Krise im Euro-Land
Zerbricht die EU an der Euro-Krise?
Es war eine schwierige Geburt. Nur 23 der 27 EU-Staaten ziehen bei einem neuen Kodex gegen zu viel Schulden mit. Statt einer Vertragsänderung gibt es einen neuen Vertrag. Obwohl eine Spaltung der EU droht, wurde der Umbau der Euro-Zone zu einer Fiskalunion vorangetrieben.
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Im Kampf gegen die Schuldenkrise schliessen 23 EU-Staaten einen verbindlichen Pakt für mehr Haushaltsdisziplin. Neben den 17 Eurostaaten ziehen noch 6 Länder mit, die bisher den Euro noch nicht haben. Grossbritannien und Ungarn bleiben bleiben aussen vor – Schweden und Tschechien konsultieren ihre Parlamente.
Eine grosse Lösung unter Einbeziehung aller 27 EU-Mitglieder ist dagegen beim Gipfel in Brüssel in der Nacht gescheitert. Kanzlerin Angela Merkel setzte viele ihrer Forderungen durch. Sie lobte den Kompromiss als «sehr gutes Ergebnis».
Merkel fügte hinzu: «Wir werden eine neue Fiskalunion schaffen, die zugleich auch eine Stabilitätsunion ist.» Dazu gehöre eine Schuldengrenze und automatische Sanktionen für Haushaltssünder. EZB-Präsident Mario Draghi betonte, der neue Pakt komme einer Fiskalunion nahe.
Angemessene Entscheidung
Insbesondere Grossbritannien verhinderte mit weitreichenden Forderungen eine Einigung im Kreis aller 27 Staaten, berichtete der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach rund zehnstündigen Verhandlungen am frühen Freitagmorgen. «Es war nicht möglich, Einstimmigkeit zu erzielen», erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. «Es ist eine angemessene Entscheidung.» Es soll nun ein neuer zwischenstaatlicher Vertrag geschlossen werden – der Text wird im März kommenden Jahres vorliegen.
Die 27 EU-Staats- und Regierungschefs vereinbarten auch kurzfristige Massnahmen, um die Eurowährung glaubwürdiger und stabiler zu machen. So sollen für den Internationalen Währungsfonds (IWF) 200 Milliarden Euro verfügbar gemacht werden, damit die Washingtoner Finanzfeuerwehr dann ihrerseits Eurostaaten in Not beistehen kann. Das Geld soll von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt werden.
Düstere Szenarien eines Euro-Debakels
Die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Eurozone wird immer mehr zum Thema. Scheitert der Euro in seiner bisherigen Form, malen Ökonomen Horrorszenarien an die Wand. Davon betroffen wäre auch die Schweiz. Lesen Sie hier mehr dazu
Sarkozy macht London verantwortlich
Sarkozy sagte, Grossbritannien habe in der Vertragsdebatte zugunsten seiner Finanzwirtschaft «inakzeptable Forderungen» gestellt. Es werde sich deshalb ebenso wie Ungarn nicht dem angestrebten neuen Vertrag anschliessen. Diplomaten ergänzten aber, dass sich Budapest noch bewegen könnte. Schweden und Tschechien wollten erst ihre Parlamente konsultieren.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, lobte die Vereinbarung. «Das ist ein sehr gutes Ergebnis für die Eurozone. Das kommt einem guten Haushaltspakt sehr nahe.» Der Italiener hatte einen solchen verbindlichen Pakt als Vorbedingung für ein Eingreifen der EZB auf den Märkten gemacht, beispielsweise beim Anleihenkauf.
Rechtliche Probleme
Barroso sagte, er hätte eine Vereinbarung im Kreis 27 EU-Mitglieder vorgezogen. Besonders Berlin und Paris hatten auf eine Vertragsveränderung gepocht, um rechtsverbindliche Regeln zum Schutz der bedrohten Eurowährung festzuschreiben. EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte: «Verträge zwischen Regierungen können schneller gebilligt werden als Vertragsveränderungen. Geschwindigkeit ist wichtig, um glaubwürdig zu sein.»
Das nun anstehende Vorgehen innerhalb der Eurogruppe birgt nach Ansicht von Experten aber zahlreiche rechtliche Probleme, denn die Bestimmungen dürfen Regeln der EU-Verträge nicht widersprechen. Die «Chefs» vereinbarten auch, dass die Ausleihkapazität des Krisenfonds für klamme Eurostaaten EFSF mit eines Kredithebels bald ausgeweitet wird. Geplant ist eine Verdreifachung auf etwa 750 Milliarden Euro.
ESM wird vorgezogen
Der dauerhafte Europäische Stabilitätsmechanismus ESM soll um ein Jahr auf Juli kommenden Jahres vorgezogen werden. Die EU gesteht auch ein, dass die Einbeziehung von Banken und Versicherungen bei der Rettung Griechenlands ein Fehler war. Dieses Verfahren soll nicht mehr für andere Länder angewendet werden, da es zur Verunsicherung der Märkte führte. Keine Einigung gab es in der Debatte um gemeinschaftliche europäische Anleihen, die sogenannten Eurobonds.
Van Rompuy, Barroso und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker werden bis zum nächsten Juni einen Bericht dazu vorlegen. Im Laufe des Freitag wollen die "Chefs" weiter über die Euro-Stabilisierung debattieren und den EU-Beitrittsvertrag mit Kroatien unterschreiben.
Das Scheitern der gemeinsamen Lösung ist ein schwerer Rückschlag für die gesamte EU, die sich nun in zwei Geschwindigkeiten bewegen wird: Die Euro-Staaten und die sechs Länder, die dazugehören wollen, werden ihre Wirtschaften enger verzahnen. Die übrigen Länder bleiben aussen vor.
(agenturen/halp)
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H. Bühler, Lima
(hans.buehler )
Verfasst am: 9.12.2011 14:30
klar
Ja un die SP will noch beitreten!!!
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R. Keller, Luzern
)
(Roke81
Verfasst am: 9.12.2011 13:52
EU Auflösen
Am besten wäre, die Staats- und Regierungschefs... mehr
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C. asil, flawil
)
(kerosin123
Verfasst am: 9.12.2011 13:50
Die SNB
muss schleunigst aufhören Euros zu kaufen!
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