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Düstere Szenarien eines Euro-Debakels

Donnerstag, 8. Dezember 2011, 18:58 Uhr

Die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Eurozone wird immer mehr zum Thema. Sogar Notenbanken bereiten sich offenbar auf ein «Leben nach dem Euro» vor. Die von Ökonomen geschilderten Szenarien sind düster.

Bild Ausschnitt einer Euro-Münze, von Brüchen durchzogen
Bricht der Euro auseinander, wären die Folgen verheerend. colourbox / symbolbild

Zwar ist ein Zusammenbruch des Euros nicht das zentrale Szenario, wie verschiedene Ökonomen übereinstimmend festhalten. Dennoch ist die Angst eines Euro-Kollaps in letzter Zeit gewachsen. Selbst verschiedene Notenbanken bereiten sich inzwischen auf das Schlimmste vor, wie das «Wall Street Journal» berichtet.

«No comment» der Nationalbank

Erwähnt ist unter anderem auch die Schweizerische Nationalbank. Diese evaluiere derzeit einen möglichen Ersatz für den Euro als externen Referenzpunkt für die Stabilität des Frankens. Bei der Nationalbank gibt man sich bedeckt. «Das kommentieren wir nicht», hiess es auf Anfrage von «SF Online». Es folgte lediglich der Hinweis, dass die Nationalbank stets daran sei zu prüfen und zu evaluieren, welche Massnahmen in welchem Umfeld geeignet seien.

Horrorszenarien bis hin zu Bürgerkrieg

Innerhalb der Euro-Zone erwähnt das «Wall Street Journal» unter anderem die irische Notenbank. Diese prüfe derzeit, ob zusätzliche Kapazität zum Drucken von Notengeld nötig werde im Falle eines Austritts aus der Euro-Zone. Und in Montenegro werden laut dem Zeitungsbericht Optionen evaluiert für eine neue nationale Währung.

Scheitert der Euro in seiner bisherigen Form, malen Ökonomen Horrorszenarien an die Wand. Ein Aufbrechen des Euros hätte nicht nur verheerende Folgen für die Wirtschaft der Euro-Zone, sondern für die Wirtschaft in ganz Europa und wahrscheinlich sogar in der ganzen Welt, heisst es in einer Studie von UBS Investment Research. Vor allem in schwächeren Ländern der Euro-Zone kann sogar die Gefahr bestehen, dass sich das Militär an die Macht putschen könnte, sich autoritäre Regimes etablieren oder es zu Bürgerkriegen kommt.  Weitere Stichworte sind Staatsbankrotte, Zusammenbrüche von Unternehmen und die Gefahr von Inflation. Ausserdem würde der internationale Handel kollabieren und der Rekapitalisierungsbedarf der Geschäftsbanken massiv in die Höhe schnellen.

«Desaster» und Gefahr von «grosser Depression»

Auch der HSBC-Chefökonom Stephen King sieht düster: Ein Euro-Auseinanderbrechen wäre ein «Desaster», das die Lehman-Pleite in den Schatten stellen und zu einer «grossen Depression» führen könne, hielt er in einer Studie fest. Wolle ein Land aus dem Euroraum austreten, so müsse es nicht nur massivste Schwierigkeiten für seinen Banken- und Finanzsektor gewärtigen, sondern auch eine Inflationsspirale bis hin zu einer Hyperinflation, warnt King.

Flucht der Anleger möglich

Auch die Schweiz wäre laut Ursina Kubli, Währungsspezialistin der Bank Sarasin, massiv betroffen. Sicher sei, dass die Schweiz in einem solchen Fall von wirtschaftlichen Einbrüchen ihrer Nachbarländer und Haupthandelspartner ganz direkt betroffen wäre. Fraglich wäre, ob der Schweizer Franken in diesem Fall noch als Fluchtwährung taugen könnte. Anleger würden dann wohl ganz Europa meiden und mit ihren Anlagen in Richtung US-Dollar oder in die Schwellenländer «fliehen».

Auch für Unternehmen wäre ein Auseinanderfallen der Eurozone folgenschwer und kaum auszumalen, wie ING Investment Management festhält.

250'000 Pfund für perfekten Euro-Ausstieg

Rezepte für ein gutes Konzept zum Ausstieg aus dem Euro sind daher schwer zu finden. Die UBS-Ökonomen erinnern in diesem Zusammenhang an den britischen Unternehmer und Oberhaus-Abgeordneten Lord Simon Wolfson. Er hat sogar einen Preis von 250'000 Pfund (353'000 Fr.) für das beste Konzept ausgeschrieben. «Unsere Analyse lässt darauf schliessen, dass Wolfsons Geld sicher ist» – das heisst, dass Wolfson seine 250‘000 Pfund wohl noch längere Zeit behalten kann.

(sf/awp/coro)

Kommentare aktiv...

H. Haller, Kölliken
(kitwa Mann)
Verfasst am: 9.12.2011 16:19

Leben nach dem EURO !

Je länger dies geht, desto wahrscheinlicher wird... mehr

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M. Mèchant, Grosses-Euroland
(gustav.eu Mann)
Verfasst am: 9.12.2011 13:55

Scheint wohl ein Paradoxon zu sein.......

dass es ein kleines Land in Mitteleuropa gibt,... [2]  mehr

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N. Binsberger, St. Gallen
(NBinsberger Frau)
Verfasst am: 9.12.2011 10:49

Easy!

Der Handel wird nicht zusammenbrechen. Solange es... mehr

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