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US-Republikaner: Duell Gingrich – Romney wahrscheinlich

Sonntag, 11. Dezember 2011, 11:51 Uhr

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner läuft alles auf ein Wettrennen zwischen Newt Gingrich und Mitt Romney hinaus. Gingrich gilt Umfragen zufolge als Favorit – obwohl er sich in heikler Weise über die Palästinenser äusserte.

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(«Tagesschau» vom 11.12.2011)

Bei der Podiumsdiskussion in Des Moines im US-Staat Iowa ging es primär um den persönlichen Werdegang und die aktuelle Nahost-Politik.

Gingrich, Mitte der 90er-Jahre republikanischer Parlamentschef, verteidigte bei der Debatte seine umstrittene Äusserung, nach der die Palästinenser ein «erfundenes Volk» seien. Diese Sicht sei «historisch wahr», erklärte er. Kontrahent Romney nannte die Äusserung einen Fehler. «Man spricht nicht im Namen von Israel», sagte er.

Gingrich: «Zu viele Lügen über Nahen Osten»

Die Palästinenser reagierten mit scharfer Kritik auf die Worte Gingrichs. Seine Äusserungen «werden für lange, lange Zeit die Munition für die Bin Ladens und alle Extremisten liefern», sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat dem US-Sender CNN.

Gingrich sagte hingegen: «Jemand muss den Mut haben, die Wahrheit zu sagen. Über den Nahen Osten gibt es zu viele Lügen».

Bild Gingrich und Romney an je einem Rednerpult.
Nach aktuellen Umfragen gilt Newt Gingrich bei den US-Republikanern als favorisierter Präsidentschaftskandidat. reuters

Auch beim persönlichen Werdegang stritten sich die beiden Spitzenbewerber. Gingrich warf Romney vor, dass er lediglich wegen einer verlorenen Wahl um einen Senatssitz von Massachusetts 1994 gegen Ted Kennedy kein Karrierepolitiker geworden sei. Romney erwiderte, was das Land am wenigsten brauche, seien Politiker, die ihr ganzes Leben in Washington zugebracht hätten.

Gingrich verteidigte auch Honorarzahlungen des inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierers Freddie Mac von 1,6 Millionen Dollar. Er sei nur für «strategische Beratung» bezahlt worden. Nie habe er als Lobbyist gearbeitet.

Gingrich trotz heiklen Aussagen vorne

In Iowa beginnen am 3. Januar die Vorwahlen der Republikaner. Gingrich führt derzeit die Umfragen klar an.

Nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten Durchschnitt verschiedener Umfragen führt Gingrich souverän mit über 33 Prozent Zustimmung an. Dahinter folgt mit weitem Abstand Romney mit rund 21 Prozent.

Experten erwarten, dass der Sieger frühestens am 6. März feststeht, dem «Super Tuesday», an dem in zahlreichen Staaten die republikanische Kandidatenkür stattfindet.

(sda/fref)