich Ex-Präsident George Bush Senior für ihn ausgesprochen – ist Romney nicht klarer Favorit. Wegen seiner liberalen Haltung bei Themen wie Abtreibung oder Waffengesetz zweifeln viele Republikaner an seinen konservativen Werten.
Egozentrisch und nicht sachkundig
Aus der Umfrage von «The Des Moines Register» lässt sich noch anderes ablesen, als nur wer sich Chancen auf einen Sieg ausrechnen kann. Die Umfragemacher wollten von der republikanischen Parteibasis noch mehr wissen: Wen sie für den sachkundigsten (engl. «knowledgeable») Kandidaten halten oder wer aus ihrer Sicht am meisten auf sein eigenes Ego fixiert ist.
Im Bezug auf den Kenntnisstand trauen die Befragten Newt Gingrich am meisten zu: 41 Prozent halten ihn für den sachkundigsten Kandidaten. Am anderen Ende der Skala steht Michele Bachmann: Sie wird von gut einem Viertel (26 Prozent) als am wenigsten kenntnisreich eingeschätzt.
Romney erscheint am wählbarsten
So gut Gingrich beim Sachverstand abschneidet, so schlecht wird sein Ego eingeschätzt. Auf die Frage, welcher der Kandidaten am Egozentrischsten ist (engl. «ego-driven»), antworten 41 von 100 Umfrageteilnehmern mit dem Namen Newt Gingrich. Ähnlich schlecht wird er eingeschätzt, was seine Linientreue angeht oder seine Fähigkeit, den Einfluss der Zentralregierung in Washington einzudämmen.
Die höchste Wählbarkeit im ganzen Land attestiert die republikanische Parteibasis Iowas – wenig überraschend – Mitt Romney: Fast jeder zweite denkt, dass er in einer Wahl gegen Obama als republikanischer Kandidat die besten Chancen hätte. Zugleich erzielt aber auch Romney schlechte Werte, was seine Linientreue angeht oder sein Wille, den Einfluss Washingtons im Land zu reduzieren.
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G. bossert, Safenwil
)
(fama
Verfasst am: 3.1.2012 17:23
Schön hier im Forum deutlich + klar zu erkennen,
wie gross die Sehnsucht nach international rechts... mehr
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P. D., Esslingen am Neckar
)
(Peterle
Verfasst am: 3.1.2012 7:02
Mitt Romney
Mir wird schlecht, haben die Reps denn keine... mehr
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H. Bernoulli, Zürich
)
(hbernoulli
Verfasst am: 2.1.2012 22:34
Die Empfehlung von Bush jr. für Romney
sagt eigentlich schon alles! Romney ist ein... [1] mehr
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