Kultur
Zumthor reicht Offerte für Therme Vals ein
Der Kampf um die Zukunft der Therme Vals (GR) geht in die nächste Runde. Der Architekt des Bades, Peter Zumthor, könnte doch noch zum Zug kommen. Zusammen mit einer Interessengemeinschaft hat er eine Kaufofferte eingereicht.
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Es sei gelungen, eine «stimmige» Interessengemeinschaft zu gründen, schreibt Zumthor in einer Mitteilung. Nun habe man fristgerecht eine Kaufofferte eingereicht, die im Auftrag der Gemeinde Vals von einer unabhängigen Fachstelle geprüft werden soll.
In Absprache mit der Gemeinde soll sehr wahrscheinlich im Laufe des Januars eine Orientierung über das Angebot stattfinden. Dann sollen die genaueren Visionen der Interessengemeinschaft Zumthors vorgestellt werden.
Gemeinde hat zu wenig Geld
Hintergrund des Zwistes ist die Absicht, das im Besitz der Gemeinde stehende Thermalbad zu verkaufen. Der Käufer soll verpflichtet werden, millionenschwere Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Die Gemeinde Vals sieht sich dazu aus eigener Kraft nicht imstande.
Zumthor kündigte bereits im November der in der Sendung «10vor10» an, um die Therme mitbieten zu wollen. Er werde versuchen, kulturell interessierte Liebhaber als Investoren zu finden, sagte er damals. Das scheint nun gelungen zu sein.
Wunschkäufer ist umstritten
Der Verwaltungsrat des Bades hatte sich bisher gegen ein stärkeres finanzielles Engagement Zumthors gewehrt. Die «öffentliche Darstellung», Zumthor sei der Garant für Qualität und Kultur der Anlage, sei nicht nachvollziehbar, schrieb der Verwaltungsrat im November.
Wunschkäufer des Verwaltungsrates ist der Churer Unternehmer Remo Stoffel. Der 35-jährige, gebürtige Valser will nach eigenem Bekunden rund 50 Millionen Franken investieren. Unter anderem ist die Rede von einem Hotelneubau.
Volk hat das letzte Wort
Das mögliche Engagement Stoffels ist in Vals umstritten. Unter dem Strich soll die Kommune eine Million Franken von Stoffel für die berühmte Therme erhalten – zu wenig, finden die Kritiker. Sie befürchten zudem, dass es Stoffel nur um ein Investitionsgeschäft gehe und nicht um ein langfristiges Engagement.
Das letzte Wort im Ringen um die Zukunft von Vals grossem Gästemagneten werden die Stimmbürger haben. Die Gemeindeversammlung soll entscheiden, ob und an wen das Bad verkauft wird.
(sf/sda/frua)
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