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Das umstrittene Spiel der Ratingagenturen

Dienstag, 6. Dezember 2011, 12:03 Uhr

Die Bewertungen der Ratingagenturen sind umstritten. Ihnen wird vorgeworfen, die Finanzkrise 2008 mit verursacht zu haben. Sie sollen Bestnoten für Wertpapiere vergeben haben, in denen faule US-Immobilienkredite gebündelt waren. Damit führten sie Anleger in die Irre.

Bild Beschriftung an einem Hochhaus.
Die Ratings geraten immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. keystone

In Europa wird zudem kritisiert, dass die drei profitorientierten US-Unternehmen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch den Markt dominieren und in der Regel ausgerechnet von denen, die sie bewerten, auch bezahlt werden.

Die Wissenschaftler Hanno Beck und Helmut Wienert von der Hochschule Pforzheim sprechen von einem «engen Oligopol mit hohen Gewinnspannen und schlechter Bewertungsleistung». S&P sorgte zudem vor einigen Wochen mit einer Computerpanne für Aufsehen.

Bewertungs-Verbot geplant

In der Schuldenkrise basieren die Benotungen einzelner Länder oder Banken häufig auf schon bekannten Daten, sorgen aber zum Veröffentlichungszeitpunkt an den Märkten für erneute Verunsicherung.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier wollte daher die Bewertungen von Euro-Krisenländern unter bestimmten Umständen vorübergehend verbieten, konnte sich aber in diesem Punkt nicht durchsetzen. Allerdings sollen die Noten der Ratingagenturen künftig vergleichbarer und transparenter werden. Für ihre Regulierung zuständig ist die neue Europäische Wertpapieraufsicht ESMA in Paris.

Drei US-Ratingagenturen beherrschen den Markt

Drei Ratingagenturen mit langer Geschichte und US-amerikanischen Wurzeln beherrschen den weltweiten Markt für die Benotung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten:
 
Standard & Poor's (S&P): Der Ratingriese ist Teil des Gemischtwarenladens McGraw-Hill - ein börsennotierter Medienkonzern, der unter anderem Schulbücher verlegt. An McGraw-Hill wiederum sind grosse Investmentfonds beteiligt sowie Unternehmenschef Harold McGraw. Bis Ende 2012 soll der US-Konzern aufgespalten werden in eine Bildungs- und eine Finanzmarktsparte, zu der dann auch S&P gehört.
 
Moody's: Der härteste Konkurrent von S&P ist selbst börsennotiert. Anteile halten bekannte, eher unauffällige Investmentfonds, aber auch Investoren-Legende Warren Buffett, der mit seiner Firma Berkshire Hathaway auf mehr als zehn Prozent der Moody's-Anteile kommt. Als S&P Anfang August die Kreditwürdigkeit der USA von der Topnote AAA auf AA herabstufte, kritisierte Buffett dies scharf. Moody's blieb zunächst bei der Top-Note.
 
Fitch: Die kleinere Nummer drei geht ebenfalls auf einen US-amerikanischen Gründer zurück, gehört heute aber zu 60 Prozent dem börsennotierten französischen Finanzinvestor Fimalac. Die restlichen Anteile hält der US-Medienkonzern Hearst («Cosmopolitan», «Elle», ESPN). Hinter Fimalac steht der in Frankreich weit vernetzte Geschäftsmann und Unternehmer Marc Ladreit de Lacharrière. Fitch sitzt in New York und London.

(dpa/koua)

Kommentare aktiv...

K. Geiersberger, Azmoos
(Baraka Mann)
Verfasst am: 7.12.2011 23:42

Zustimmung und Alternativvorschlag

Meine Zustimmung zu N. Binsberger. Es gibt je... mehr

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N. Binsberger, St. Gallen
(NBinsberger Frau)
Verfasst am: 6.12.2011 18:35

Ramsch global

Die Ratingagenturen sollten mal gründlich und... mehr

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I. Ndlovu, Mbombela/NST
(Igwenya Mann)
Verfasst am: 6.12.2011 18:18

Irgendwer verdient sich...

...mehrere goldene Nasen an solchen... mehr

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