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Per Rolltreppe durch Medellíns Armenviertel
Die Einwohner eines der gewalttätigsten Viertel der kolumbianischen Stadt Medellín erhalten mehr Mobilität: Sie können die steilen Strecken der am Hang liegenden «Comuna 13» neuerdings über Rolltreppen zurücklegen. Die Regierung verspricht sich davon auch einen Beitrag zur Befriedung des Viertels.
Die «Comuna 13» liegt am Rande der Millionenstadt Medellín und ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter die steilen Hänge hoch gewachsen. Dicht gedrängt leben dort heute über 135‘000 Menschen.
«Erste Rolltreppe in Armenviertel»
Vom Fusse bis zum höchsten Punkt sind es hunderte Meter – ein Höhenunterschied vergleichbar mit einem 28-Stockwerk-Gebäude, sagen die Behörden.
Nun hat der Bürgermeister im Beisein von Bewohnern die «ersten Freiluft-Rolltreppen in einem Armenviertel» eröffnet, wie die Stadt mitteilt. Die Treppen sind in sechs Sektionen aufgeteilt und haben eine Länge von fast 400 Meter. Sie verkürzt den über halbstündigen Fussweg auf noch sieben Minuten.
Die zweitgrösste Stadt Kolumbiens legt viel Wert auf mehr Mobilität in der von Armut und Kriminalität geplagten «Comuna 13». Bereits vor vier Jahren baute sie eine Seilbahn über das riesige Viertel, damit die Einwohner schneller und sicherer in die Innenstadt gelangen.
Augenschein in der «Comuna 13»
Die kolumbianische Stadt Medellín galt in den 80er-Jahren unter Drogenboss Pablo Escobar als die gefährlichste Metropole der Welt. Zwischenzeitlich entspannte sich die Situation. Doch in den Armenvierteln spitzt sich der Machtkampf unter Drogenbanden wieder zu. Ein Besuch der «Rundschau» in der «Comuna 13» im Mai 2011.
Während die Seilbahn für längere Strecken nützlich ist, ersetzen die Rolltreppen nun das mühsame Treppensteigen innerhalb des Viertels – besonders auch älteren und kranken Menschen, die das Viertel sonst kaum verlassen können. Für diese neue Lebensqualität hat die Stadtverwaltung rund 6.7 Millionen Dollar in die Hand genommen.
Vorbild für Favelas in Rio
Für Bürgermeister Salazar Jaramillo sind die Rolltreppen aber auch ein wichtiges Symbol: «Veränderung und Frieden für die Comuna 13».
Und es sende ein gutes Signal nach aussen: «Bereits haben Behörden aus Rio de Janeiro einen Besuch bei uns angemeldet. Sie wollen prüfen, ob solche Rolltreppen auch für die an den steilen Hängen liegenden Favelas in Rio eine nützliche Sache sein könnten», verkündet der Bürgermeister stolz.
(ape/sf/engf)



