Inhalt

Paul Burkhard – der Poet mit dem Notenschlüssel

Mittwoch, 21. Dezember 2011, 17:06 Uhr

Am 21. Dezember wäre der Schweizer Komponist Paul Burkhard 100 Jahre alt geworden. Seine Lieder («O mein Papa») sind Ohrwürmer und seine Operetten («Die kleine Niederdorfoper») Gassenhauer. Doch der Mann dahinter ist wenig bekannt.

Mehr zum Thema

Artikel bewerten

  • Durchschnittliche Bewertung: 0
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Artikel teilen

«O mein Papa» machte den Schweizer Komponisten Paul Burkhard in den 1950er-Jahren weltberühmt. Sein Repertoire geht aber weit darüber hinaus: Es reicht von Bühnen- und Filmmusik bis zu geistlichen Orchesterwerken. Viele seiner Kompositionen liegen fast jedem Schweizer im Ohr, so etwa Â«De Heiri hät es Chalb verchauft» aus «der kleinen Niederdorfoper».

Die Werke kennt man, aber sehr oft ohne zu wissen, dass sie vom selben Komponisten stammen: «Die kleine Niederdorfoper», «D'Zäller Wiehnacht», «Mutter Courage», «Der schwarze Hecht» oder «Il faut aimer ce qu'on a». Die Stärke seiner Musik liegt darin, dass er damit die Herzen berührt.

Kapellmeister in Bern

Geboren wurde Burkhard am 21. Dezember 1911 im Zürcher Seefeld. Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Der Vater war Glasmaler, das Geld war knapp. Untermieter brachten ein kleines Zubrot.

Nach dem Besuch des Konservatoriums (Klavier und Komposition) begann er seine Laufbahn als Kapellmeister am Stadttheater Bern. Ab Mitte der 1930er-Jahre komponierte er Operetten.

1939 wurde Burkhard Hauskomponist am Zürcher Schauspielhaus und schrieb das Mundart-Musikwerk «Der Schwarze Hecht», das als hochdeutsche Fassung unter dem Titel «Feuerwerk» mit Lilli Palmer verfilmt wurde.

Paul Burkhard im Radio

Radio DRS 2 hat Paul Burkhard am 18. Dezember 2011 mit mehreren Sendungen einen Schwerpunkt gewidmet. Das Dossier zum Reinhören finden Sie hier

Ein Krippenspiel für Schüler

Das «Hecht/Feuerwerk»-Chanson «O mein Papa» machte die Sängerin Lys Assia berühmt und wurde mit ihr zum Evergreen. Weitere Erfolge feierte Burkhard mit dem Musical «Die kleine Niederdorfoper» (1951) und vor allem auch mit dem Kinderoratorium «D'Zäller Wiehnacht».

Das Krippenspiel konzipierte Burkard 1960 in seinem Zürcher Wohnort Zell für die Tösstaler Dorfschüler. Dabei blieb es nicht: «D'Zäller Wienacht» wurde zum Welterfolg. Und Friedrich Dürrenmatt soll Burkhard aufgefordert haben, die ganze Bibel zu vertonen.

Eine kleine Korrektur erfuhr das Krippenspiel inzwischen: Das heute als rassistisch wahrgenommene Lied «Au für eus, rabeschwarzi Mohre» wurde neu geschrieben.

Zuletzt war Burkhard Leiter des Radio-Orchesters Beromünster. 1959 zog er sich nach Zell (ZH) zurück. Zell im Zürcher Oberland wurde zu Burkhards Kraftort, wo er weiter komponierte und 1977 im Alter von 66 Jahren starb.

TV-Tipps zu Paul Burkhard

D'Zäller Wienacht, Krippenspiel, Fassung für die Primarschule Zell 2011 von Charlotte Joss, 24. Dezember auf SF 1 um 16.45 Uhr

O mein Papa, Dok-Film, 25. Dezember auf SF 1 um 13.10 Uhr

Mehr Infos hier

(sf/schj)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.