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Krise im Euro-Land

Merkel reagiert gelassen auf S&P-Ankündigung

Dienstag, 6. Dezember 2011, 12:18 Uhr, Aktualisiert 14:52 Uhr

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat betont gelassen auf die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor's reagiert. Diese will die Bonität von 15 Euro-Staaten herabstufen. Scharf kritisierte hingegen Euro-Zonen-Chef Jean-Claude Juncker die Ankündigung.

«Was eine Ratingagentur macht, das ist in der Verantwortung der Ratingagentur», sagte sie an einer Medienkonferenz in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte angesichts der drohenden Herabstufung Deutschlands und praktisch aller anderen Euro-Länder den Willen zu einem grundlegenden Umbau der Währungsunion.

Bild Angela Merkel
Merkel: «Ich habe immer gesagt, dass dies ein längerer Weg sein wird.» reuters

Der Weg ist vorgezeichnet

«Wir werden am Donnerstag und Freitag die Entscheidungen treffen, die wir für die Euro-Zone für wichtig und unabdingbar halten und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Euro-Zone leisten», sagte Merkel mit Blick auf den EU-Gipfel.

Sie habe immer gesagt, dass dies ein längerer Weg sein werde. «Dieser Weg ist jetzt vorgezeichnet, auch gestern durch das Treffen mit dem französischen Präsidenten. Und auf diesem Weg werden wir weiter voranschreiten», sagte Merkel.

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble forderte rasche Schritte, damit Europa das Vertrauen an den internationalen Finanzmärkten zurückgewinnt.

Euro-Zone im Fadenkreuz der US-Ratingagentur S&P

Standard & Poor's holt zum Rundumschlag in Europa aus: Die US-Ratingagentur droht praktisch allen Euro-Ländern mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Paris und Berlin reagierten in der Nacht mit einer Erklärung, Tokios Börse am Morgen mit Kursabschlägen. Lesen Sie hier mehr dazu.

«Unfaire Entscheidung»

Heftiger fiel die Reaktion am SPD-Parteitag in Berlin aus. Der ehemalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sagte zur «Tagesschau», der negative Bonitätsausblick für Deutschland sei «grotesk». Man müsse alles dafür tun, um das Treiben der Ratingagenturen zu unterbinden.

Wer behält Topnote AAA?

Der Klub der «AAA»-Länder droht immer exklusiver zu werden.
 
Stuft die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wie angedroht ihr Bonitätsnote für die sechs Euro-Länder herab, werden weltweit nur noch acht Staaten von den drei mächtigen Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch mit dem begehrten «AAA» benotet. Das sind Australien, Dänemark, Grossbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden, Singapur und die Schweiz.

Auch der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, kritisierte die drohenden Herabstufungen scharf. Nahezu alle Eurostaaten mit einem negativen Ausblick zu versehen, sei eine «unfaire» und «komplett exzessive» Entscheidung, sagte der Luxemburgische Regierungschef dem Deutschlandfunk.

Die Drohung sei ein K.O.-Schlag für alle Staaten, die sich bemühten, ihre Haushaltsdefizite zu senken. Trotz der negativen Aussagen durch S&P rechnet Juncker mit schnellen Fortschritten im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die EU-Verträge könnten bis Ende März 2012 geändert werden.

(agenturen/muei)

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